Rekordchampion Sebastien Loeb zeigte einmal mehr seine Klasse

Rallye 2013

— 04.10.2013

WP2-4: Loeb übernimmt die Führung in Frankreich

Sebastien Loeb zeigt in Frankreich auf teilweise nassen Straßen seine Klasse und geht mit drei Bestzeiten in Führung - Sebastien Ogier verliert deutlich an Boden

Sebastien Loeb hat einmal mehr seine große Klasse gezeigt: Der Rekordweltmeister lieferte auf der Vormittagsschleife der ersten Etappe der Rallye Frankreich eine souveräne Vorstellung ab. Loeb stellte drei Bestzeiten auf und übernahm die Führung. Obwohl der Citroen-Werksfahrer seit Anfang Mai keine WRC-Rallye bestritten hat, war er sofort schnell unterwegs. Selbst einsetzender Regen konnte den Ausnahmekönner nicht aus der Bahn werfen. Nach vier Wertungsprüfungen führt Loeb 3,7 Sekunden vor Volkswagen-Werksfahrer Jari-Matti Latvala. Thierry Neuville (Ford) hat als Dritter einen Rückstand von 4,7 Sekunden.

Deutschland-Sieger Dani Sordo (Citroen/+6,2 Sekunden) ist als Vierter ebenfalls noch in Schlagdistanz zur Spitze. Dagegen erlebte Weltmeister Sebastien Ogier keinen guten Vormittag. Der Volkswagen-Werksfahrer hatte kein Gefühl für sein Auto und hat bereits 22,3 Sekunden Rückstand auf Loeb. Auch für Mikko Hirvonen (Citroen) lief es nicht optimal, denn der Finne ist nach vier Wertungsprüfungen Siebter und liegt fast 50 Sekunden hinter der Spitze. Für Loeb ist die Rallye Frankreich die große Abschiedsvorstellung, bei der er einmal mehr sein großes Können demonstriert.

Gestartet wurde die erste Etappe in der Reihenfolge der Weltmeisterschaft: Ogier eröffnete am Freitag die Strecken. Dahinter folgten Neuville und Latvala. Loeb stand als Siebter an der Startlinie. Der Tag begann mit der 10,66 Kilometer langen "Klevener"-Prüfung. Noch waren die Straßen trocken, aber noch leicht feucht von der Nacht. Und die Loeb-Show begann: Bestzeit! Der Rekordweltmeister nahm Sordo 0,9 Sekunden ab und Ogier deren 1,2. Den Rost hatte der Citroen-Pilot rasch abgeschüttelt.

"Ich versuchte zu pushen, aber es war keine schwierige Prüfung", winkt Loeb ab. Aufgrund der Wetterverhältnisse war die Reifenwahl ebenfalls entscheidend. Für die Vormittagsschleife entschieden sich die Citroen- und Volkswagen-Fahrer für fünf harte Michelin-Reifen. Östberg und Neuville hatten drei harte und drei weiche Reifen gewählt. Sie mussten in jedem Fall einen Mix der Mischungen fahren. Nach der kurzen "Klevener"-Prüfung lag die Spitze weiterhin eng beisammen. Sordo führte 1,1 Sekunden vor Ogier. Loeb hatte sich auf Rang drei geschoben.

WP3: Loeb rückt Sordo auf die Pelle

Der Verlierer war Neuville, der auf Platz sechs der Gesamtwertung zurückgefallen war. Sein M-Sport-Teamkollege Mads Östberg trug heute zum ersten Mal Brillen beim Fahren. Pech hatte Tomas Kostka (Citroen), der im Laufe der Prüfung ausschied. Weiter ging es auf WP3: 13,04 Kilometer mussten auf der Strecke Massif des Grands Crus - Ungersberg absolviert werden. Nach den ersten Startern begann es etwas stärker zu regnen - genau als Loeb auf der Strecke war. Doch der Ausnahmekönner stellte trotzdem die Bestzeit auf.

"Im Moment läuft es sehr gut. Zu Beginn war ich nicht so zuversichtlich." Allerdings könnte ihm das Wetter auch Schwierigkeiten bereiten, denn wenn die ersten Fahrer die Kurven schneiden, kann viel Matsch auf die Straßen befördert werden. Das gibt auch Loeb zu Bedenken: "Die nächste Prüfung wird für mich sicher rutschig werden, denn ich starte als Siebter." Loeb war in WP3 um 1,4 Sekunden schneller als Neuville. Die Top 5 lagen innerhalb von drei Sekunden, weshalb die Gesamtwertung ebenfalls noch eng war.

Sordo führte auch nach WP3 die Rallye an, doch sein Citroen-Teamkollege Loeb war ihm bis auf zwei Zehntelsekunden auf die Pelle gerückt. Ogier und Latvala folgten auf den Positionen zwei und drei. Neuville hatte als Vierter nur vier Sekunden Rückstand auf Sordo. Dagegen hatte Hirvonen auf den ersten beiden Prüfungen des Tages schon 13,1 Sekunden verloren. Nach den beiden kurzen Prüfungen standen die WRC-Asse am Ende der Vormittagsschleife vor der größten Herausforderung.

WP4: Ogier verliert viel Zeit

Die Strecke Vosges - Pays d'Ormont führte über 34,34 Kilometer. Einsetzender Regen machte die Straßenverhältnisse der vierten Prüfung schwierig. Die Zeiten zogen sich auf diesem langen Test auseinander, doch ein Fahrer meisterte die schwierigen Straßenverhältnisse perfekt: Loeb stellte die nächste Bestzeit auf. "Mit den harten Reifen war es auf feuchter Strecke sehr knifflig. Ich habe versucht den Reifendruck zu halten. Ich habe ein sehr gutes Gefühl für das Auto, die Balance ist sehr gut", kommentiert der Franzose seine Fahrt zufrieden.

Loeb war in WP4 um 0,9 Sekunden schneller als Neuville und Latvala, die beide exakt die gleiche Zeit fuhren. Latvala übernahm damit in der Gesamtwertung Rang zwei. "Er war zu einem Zeitpunkt fünf Sekunden vor mir. Er ist mit zwei weichen und zwei harten Reifen gefahren, ich mit vier harten Reifen", sagt der Finne über das Duell mit Neuville. "Ich hatte ein gutes Gefühl, aber ich bin schon beim Test bei feuchten Bedingungen gefahren. Deshalb habe ich mehr Vertrauen."

Neuville liegt nach der Vormittagsschleife auf Platz drei der Gesamtwertung. Sein Reifenpoker hat keinen entscheidenden Unterschied ausgemacht. "Es war eine gute Prüfung. Ich wusste, dass ich eine gute Reifenwahl hatte, aber ich hätte am Ende in der trockenen Passage mehr pushen können. Ich bin zufrieden mit meinem Run", so der Ford-Pilot. Die ersten vier Piloten sind nach der Vormittagsschleife um lediglich 6,2 Sekunden voneinander getrennt.

Sordo hat seine Führung verloren und fuhr als Vierter ins Mittagsservice. "Es war sehr schwierig, meine Zeit war auch nicht sehr gut. Die Straße war rutschig und es war schwierig, das Auto auf der Strecke zu halten", merkt der Spanier an. Die meiste Zeit am Vormittag ließ Weltmeister Ogier liegen. Ganze 20,2 Sekunden büßte er alleine in WP4 ein. Dadurch liegt der Volkswagen-Werksfahrer auf Rang fünf, 22,3 Sekunden hinter Loeb. Ogier fehlt das Vertrauen ins Auto. "Ich habe mich auch nicht wohlgefühlt, deshalb wollte ich nicht pushen, weil ich nichts gefühlt habe."

Auf dem sechsten Platz folgt Jewgeni Nowikow (Ford) vor Hirvonen, der ebenfalls enttäuscht ist. Der Finne verlor am Vormittag 48,2 Sekunden auf Loeb. "Es war schwierig. Einmal habe ich mich in dieser Prüfung gedreht. Es gibt überhaupt keinen Grip, denn die Abstimmung ist zu hart", sagt Hirvonen zerknirscht. "Es war bisher ein schlechter Tag." Die Top 10 runden nach vier Prüfungen Andreas Mikkelsen (Volkswagen), Östberg und Martin Prokop (Ford) ab. Robert Kubica (Citroen DS3 RRC) führt die WRC2-Wertung an. Am Nachmittag werden diese drei Prüfungen erneut absolviert.

Gesamtwertung nach 4 von 20 Prüfungen (Top 10):
01. Sebastien Loeb (Citroen) - 36:19,0 Minuten
02. Jari-Matti Latvala (Volkswagen) +3,7 Sekunden
03. Thierry Neuville (Ford) +4,7
04. Dani Sordo (Citroen) +6,2
05. Sebastien Ogier (Volkswagen) +22,3
06. Jewgeni Nowikow (Ford) +46,5
07. Mikkko Hirvonen (Citroen) +48,2
08. Andreas Mikkelsen (Volkswagen) +51,2
09. Mads Östberg (Ford) +56,9
10. Martin Prokop (Ford) +1:25,7 Minuten

Fotoquelle: xpbimages.com

Weitere Rallye Themen

News

Hyundai präsentiert den i20 für die WRC 2017

News

Valentino Rossi gewinnt zum fünften Mal die Monza-Rallye

News

Monza-Rallye: Impressionen aus Italien

News

Kampf um VW-Stars: Wohin mit Ogier, Mikkelsen und Latvala?

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.