Thierry Neuville behauptete am Samstagvormittag seine Führung

Rallye 2013

— 05.10.2013

WP8-10: Neuville führt, Verfolger rücken näher

Thierry Neuville behauptet am Samstagvormittag seine Führung bei der Rallye Frankreich, doch die Verfolger kommen näher - Bestzeiten für Ogier und Loeb

Ford-Pilot Thierry Neuville führt die Rallye Frankreich bei Halbzeit an. Am Samstagvormittag stellte der Belgier allerdings keine Bestzeit auf. Speziell die Franzosen waren bei teilweise nassen Straßenverhältnissen stark unterwegs. Weltmeister Sebastien Ogier (Volkswagen) fuhr in WP8 und WP9 die schnellste Zeit, während Rekordweltmeister Sebastien Loeb (Citroen) in WP10 die 900. Bestzeit seiner Karriere aufstellte.

Das Spitzenfeld rückte demnach zusammen. Neuville führt 13,1 Sekunden vor Jari-Matti Latvala (Volkswagen). Deutschland-Sieger Dani Sordo ist mit seinem Citroen weiterhin Dritter und liegt 14,2 Sekunden hinter Neuville zurück. Die beiden Franzosen folgen als Vierter und Fünfter, beide konnten ihre Rückstände auf Neuville reduzieren. Loeb fehlen 19,8 Sekunden auf den Belgier, während Ogier weiterhin Fünfter ist und 23,4 Sekunden zurückliegt.

Das Wetter hatte im Elsass wie erwartet umgeschlagen. In der Nacht auf Samstag hatte es stark zu regnen begonnen. Die Straßen waren am Samstagvormittag nass, der Himmel grau in grau. Obwohl es am Vormittag im Service-Park in Straßburg regnete, gab es in der ersten Wertungsprüfung keinen Niederschlag. Trotzdem waren die 28,48 Kilometer von Hohlandsbourg nach Firstplan nass und teilweise war die Sicht schlecht. Die französischen Rallye-Fans konnte die Bedingungen aber nicht abhalten, denn die Zuschauerplätze waren sehr gut besucht.

Die Bestzeit in WP8 stellte Ogier auf, der sich nach einem nicht optimalen Freitag an der Spitze zurückmeldete. Der neue Weltmeister war um 1,5 Sekunden schneller als Neuville. "Natürlich muss ich pushen und Risiken eingehen. Es stand viel Nebel. Das Gefühl mit dem Auto war viel besser, es war ein guter Start", sagt Ogier zufrieden. In der Gesamtwertung war er weiterhin Fünfter, 27,2 Sekunden hinter Neuville. Kann er den Belgier einholen? "Wir werden es sehen. Neuville wird sicher schwierig, aber vielleicht können wir um einen Platz auf dem Podium mitkämpfen."

Neuville war am Samstag als Erster auf die Strecke und musste sich in WP8 nur Ogier geschlagen geben. "Man musste die Kurven mehr schneiden als in der Recce. Ich weiß nicht, ob die Zuschauer oder die Organisation die Strohballen verschoben haben. Natürlich habe ich versucht die Kurven zu schneiden und viel Matsch auf die Straße zu befördern", sagt er mit einem Augenzwinkern. Weiterhin Zweiter der Gesamtwertung war Sordo, obwohl er rund fünf Sekunden auf Neuville einbüßte.

"Die Sichtverhältnisse waren sehr schlecht, weshalb ich in einem Abschnitt die ganze Zeit verloren habe." Kann Sordo noch Neuville einholen? "Es wird schwierig, wir sind noch nicht einmal in der Mitte der Rallye. Von hinten kommen auch schnelle Jungs", spricht er Ogier und Loeb an. Loeb fuhr allerdings nur die sechstschnellste Prüfungszeit und war nicht restlos zufrieden. "Es ist nichts passiert, aber in den schnellen Passagen habe ich viel Übersteuern. Bei diesen Bedingungen ist es nicht einfach zu fahren." Kann Loeb Neuville einholen? "Im Moment nicht", antwortet er ehrlich.

Seine solide Vorstellung setzte Latvala fort. Er verlor zwar fünf Sekunden auf Ogier, war aber weiterhin Dritter der Gesamtwertung. "Der Start war okay, Neuville ist sehr gut gefahren", lobt der Finne den Konkurrenten. "Ich habe in den ersten zwei Zwischenzeiten die Zeit verloren. Zu Beginn war ich mir nicht sicher, wie sich die Reifen verhalten würden. Als sie auf Temperatur waren, war es dann okay."

WP9: Dreher von Loeb

Somit führte Neuville nach WP8 15 Sekunden vor Sordo. Dahinter folgten Latvala (+15,3), Loeb (+16,7) und Ogier (+27,2). Die Top 10 komplettierten Jewgeni Nowikow (Ford), Mikko Hirvonen (Citroen), Andreas Mikkelsen (Volkswagen), Mads Östberg und Martin Prokop (beide Ford). Anschließend stand die neunte Wertungsprüfung "Vallee de Munster" über 16,73 Kilometer auf dem Programm. "Es ist eine sehr gefährliche Prüfung. Überall liegt schwarzer Asphalt und es ist wie auf Eis. Auf der Bremse blockieren die Reifen und man rutscht nur. Es ist sehr gefährlich", berichtet Neuville aus dem Auto.

Die Bestzeit in WP9 stellte Ogier auf, der um 1,1 Sekunden schneller als Neuville war. Latvala übernahm mit der drittschnellsten Zeit Platz zwei in der Gesamtwertung von Sordo. "Es war besser als erwartet", freut sich der Volkswagen-Werksfahrer. "Überraschend war es an manchen Stellen sehr gut. Natürlich gab es auch einige rutschige Abschnitte. Thierry fährt sehr gut und hat viel Selbstvertrauen. Generell läuft es für mich auch recht gut."

Sordo war zwar nur um vier Zehntelsekunden langsamer als Latvala, doch das reichte um auf Platz drei zurückzufallen. Der Citroen-Pilot lag allerdings nur eine Zehntelsekunde hinter dem Finnen. Es ging weiterhin eng zu. "Es war okay, aber die letzten Kilometer bergab waren knifflig und rutschig. Vielleicht habe ich dort etwas Zeit verloren. Trotzdem bin ich zufrieden", kommentiert Sordo seine Fahrt. Dagegen verabschiedete sich Loeb aus dem Kampf um die Podestplätze. Der Rekordweltmeister büßte 10,6 Sekunden auf die Bestzeit von Ogier ein.

"Ich habe mich in einer Haarnadel gedreht und musste zweimal reversieren", lautet Loebs Begründung für den Zeitverlust. "Dabei habe ich zehn Sekunden verloren. Andernfalls war es gut, mein Gefühl war besser als in der ersten Prüfung. Ich habe aber einen Fehler gemacht und Zeit verloren." Dadurch wurde Loeb von Ogier überholt und auf Platz fünf verdrängt. "Es war eine weitere gute Prüfung für mich. Ich versuche zu pushen", sagt der neue Weltmeister angriffslustig.

Somit führte Neuville nach WP9 16,6 Sekunden vor Latvala. Sordo folgte eine weitere Zehntelsekunde dahinter als Dritter. Ogiers Aufholjagd brachte ihn an Loeb vorbei auf Rang vier. Sein Rückstand auf Neuville betrug 26,1 Sekunden. Loeb war nun Fünfter, eine Zehntelsekunde hinter seinem Landsmann Ogier. Auf den weiteren Positionen in den Top 10 gab es nur eine weitere Veränderung: Östberg überholte Mikkelsen für Platz acht.

WP10: 900. Prüfungsbestzeit für Loeb

Die Vormittagsschleife wurde mit der 19,93 Kilometer langen "Soultzeren - Pays Welche"-Strecke abgeschlossen, womit auch die Halbzeit der Rallye erreicht wurde. In WP10 setzte wieder stärkerer Regen ein. Beim Ziel der Prüfung schien allerdings die Sonne. Loeb holte sich die Bestzeit und stellte eine weitere Bestmarke in seiner Karriere auf: Es war die 900. Prüfungsbestzeit in seiner Karriere. Dadurch schnappte Loeb Ogier wieder den vierten Platz weg. "Es war viel besser als in der Früh."

"In der ersten Prüfung hatte ich Schwierigkeiten mit der Abstimmung, dann habe ich mich gedreht", so der neunfache Weltmeister. "Jetzt hat alles gepasst. Leider habe ich heute und gestern schon viel Zeit verloren. Zum Glück brauche ich keine Punkte und kann es genießen." Obwohl Ogier wieder auf den fünften Platz zurückfiel, war er zufrieden, denn er hatte in allen drei Vormittagsprüfungen Zeit auf den Führenden Neuville aufgeholt. "Er ist aber immer noch weit vorne. Ich muss es weiter versuchen und bin mit meinem Vormittag zufrieden."

Neuville stellte in WP6 nur die fünftbeste Zeit auf. "Ich bin schnell unterwegs. Jetzt hatte ich einen brenzligen Moment in einer Bremszone und hatte Glück, denn es war an dieser Stelle rutschiger als erwartet. Es ist aber alles gutgegangen", berichtet der Belgier von einem Schreckmoment. Sein Vorsprung in der Gesamtwertung auf Latvala schrumpfte auf 13,1 Sekunden. Sordo ist weiterhin Dritter und hat 14,6 Sekunden Rückstand.

Die Verfolger haben den Sieg noch lange nicht aufgegeben, denn die Rallye befindet sich nach WP10 gerade erst bei Halbzeit. "Es ist ein großer Kampf", so Latvala. "Die Prüfung war für mich sehr gut, aber am Ende sind mir einige kleine Fehler unterlaufen, wodurch ich Untersteuern hatte. Es ist ein interessanter Kampf." Auch Sordo rechnet sich Chancen aus. "Es war okay, ich bin zufrieden. Jetzt müssen wir sehen, was am Nachmittag passiert."

Die beiden französischen Weltmeister sind bei Rallye-Halbzeit Vierter und Fünfter. Loeb liegt 19,8 Sekunden hinter Neuville und Ogier deren 23,4. Auf den weiteren Positionen in den Top 10 gab es keine Veränderungen. In der WRC2-Wertung setzte Robert Kubica (Citroen DS3 RRC) seine Dominanz fort und führt überlegen. Am Nachmittag werden diese drei Prüfungen erneut absolviert, bevor die Etappe mit einer Superspecial in Mulhouse abgeschlossen wird. Nach der Vormittagsschleife gab es ein 15-minütiges Remote-Service in Colmar, das sich rund 75 Kilometer südlich vom Rallye-Hauptquartier in Straßburg befindet.

Gesamtwertung nach 10 von 20 Prüfungen (Top 10):
01. Thierry Neuville (Ford) - 1:41:57,8 Stunden
02. Jari-Matti Latvala (Volkswagen) +13,1 Sekunden
03. Dani Sordo (Citroen) +14,2
04. Sebastien Loeb (Citroen) +19,8
05. Sebastien Ogier (Volkswagen) +23,4
06. Jewgeni Nowikow (Ford) +1:52,0 Minuten
07. Mikko Hirvonen (Citroen) +2:19,9
08. Mads Östberg (Ford) +2:28,6
09. Andreas Mikkelsen (Volkswagen) +2:34,2
10. Martin Prokop (Ford) +4:20,1

Fotoquelle: M-Sport

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