Sebastien Ogier und Julien Ingrassia sind Rallye-Weltmeister 2013

Rallye 2013

— 06.10.2013

WM-Titel und Sieg für Ogier - Riesenschritt für Volkswagen

Jubelstimmung bei Volkswagen: Sebastien Ogier gewinnt seine Heimrallye und die Weltmeisterschaft - Herstellertitel zum Greifen nahe

Die Weltmeister-Krönung beim Heimspiel, ein grandioser Rallye-Thriller und ein großer Schritt für Volkswagen: Die Rallye Frankreich geht als eine der größten in die Geschichte des Rallye-Sports ein. Die Chronologie der Ereignisse: Am Donnerstag feierte das Volkswagen Duo Sebastien Ogier/Julien Ingrassia im Polo R WRC den Gewinn des Fahrer- und Beifahrertitels in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). Bis zum Samstag spitzte sich das Rennen um den Sieg bei der Rallye-Frankreich auf den spannendsten Showdown in der Rallye-WM-Geschichte zu.

Und am Sonntag vergrößerte Volkswagen mit dem siebten Laufsieg von Ogier/Ingrassia sowie Platz drei für Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila den Vorsprung in der Herstellerwertung auf 80 Zähler. Bei den beiden abschließenden Rallyes in Spanien und Großbritannien sind in dieser wichtigen WM-Wertung noch maximal 86 Punkte zu vergeben. Andreas Mikkelsen/Paul Nagle beendeten im dritten Polo R WRC die Rallye Frankreich auf der siebten Position.

Bereits nach der ersten Wertungsprüfung der Rallye Frankreich standen Ogier/Ingrassia als neue Weltmeister in der Fahrer- und Beifahrerwertung fest. Nach dem Resultat der sogenannten Power-Stage, in der Zusatzzähler für die ersten Drei vergeben werden, waren Ogier/Ingrassia von ihren letzten verbliebenen Meisterschaftsgegnern, Thierry Neuville/Nicolas Gilsoul nicht mehr von der Spitze des Gesamtklassements zu verdrängen.

Ein Seb geht - ein anderer kommt

Ogier/Ingrassia lösten bei Ihrer Heimrallye damit die Rekordweltmeister Sebastien Loeb/Daniel Elena ab und feierten erstmals in ihrer Karriere den Titel. Ebenfalls eine Premiere: Noch nie in der Geschichte der Rallye-WM gelang es einem Fahrer/Fahrer-Duo beim Debüt eines Herstellers in der WRC, auf Anhieb die Weltmeisterschaft zu gewinnen.

Nach der Krönung der Freibrief zur Attacke: Ogier bekam von Volkswagen nach dem Gewinn der Fahrer-WM die Freigabe, mit vollem Risiko den Sieg bei seiner Heimrallye angehen zu dürfen. Am Tag eins als Weltmeister gingen Ogier/Ingrassia die Rallye Frankreich zunächst vorsichtig an und beendeten die ersten 120,63 Kilometer als Fünfte des Gesamtklassements. Der Rallye-Samstag stand dann allerdings im Zeichen der Weltmeister.

Fünf von sieben Wertungsprüfungen gingen am Samstag an Ogier/Ingrassia. Damit arbeiteten sich die Volkswagen Piloten auf 1,5 Sekunden an ihre in Führung liegenden Teamkollegen, Latvala/Anttila heran. Vor dem Finaltag rangierten vier Duos - je zwei von Volkswagen und Citroen - innerhalb von fünf Sekunden. Eine ideale Ausgangslage für die beiden Volkswagen Duos im Hinblick auf die Hersteller-WM. Der Riesenschritt in Richtung Hersteller-Titel folgte am Sonntag: Rang eins und drei - Volkswagen sammelte in Frankreich 40 Zähler für die Marken-WM und hat nun schon beim kommenden Saisonlauf in Spanien die Chance, frühzeitig und aus eigener Kraft den Titel zu holen.

Latvala sammelt wichtige Punkte

Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila starteten mit der Aufgabe in die elfte WM-Rallye der Saison, möglichst sicher möglichst viele Punkte für die Hersteller-Wertung herauszufahren. Das finnische Duo erledigte diese Gradwanderung kalkulierten Risikos von Beginn an perfekt: Sie gingen als Führende in den letzten und angesichts starken Regens über Nacht besonders schwierigen Rallye-Tag am Sonntag. Ohne zu großes Risiko einzugehen, beendeten sie die Rallye auf Position drei des Gesamtklassements. Insgesamt schlugen zwölf Prüfungszeiten unter den Top 3 für Latvala/Anttila zu Buche.

Mit dem Sieg von Ogier bei der Rallye Frankreich endete eine lange Siegesserie von Citroen auf Asphalt. Vor 2.961 Tagen begann mit dem Triumph von Loeb/Elena die Asphalt-Ära von Citroen bei der Rallye Deutschland im Jahr 2005. Zuvor war Markko Märtin (Ford) der letzte Nicht-Citroen-Fahrer, der bei der Rallye Spanien 2004 einen reinen Asphalt-Lauf in der Rallye-WM gewann. Für Volkswagen schlagen in der Saison 2013 insgesamt acht Laufsiege bei elf Saisonrallyes zu Buche, sieben davon für Ogier/Ingrassia, einer für Latvala/Anttila.

Ihre Premiere mit dem Polo R WRC auf Asphalt beendeten Mikkelsen/Nagle auf Position sieben. Bei der Rallye Frankreich durchlief das Duo einen Reife- und Lernprozess. Nach starkem Beginn verhinderte am Freitag ein einsetzender Regenschauer eine bessere Platzierung. Am Samstag haderten Mikkelsen/Nagle mit der Abstimmung ihres 315 PS starken World Rally Cars. Am Sonntag, bei besonders schwierigen Bedingungen, verbesserten sich Mikkelsen/Nagle auf Gesamtrang sieben. Insgesamt gelangen ihnen vier Prüfungszeiten unter den Top 5.

Ogier krönt WM-Titel mit dem Heimsieg

"Das ist definitiv das großartigste Rallye-Wochenende meiner Karriere, erst der WM-Titel und nun der Sieg in meiner Heimatrallye - einfach fantastisch!", jubelt Ogier. "Was für ein extrem schwieriger Schlusstag. Es war heute Morgen so unglaublich rutschig, aber meine Gravel-Crew hat einen fantastischen Job gemacht. Natürlich tut es mir für Sebastien Loeb leid, aber er ist voll auf Sieg gefahren und dann kann es bei solch schwierigen Bedingungen halt passieren. Es hätte heute einfach jeden erwischen können. Für uns ist das heute der Höhepunkt der Saison und ich bin einfach überglücklich. Ich möchten meinen Jungs danken, wir haben zusammen die gesamte Saison über einen tollen Job gemacht. Ich bin richtig stolz darauf."

"Glückwunsch an Sebastien und Julien. Sie waren an diesem Wochenende die Besten, sie haben den Sieg verdient und ebenso den WM-Titel. Sie haben in dieser Saison bewiesen, dass sie bei allen Bedingungen und auf allen Fahrbahnbelägen herausragend sind", gratuliert Latvala seinen Teamkollegen. "Ich bin für mich sehr glücklich über Platz drei. Wir haben eine fehlerfreie Leistung gezeigt und waren kontinuierlich schnell. Das gibt mir sehr viel Selbstvertrauen für die nächsten Rallyes."

"Unser Ziel, wichtige Punkte für die Hersteller-Wertung zu holen, haben wir damit voll erfüllt. Der Titel ist für das Team nun zum Greifen nah. Die Durststrecke über die drei zurückliegenden Rallyes war schwierig und ich bin froh, sie nun überwunden zu haben. Schade für Sebastien Loeb, dass er bei seiner letzten Rallye so unglücklich ausgeschieden ist. Doch das schmälert in keiner Weise seine großartige Leistung in den letzten Jahren", so der Finne.

Asphalt-Premiere im Polo R WRC für Mikkelsen

"Die Rallye Frankreich war meine erste Asphalt-Rallye mit dem Polo R WRC. Wir konnten sicher nicht davon ausgehen, dass wir gleich ganz vorn mitfahren. Aber ein bisschen mehr hatte ich schon erwartet", gibt Mikkelsen zu. "Wir wissen jetzt aber, woran wir arbeiten müssen, um in Zukunft gestärkt zurückzukommen. Vor allem bei der Abstimmung des Autos habe ich einige Dinge gelernt. Wir mussten gerade am Samstag die Geduld bewahren, um das Beste aus unserem Material herauszuholen. Es ging am Ende für uns darum, möglichst viel Erfahrung unter diesen schwierigen Bedingungen zu sammeln. Am Sonntag lief es bereits viel besser für uns, als die Streckenverhältnisse besonders schwer einzuschätzen waren."
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"Die Rallye Frankreich war ein großer Erfolg. Zum einen für den Rallye-Sport, zum anderen für Volkswagen", sagt Volkswagen-Motorsport-Direktor Jost Capito. "Mehr Spannung als an den vergangenen vier Tagen geht nicht. Vor dem Finaltag hatten noch vier Fahrer gleichwertige Chancen auf den Sieg. Am Ende haben sich die neuen Weltmeister verdient durchgesetzt - Sebastien Ogier und Julien Ingrassia."

"Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila haben für die Herstellerwertung wertvolle Punkte beigetragen. Nun hat Volkswagen in Spanien alle Chancen, auch hier den Titel zu holen. Mehr kann man sich als Volkswagen-Motorsport-Direktor nicht wünschen. Wir haben an diesem Wochenende den Fahrer- und Beifahrertitel geholt, die Rallye gewonnen und einen Riesenschritt gemacht. Heute Abend wird gefeiert."

Fotoquelle: Volkswagen

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