Yves Matton muss einen neuen Topfahrer finden, der Rallyes gewinnen kann

Rallye 2013

— 09.10.2013

Citroen: Die Suche nach dem neuen Loeb

Teamchef Yves Matton muss für die Zukunft einen Topfahrer finden - Im nächsten Jahr will Citroen auf junge Fahrer setzen und die WM nicht als oberstes Ziel ausgeben

Rund ein Jahrzehnt lang haben Sebastien Loeb und Citroen die Rallye-Weltmeisterschaft dominiert. Das Jahr eins nach dem Rekordweltmeister hat gezeigt, dass Citroen Probleme hat. Loeb gewann in diesem Jahr in Monte Carlo und Argentinien, wurde Zweiter in Schweden und schied in Frankreich aus, als er am letzten Tag im Spitzenfeld kämpfte. Abgesehen davon war Citroen kaum in Schlagdistanz zur Spitze. Asphalt-Spezialist Dani Sordo gewann in Deutschland nach Unfällen beider Volkswagen-Piloten. Zudem setzte sich der Spanier auch bei der Rallye Frankreich in Szene und wurde Zweiter.

Mikko Hirvonen erlebte dagegen eine Saison zum Vergessen. Der Finne kletterte viermal auf das Podest, hatte aber sonst viele Schwierigkeiten. Citroen muss sich in Zukunft etwas überlegen, wenn man gegen die starke Kombination Sebastien Ogier und Volkswagen antreten will. Citroen wird auch im kommenden Jahr in der Rallye-WM fahren, doch das Hauptengagement der Marke wird auf der Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC liegen. Der WM-Titel in der WRC ist deshalb nicht das vorrangige Ziel.

Citroen will einen anderen Weg einschlagen. "Ja, unser Fokus liegt im nächsten Jahr darauf, neue Talente zu bringen und Rallyes zu gewinnen", so Teamchef Yves Matton bei 'WRC Live'. "Wir haben in diesem Jahr gesehen wie wichtig Siege sind, denn der Punkteunterschied zwischen Platz eins und Platz zwei ist sehr groß. Wenn wir das erreichen, dann sind wir vielleicht in einer guten Position in der Weltmeisterschaft."

Citroen engagiert sich seit vielen Jahren um die Nachwuchsförderung. In dieser Saison gibt es innerhalb der WRC3 das Top-Driver-Programm. Der Gewinner erhält für die kommende Saison einen neuen DS3 R5 finanziert. Dass solche Förderprogramme erfolgreich sind, beweisen Ogier und Thierry Neuville, die derzeit allerdings für die Konkurrenz fahren. Abgesehen von den beiden Volkswagen-Werksfahrern sind für das kommende Jahr praktisch noch keine Autos besetzt.

Neuville ist der heißeste Kandidat auf dem Transfermarkt. Auch Matton hat Interesse den Belgier zurückzuholen. "Sagen wir so, er steht nicht an erster Position meiner Liste, aber er ist sicherlich in einer guten Position. Wir sprechen im Moment mit vielen Leuten und alle haben Interesse für uns zu fahren. Das Hauptproblem im Moment ist, dass wir im nächsten Jahr mehrere Hersteller haben und es zu wenige Fahrer gibt, die um den Sieg kämpfen können."

"Das ist der Grund, warum es viel länger als erwartet dauert, bis der Fahrerkader feststeht." Im kommenden Jahr stößt Hyundai in die WRC. Derzeit kann man Siegfahrer an einer Hand abzählen, weshalb um die Fahrer gebuhlt wird. Die Rallye-WM hat sich in eine Situation gebracht, in der es mehr gute Autos als Topfahrer gibt. "Der Hauptgrund ist, dass es sehr teuer ist und lange dauert, um einem Fahrer die Erfahrung zu ermöglichen", streicht Matton die Ursache heraus.

Neue Talente werden gesucht & gefördert

"Citroen hat in der Vergangenheit diese Aufgabe erledigt. Fast zehn Fahrer sind von einer Promotion-Meisterschaft von Citroen gekommen und sitzen jetzt in einem WRC-Boliden. Wir brauchen aber mehr Hersteller, die sich um den Aufbau neuer Talente kümmern. Man muss den Fahrern auch ermöglichen zu wachsen, wie wir es in diesem Jahr mit dem Top-Driver-Programm machen. Das ist das Hauptproblem - die Zeit und die Kosten."

Im Vorjahr hat man Neuville als möglichen Loeb-Nachfolger aufgebaut, nur um ihn dann zu Konkurrent M-Sport ziehen zu lassen. In der WM ist Neuville derzeit klar besser als alle anderen Citroen-Fahrer. "Wir haben im Vorjahr viel ihn in investiert, aber wir waren in diesem Jahr nicht in der Position ein Juniorteam zu haben. Thierry wollte eine volle Saison bestreiten und das konnten wir ihm nicht anbieten. Er hat es aber sehr gut verstanden und wir pflegen eine gute Beziehung. Wir müssen stolz sein, dass wir ihn gefunden haben und ihn bei den ersten Schritten in der WM unterstützt haben."

Die wirtschaftliche Existenz des Teams stand im vergangenen Winter im Vordergrund. So entstand die Zusammenarbeit mit Abu Dhabi. Erstmals schickt Citroen auch ein Werksteam in die Middle-East-Meisterschaft und unterstützt den Rallye-Nachwuchs im arabischen Raum. Für Neuville war in dieser Konstellation kein Platz. Deshalb ging der aufstrebende Star zu M-Sport. Auf Mattons Kandidatenliste stehen unter anderem auch Kris Meeke und Robert Kubica.

In Zukunft will Citroen den nächsten Loeb finden. Trotz WTCC wird das Engagement für den Rallye-Nachwuchs nicht heruntergefahren. "Wir sind in rund zehn nationalen Meisterschaften engagiert. Dadurch erhalten wir einen ersten Eindruck von Nachwuchstalenten. Dieses Engagement ermöglicht uns auch den Blick auf andere Fahrer, die in diesen Meisterschaften fahren. Das ist der erste Schritt, um ein Fahrer in der WRC zu werden. Dann muss man Lösungen finden, damit diese Fahrer sich entwickeln können."

Fotoquelle: xpbimages.com

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