Zum achten Mal hießen die Sieger Julien Ingrassia (li.) und Sebastien Ogier (re.)

Rallye 2013

— 28.10.2013

Ogier: "War zuversichtlich, dass ich es schaffen kann"

Trotz Reifenschaden gewinnt Sebastien Ogier in Spanien - Der Volkswagen-Werksfahrer musste bei der Aufholjagd mutig sein und Risiken eingehen

Sebastien Ogier ist nicht zu stoppen: Obwohl der neue Weltmeister bei der Rallye Spanien am Samstag durch einen Reifenschaden fast eine Minute verlor, holte er die Zeit auf und feierte seinen achten Saisonsieg. Gleichzeitig bescherte der Franzose damit Volkswagen den Gewinn der Markenweltmeisterschaft. Die Rallye Spanien wurde ein voller Triumph für die Wolfsburger, denn Jari-Matti Latvala wurde Zweiter und auch Youngster Andreas Mikkelsen stellte Prüfungsbestzeiten auf. An der Spitze stand einmal mehr Ogier, der nichts zu verlieren hatte und seine Klasse auf Asphalt und Schotter untermauerte

Frage: "Sebastien, was für ein unglaubliches Resultat! Wie fühlst du dich?"
Sebastien Ogier: "Sehr gut. Ich kam hier seit 2008 nie zur Pressekonferenz, und damals war es nur die Pressekonferenz vor dem Lauf der JWRC. Ich hatte hier seither nie ein gutes Ergebnis. In der Juniorkategorie schied ich durch Unfall aus. Dann hatte ich zwei Jahre hintereinander einen Motorschaden. Nun bin ich hier mit dem bestmöglichen Resultat. Es war kein einfaches Wochenende."

"Unsere Strategie war es, vom Start weg zu pushen und einen Vorsprung herauszufahren. Freitagabend hatte ich einen guten Start, aber ich war nicht komplett auf Tempo und hatte Mühe mit dem Reifenverschleiß. Irgendetwas war falsch. Ich musste an der Abstimmung für Asphalt arbeiten. Am Samstag ging ich dann Risiken ein und griff an, aber dann hatte ich einen Reifenschaden."

"Schließlich war es dann eine gute Strategie. Ich war als Vierter auf der Straße, aber es war nicht einfach. Es hing Staub in der Luft, aber ich glaube, dass ich der einzige Fahrer war, der Zeit auf Jari-Matti gutgemacht hat. Wir mussten Risiken eingehen, aber es war sehr akkurat und ich bin sehr glücklich. Das ist aber nicht das Wichtigste - Es ist der WM-Titel für Volkswagen."

Frage: "Du hattest Sonntagmorgen 45 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Hast du dir gedacht, dass du es schaffen kannst?"
Ogier: "Ich wusste, dass es eine Chance gab, aber es war schwierig abzuschätzen wie viel Zeit ich zu Beginn aufholen würde. Ich wusste, dass es Probleme mit dem Staub geben wird. So geschah es schließlich auch. Als die Sicht klar war, habe ich Zeit aufgeholt. Das Sauberfahren der Straßen hat mir einen Vorteil verschafft. Der Staub war aber schrecklich."

"Beim Mittagsservice glaubte ich immer mehr an meine Chance, da ich in der zweiten Schleife nur noch 15 Sekunden aufholen musste. Ich war zuversichtlich, dass ich es schaffen könnte. Für Jari-Matti war es aber auch schwierig, dass er am Nachmittag als Erster auf die Strecken gehen musste, denn er musste in seiner Position die Straßen säubern."

Frage: "Es war viel Mut verlangt. Du hast im Staub das Tempo hoch gehalten. Fühlst du dich mutig?"
Ogier: "Ich habe es unter diesen Bedingungen nicht genossen. Ich war motiviert und wollte um den Sieg kämpfen. Ich wollte meine Chance nicht verlieren und der Preis dafür war hohes Risiko. Ich hatte nur einen weiteren Reifenschaden, aber diesmal hatten wir Glück. Ich musste nur vier Kilometer mit einem platten Reifen fahren. Man braucht für einen Sieg auch etwas Glück. Diesmal war uns etwas Glück hold."

Fotoquelle: xpbimages.com

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