Robert Kubica eröffnete die WRC-Saison mit zwei WP-Bestzeiten

Rallye 2014

— 16.01.2014

Kubica dominiert den Auftakt der Rallye Monte Carlo

Perfekter Einstand für Robert Kubica in Monte Carlo: Der Ex-Formel-1-Pilot gewinnt die ersten beiden Wertungsprüfungen und führt die Rallye klar an

WRC-Neuling Robert Kubica (Ford) hat zum Auftakt der Rallye Monte Carlo, dem ersten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft 2014 die gesamte Konkurrenz düpiert. Bei schwierigen Besdingungen mit Schnee und Regen fuhr der Ex-Formel-1-Pilot bei den ersten beiden Wertungsprüfungen (WP) klar die Bestzeit und katapultierte sich damit an die Spitze des Klassements. Nach zwei von 15 WP hat Kubica bereits einen Vorsprung von 36,8 Sekunden auf Weltmeister Sebastien Ogier (Volkswagen). Dritter ist derzeit Kris Meeke (Citroen, + 39,3 Sekunden).

Für Neueinsteiger Hyundai begann der erste WRC-Einsatz hingegen gleich mit einem Drama. Thierry Neuville kam bereit zu Beginn der ersten WP mit seinem i20 WRC von der Strecke ab, nachdem er bei der ersten Zwischenzeit 4,5 Sekunden schneller als Ogier gewesen war. Neuville und Beifahrer Nicolas Gilsoul sind unverletzt.

"Ich habe die Vorderachse verloren und ging zu schnell in eine Rechtskurve. Wir drehten uns und sind mit dem Heck eingeschlagen", berichtet Neuville. Da bei der Rallye Monte Carlo die Rallye2-Regel nicht angewendet wird, ist der erste WM-Lauf für den Belgier bereits nach wenigen Kilometern beendet.

Neuville war jedoch zum Auftakt nicht der einzige Ausfall. Routinier Francois Delecour musste seinen Ford auf der ersten WP ebenfalls abstellen. Markenkollege Martin Prokop konnte nicht zur WP2 antreten. Am Fiesta RS WRC des Tschechen war mutmaßlich die Lichtmaschine ausgefallen.

WP 1: Orpierre - St Andre De Rosans 1 (25,49 km)

Zum Auftakt der ersten WM-Rallye erwarteten die Fahrer Bedingungen, wie sie schwieriger kaum sein konnten. Die erste WP "Orpierre - St Andre De Rosans" startete um 7:28 Uhr noch bei Dunkelheit, zudem machte einsetzender Schneefall die Straßen sehr rutschig. Zunächst markierte Ogier, der heute als Erster auf die Strecke geht die Bestzeit. Doch im Ziel wurde klar, dass es auch für den Weltmeister keine einfache WP war.

Ogier sprang aus dem Auto und inspizierte seinen Polo R WRC, der hinten links leicht beschädigt wirkte. "Verrückte Bedingungen, am Anfang mit Slicks auf vollem Schnee", berichtet Ogier. "In der ersten Kurve habe ich eine Mauer getroffen." Der Polo des Franzosen war allerdings weiter einsatzfähig. Lange Zeit sah es so aus, als würde Ogier die Saison 2014 mit einer WP-Bestzeit eröffnen, denn keiner der nachfolgenden Fahrer kam an seine Zeit heran. Bis Kubica kam.

Der Pole war schon bei der zweiten Zwischenzeit 20,5 Sekunden schneller als Ogier. Im Ziel unterbot der Ex-Formel-1-Pilot die Zeit des Volkswagen-Piloten um 19,1 Sekunden. "Es war sehr schwierig, mit Slicks auf Schnee. Es war die schwierigste Prüfung meines Lebens", sagt Kubica. "Die Jänner-Rallye war dagegen einfach." Beim Saisonauftakt der Rallye-Europameisterschaft hatte sich Kubica auf die Rallye Monte Carlo vorbereitet.

Neben Kubica konnte auch Bryan Bouffier (Ford) der etablierten Konkurrenz bei der ersten WP ein Schnippchen schlagen. Der Franzose fuhr mit einem Rückstand von 14,3 Sekunden auf Rang zwei. "Ich habe in den ersten beiden Kurven Mauern getroffen. Ich muss mich bei M-Sport für so ein stabiles Auto bedanken", so Bouffier. Noch beeindruckender war die Zeit von Sebastien Chardonnet (Citroen), der mit seinem DS3 aus der WRC3-Klasse nur 0,8 Sekunden langsamer als Ogier und damit Viertschnellster war.

Mads Östberg (Citroen) fuhr bis zur dritten Zwischenzeit auf dem Zeitenniveau von Ogier, verlor dann aber nach einem Fahrfehler entscheidende Sekunden und fuhr mit einem Rückstand von 23,7 Sekunden auf Kubicas Bestzeit auf Rang fünf. Auch der Schwede wurde vom Wetter überrascht: "Der Schnee kam völlig unerwartet. Ich bin von der Straße abgekommen und hatte großes Glück. Ich habe viel Zeit verloren."

Weniger gut lief die erste WP für Jari-Matti Latvala (Volkswagen). Der Finne kam mit den Bedingungen nicht gut zurecht und verlor über eine Minute auf seinen Teamkollegen Ogier "Ich habe gesehen, dass Neuville von der Strecke abgekommen ist. Danach bin ich wirklich langsam gefahren, denn ich bin das Auto noch nicht unter diesen Bedingungen gefahren. Ich musste ins Ziel kommen, im Vorjahr bin ich bei diesen Bedingungen verunfallt."

WP2: Rosans - Ste Marie - La Charce 1 (17,98 km)

Bei der zweiten WP des Tages beruhigte sich das Geschehen. Der Schneefall hörte auf, dennoch waren die Straßen weiterhin sehr rutschig. "Es gibt einige vereiste Stellen und ist sehr nass", berichtete Latvala. Davon ließ sich Kubica allerdings nicht beeindrucken. Der Pole setzte seine starke Vorstellung fort und sicherte sich seine zweite WP-Bestzeit. "Es war ein schwieriger Start, sehr schwierige Bedingungen", sagt der Pole. "Egal ob es Schnee, Eis oder Regen gibt - es gibt kaum Grip."

Latvala kam auf der zweiten WP deutlich besser zurecht und fuhr die zweitschnellste Zeit. Der Finne war 4,6 Sekunden langsamer als Kubica und meinte im Ziel: "Das war eine gute Prüfung." Auf den Rängen drei und vier folgten Meeke (+ 13,0 Sekunden) und Dani Sordo (+ 16,7) im einzig verbliebenen Hyundai. Nach dem Ausfall von Neuville wird es für den Spanier darauf ankommen, kein Risiko einzugehen und die Rallye zu beenden.

Ogier ging bei auf WP 2 ebenfalls kein Risiko ein und begnügte sich mit der fünftschnellsten Zeit. Auf Kubica verlor der Volkswagen-Pilot 17,7 Sekunden. "Es ist sehr, sehr schwierig. Ich gehe es langsam an und war hier recht vorsichtig." Ford-Pilot Mikko Hirvonen kam nach einem Fahrfehler mit 46,4 Sekunden Rückstand auf Kubica ins Ziel der WP. "Ich bin von der Strecke abgekommen, der Motor ging aus und ich musste zurücksetzen. Ich habe vielleicht zehn Sekunden verloren."

Gesamtwertung der Rallye Monte Carlo nach WP 2 (Top 10):

01. Robert Kubica (Ford) - 12:19,1 Minuten
02. Sebastien Ogier (Volkswagen) + 36,8 Sekunden
03. Kris Meeke (Citroen) + 39,3
04. Bryan Bouffier (Ford) + 41,8
05. Mads Östberg (Citroen) + 42,6
06. Dani Sordo (Hyundai) + 1:15,3 Minuten
07. Jari-Matti Latvala (Volkswagen) + 1:18,4
08. Sebastien Chardonnet (Citroen) + 1:25,7 (WRC3)
09. Elfyn Evans (Ford) + 1:28,0
10. Mikko Hirvonen (Ford) + 1:40,1

Fotoquelle: xpbimages.com

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