Jari-Matti Latvala zeigte am Nachmittag eine deutliche Leistungssteigerung

Rallye 2014

— 16.01.2014

WP 4-5: Volkswagen trumpft auf - Totalausfall für Hyundai

Trotz zweier Volkswagen-Bestzeiten behauptet Bryan Bouffier die Führung bei der Rallye Monte Carlo - Totalausfall für Hyundai nach Elektrikdefekt bei Sordo

Das Imperium schlägt zurück: Das Weltmeisterteam von Volkswagen zu Beginn des ersten Nachmittags bei der Rallye Monte Carlo die Machtverhältnisse in der Rallye-Weltmeisterschaft wieder gerade gerückt. Weltmeister Sebastien Ogier und Jari-Matti Latvala gewannen je eine Wertungsprüfungen (WP), nachdem am Vormittag noch alle drei Bestzeiten an Ford-Piloten gegangen waren. An der Spitze der Gesamtwertung liegt aber weiterhin Bryan Bouffier vor Robert Kubica (beide Ford) und Citroen-Pilot Kris Meeke.

Mit den Plätzen fünf und drei bei den WP 4 und 5 verteidigte der Überraschungsmann seine Führung. Kubica, der mit starken Zeiten am Nachmittag bestätigte, dass seine beiden WP-Bestzeiten am Vormittag keine Zufallsprodukte waren, hat nach fünf von 15 WP einen Rückstand von 38,1 Sekunden auf Bouffier. Dem Polen sitzt allerdings Meeke im Nacken, dem Nordiren fehlen nur 2,8 Sekunden auf Kubica. Ogier auf Rang vier hat einen Rückstand von mehr als einer Minute auf Bouffier.

Hängende Mienen im Lager von Hyundai. Das WRC-Debüt des Werksteams aus dem fränkischen Alzenau ist schon frühzeitig beendet. Nachdem Thierry Neuville schon auf der ersten WP nach einem Unfall ausgeschieden war, musste Teamkollege Dani Sordo seinen i20 WRC nach WP 4 abstellen, da sich das Fahrzeug nicht mehr starten ließ. Da bei der Rallye Monte Carlo die Rallye2-Regel nicht gilt und somit ein Neustart am nächsten Tag nicht möglich ist, kann Hyundai einpacke und die Heimreise antreten.

WP4: Orpierre - St Andre De Rosans 2 (25,49 km)

Bei der zweiten Durchfahrt der WP Orpierre - St Andre De Rosans hatte sich der Schneefall des Morgens in Regen verwandelt. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt waren die Straßen aber weiterhin sehr rutschig. Nach den Erfahrungen des Vormittags setzten die meisten Fahrer am Nachmittag auf Winterreifen. Lediglich Ogier setzte auf eine Mischung von Winterreifen und Slicks. "Wir müssen abwarten, vielleicht war das nicht die beste Wahl. Bei der nächsten Prüfung sollte es besser aussehen." Auf die Bestzeit fehlten dem Volkswagen-Piloten 21,8 Sekunden, und die setzte sein Teamkollege Latvala.

Der Finne wirkte nach einer mehr als durchwachsenen Vorstellung am Vormittag zu Beginn der Nachmittagsschleife wie ausgewechselt und sorgte für die erste WP-Bestzeit eines Volkswagen-Piloten in der Saison 2014. In der Mittagspause hatte Latvala das Setup seine Polo R WRC verändern lassen und damit offensichtlich einen Volltreffer gelandet. "Das Gefühl ist besser. Wir haben die Abstimmung verändert. Die Reifen haben hervorragend funktioniert. Es was sehr nass und schlammig", sagte der Finne.

Mit einer Zeit von 15:52,5 Minuten blieb Latvala als einziger Fahrer unter der Schallmauer von 16 Minuten. Im Vergleich zur Prüfung am frühen Morgen waren die Piloten auf den 25,49 Kilometern fast drei Minuten schneller. Mit einem Rückstand von 10,8 Sekunden war Sordo zweitschnellster auf WP 4: "Die Prüfung war sehr nass, aber mit den Winterreifen hat es gut funktioniert", so der Spanier, der darauf ausfiel.

Kubica bestätigte als Dritter (+ 12,4 Sekunden) seine Leistung des Vormittags. "Ich denke es war ein guter Durchgang. Bei diesen Bedingungen muss man vorsichtig sein und überleben", so der Pole. Hinter Mads Östberg (Citroen, + 15,6) verteidigte Bouffier mit der fünftschnellsten Zeit (+18,6) auf WP 4 seine Gesamtführung. "Es ist schwierig für mich, Vertrauen zu finden, denn ich bin bisher nur wenig mit diesem Auto gefahren. Aber es ist okay."

WP5: Rosans - St. Marie - La Charce 2 (17,98 km)

Auch bei WP 5 erwartete die Fahrer nasse Straßen, die zudem nach der ersten Durchfahrt am Vormittag stark verschmutzt waren. Am besten kam damit Ogier zurück, der mit 11:54,1 Minuten die Bestzeit fuhr. Trotzdem haderte der Weltmeister weiterhin mit seiner Reifenwahl. "Es ist ein schwieriger Tag für uns. Die Bedingungen waren anders als heute morgen. Ich bin nicht so glücklich über meine Reifenwahl."

Latvala sorgte mit der zweitschnellsten Zeit (+ 6,5 Sekunden) für einen Volkswagen-Doppelsieg und gute Laune bei sich selbst. "Sehr, sehr schmutzige Prüfung mit rutschigen Stellen. Alles in allem ein guter Run", freute sich der Finne über seine Leistungssteigerung am Nachmittag.

Hinter Bouffier und Kubica tauchte Mikko Hirvonen (Ford) als fünftschnellster Fahrer (+ 21,8) erstmals an diesem Tag im Dunstkreis der Spitze auf. Das kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass der Finne bisher eine enttäuschende Vorstellung abliefert. "Ich habe bei diesen Bedingungen nicht genug Vertrauen. Das ist nicht das, was ich will", gibt sich Hirvonen zerknirscht. In der Gesamtwertung beträgt sein Rückstand auf die Spitze schon fast drei Minuten.

Gesamtwertung der Rallye Monte Carlo nach WP 5 (Top 10):

01. Bryan Bouffier (Ford) - 1:14:04,9 Stunden
02. Robert Kubica (Ford) + 38,1 Sekunden
03. Kris Meeke (Citroen) + 40,9
04. Sebastien Ogier (Volkswagen) + 1:07,1 Minuten
05. Mads Östberg (Citroen) + 1:23,5
06. Elfyn Evans (Ford) + 1:24,7
07. Jari-Matti Latvala (Volkswagen) + 2:36,6
08. Mikko Hirvonen (Ford) + 2:48,2
09. Olivier Burry (Ford Fiesta RRC) + 3:50,7
10. Andreas Mikkelsen (Volkswagen) + 3:57,9

Fotoquelle: Volkswagen

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