Bryan Bouffier liegt bei der Rallye Monte Carlo weiter klar in Führung

Rallye 2014

— 17.01.2014

WP 7-8: Bouffier und Ogier bestimmen das Tempo

Weltmeister Sebastien Ogier und der Gesamtführende Bryan Bouffier sichern sich am Freitagmorgen bei der Rallye Monte Carlo die Bestzeiten

Ford-Pilot Bryan Bouffier führt die Rallye Monte Carlo nach der ersten beiden Wertungsprüfungen (WP) des Freitag weiterhin souverän an. Mit der zweitschnellsten Zeit bei WP 7 und der Bestzeit bei WP 8 unterstrich der Franzose, dass seine Führung nach dem ersten Tag kein Zufallsprodukt war und mausert sich zum ernsthaften Sieganwärter. Neben Bouffier war Weltmeister Sebastien Ogier (Volkswagen) der Mann des Freitagvormittags. Ogier war ebenfalls einmal Schnellster und einmal Zweitschnellster.

Damit verbesserte sich der Volkswagen-Pilot in der Gesamtwertung auf den zweiten Rang, allerdings hat er nach acht von 15 WP einen Rückstand von 35,8 Sekunden auf Bouffier. Drittplatzierter ist Citroen-Pilot Kris Meeke; sein Rückstand auf Bouffier beträgt 59,4 Sekunden. Der Nordire liefert sich weiterhin einen spannenden Zweikampf mit Robert Kubica (Ford), der aktuell Gesamtvierter ist, allerdings nur 0,8 Sekunden Rückstand auf Meeke hat. Mads Östberg (Citroen) liegt auf Rang fünf der Gesamtwertung schon über zwei Minuten hinter der Spitze zurück.

In der WRC2 wechselte die Führung hin und her. Nach WP7 hatte Armin Kremer die Spitze übernommen. Der Deutsche profitierte von einem Reifenschaden des bisherigen Klassenbesten Juri Protasow, der durch den Reifenwechsel während WP 7 rund zwei Minuten verlor. Bei der nächsten WP ereilte dann Kremer das gleiche Problem, wodurch er auf Rang drei (+ 2:00,9 Minuten) zurückfiel. Es führt nun wieder Protasow vor Lorenzo Bertelli (+ 11,0 Sekunden).

Da die Temperaturen im Vergleich zum Donnerstag leicht gestiegen waren, war Schnee am Vormittag kein Thema. Allerdings sorgte starker Regen stellenweise für Aquaplaning. "Wir mussten teilweise 200 Meter früher bremsen, und trotzdem ist das Auto nur gerutscht", berichtet stellvertretend Robert Kubica.

WP 7 Vitrolles - Faye 1 (49,03 km)

Mit über 49 Kilometern ist der Abschnitt von Vitrolles nach Faye die längste WP der Rallye Monte Carlo. Mit dem Wechsel von schnellen Abschnitten und langsamen Ecke kamen nicht alle Fahrer gut zurecht. "Schwierig, bei diesen Bedingungen habe ich wirklich Probleme. Die Charakteristik der Straße ändert sich ständig", klagte beispielsweise Ford-Pilot Mikko Hirvonen.

Größere Probleme bereitete den Fahrern allerdings der ständig wechselnde Asphalt. Vor allem die Straßen mit schwarzem, glatten Asphalt verwandelten sich bei dem starken Regen zu regelrechten Rutschbahnen. "Es war schrecklich zu fahren. Bei diesem Regen hat man auf dem glatten Asphalt keinen Grip. Es war fast wie gestern auf Schnee", sagt Latvala. Und auch Ogier meinte: "Auf dem schwarzen Asphalt ist es verrückt, wie auf Eis", so der Weltmeister. "Es ist aber keine schlechte Prüfung."

Auch für Ogier persönlich war es keine schlechte Prüfung. Mit einer Zeit von 29:00,1 Minuten war er klar der Schnellste. Erster Verfolger war der Gesamtführende Bouffier, der 11,7 Sekunden langsamer war. "Ich denke, ich habe am Anfang der Prüfung ein wenig Zeit verloren. Danach bin ich gut gefahren", sagt der Franzose. "Ich wusste, dass Ogier aufholen wird", sagt Bouffier, der damit rechnet, dass der Volkswagen-Pilot früher oder später die Führung übernehmen wird. "Für mich kommt es darauf an, den Vorsprung auf Meeke und Kubica zu halten", so Bouffier.

Drittschnellster auf WP 7 war Meeke, der allerdings auch mit den Bedingungen zu kämpfen hatte. "Die Reifen funktionieren überall gut, aber auf der schwarzen Oberfläche ist es so rutschig." Mit Platz vier bestätigte Kubica auch zu Beginn des Freitags seine gute Form.

Fünftschnellster war Andreas Mikkelsen (Volkswagen), der sich während der WP am vor ihm gestarteten Jaroslav Melicharek (Ford) vorbei kämpfen musste. Der Solwake war im Gegensatz zu den anderen WRC-Piloten statt mit Slicks mit Winterreifen gestartet und wurde so zur rollenden Schikane für Mikkelsen. "Wir sind eine ganze Weile hinter ihm gefahren, aber wegen des ganzen Wassers konnten wir kaum etwas sehen", so der Norweger. "Ich hoffe, dass wir drei Minuten Abstand bekommen."

WP 8 Selonnet - Breziers (22,68 km)

Die achte WP gilt als eine der schwierigsten der Rallye Monte Carlo, doch die größte Gefahr lauerte auf die Piloten erst nach den 22,69 Kilometern. Denn der Abstand zwischen der Ziellinie und der Medienzone, in der die Interviews geführt wurden, war deutlich zu kurz gewählt. "Wir haben nur 100 Meter um aus dem sechsten Gang abzubremsen", beschwerte sich Östberg, der neben die Straße ausweichen musste, um eine Kollision mit dem Auto von Elfyn Evans (Ford) zu vermeiden.

Kurz darauf musste auch Ogier diesen Notausgang nehmen. "Das ist verrückt", schimpfte der Weltmeister, bevor er ohne einen weiteren Kommentar abzugeben weiterfuhr. Ganz andere Probleme hatte Hirvonen. "Die Belüftung der Windschutzscheibe hat nicht funktioniert. Ich bin zwar die Prüfung gefahren, habe aber nichts gesehen", klagt der Finne, der mehr als eineinhalb Minuten verlor und in der Gesamtwertung aussichtslos zurückliegt.

Weniger Schwierigkeiten hatte Bouffier, dem seine zweite Bestzeit gelang. "Es läuft alles sehr gut, ich bin zufrieden mit dem Auto. Ich habe einen guten Rhythmus, alles perfekt", sagt Bouffier. Kubica, der Drittschnellster auf WP 8 war, entkam einem brenzlingen Moment. "Wir hatten Glück. Wir haben im sechsten Gang etwas getroffen", berichtet der Pole.

Gesamtwertung der Rallye Monte Carlo nach WP 8 (Top 10):

01. Bryan Bouffier (Ford) - 2:08:58,4 Stunden
02. Sebastien Ogier (Volkswagen) + 35,8 Sekunden
03. Kris Meeke (Citroen)+ 59,6
04. Robert Kubica (Ford) + 1:00,4 Minuten
05. Mads Östberg (Citroen) + 2:17,1
06. Jari-Matti Latvala (Volkswagen) + 2:57,1
07. Elfyn Evans (Ford)+ 3:53,3
08. Mikko Hirvonen (Ford) + 4:50,8
09. Andreas Mikkelsen (Volkswagen) + 5:06,2
10. Jaroslav Melicharek (Ford) + 9:49,0

Fotoquelle: xpbimages.com

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