Weltmeister Sebastien Ogier führt hauchdünn vor Andreas Mikkelsen

Rallye 2014

— 06.02.2014

WP2-4: Dreifachführung für Volkswagen

Volkswagen dominiert den Auftakt der Rallye Schweden: Sebastien Ogier führt vor Andreas Mikkelsen und Jari-Matti Latvala - Ott Tänak erster Verfolger

Die Rallye Schweden steht zu Beginn der ersten Etappe ganz im Zeichen von Volkswagen. Mit zwei Bestzeiten übernahm Sebastien Ogier die Gesamtführung, doch Volkswagen-Junior Andreas Mikkelsen schlug mit einer Bestzeit zurück und liegt nach vier Wertungsprüfungen nur 1,6 Sekunden hinter dem Weltmeister zurück. Jari-Matti Latvala hält mit dem dritten Polo R WRC den dritten Rang. Die große Überraschung ist Ott Tänak: Der WM-Rückkehrer fuhr schnelle Zeiten und ist als Vierter der erste Verfolger des Volkswagen-Trios. Die weiteren etablierten Fahrer folgen auf den weiteren Plätzen. Noch liegt das Feld dicht beisammen, denn die Top 10 befinden sich innerhalb einer halben Minute zur Spitze.

Die erste Etappe begann mit der 7,03 Kilometer kurzen "Torsby"-Prüfung. Der Weltmeister musste als Erster auf die Strecke gehen und stellte gleich die Bestzeit auf. "Es ist sehr rutschig. Es liegt wenig frischer Schnee, nur zwei Zentimeter", kommentiert Ogier. "Es hilft mir nicht. Es war kein perfekter Start, aber okay." Wie sich herausstellen sollte, war niemand schneller als der Franzose. Ogier übernahm damit auch die Gesamtführung, denn sein Teamkollege Mikkelsen büßte 3,8 Sekunden ein.

"Ich kann meinen Fahrstil immer noch verbessern, aber ich bin zufrieden. Ich muss gut durch die ersten Prüfungen kommen", sagt der Norweger, der sich nach dem gestrigen Sieg in der Superspecial keinen Druck macht. Für die positive Überraschung sorgte erneut Tänak, der hinter Ogier die zweitschnellste Zeit fuhr. "Es ist gut, aber es ist noch ein langer Weg. Ich habe ein sehr gutes Gefühl", freut sich der Youngster, der sein Talent untermauerte.

In der Gesamtwertung hielt Tänak nach WP2 den dritten Rang, knapp vor Latvala. Nicht ganz zufrieden war Mads Östberg (Citroen), der sich bei dieser Rallye viel ausrechnet. "Es war ein schwieriger Start, denn ich bin nicht in den Rhythmus gekommen und konnte nicht pushen. Für mich ist alles neu und ich fühlte mich noch nicht wohl", merkt er stirnrunzelnd an.

Bester Hyundai-Vertreter war Juho Hänninen auf Platz sechs. Sein Teamkollege Thierry Neuville verlor etwas Zeit, denn er musste wegen Martin Prokop (Ford) vom Gas. Der Tscheche, der unmittelbar vor Neuville gestartet war, rutschte von der Straße und blieb im Straßengraben im Schnee stecken. Zuschauer befreiten den unbeschädigten Ford und die Fahrt ging weiter. "Das hat mich etwas Zeit gekostet, vielleicht zwei Sekunden", sagt Neuville im Ziel. "Es war nicht so schlecht, aber es gibt einige Sachen, die wir noch verändern müssen."

"Manchmal drehen die Räder durch und die Gänge zu wechseln ist nicht einfach." Nach WP2 lag Neuville mit einem Rückstand von 10,4 Sekunden auf Rang neun. Zwischen den beiden neuen Hyundai i20 waren Mikko Hirvonen und Pontus Tidemand (beide Ford) zu finden.

Robert Kubica (Ford) war hinter Kris Meeke (Citroen) Elfter. "Es war recht rutschig und nicht einfach", so der Pole. "Ich glaube, dass alle Fahrer aufpassen müssen. Ich fahre zum ersten Mal bei diesen Bedingungen. Der Grip ändert sich ständig." Henning Solberg (Ford) kam trotz eines Drehers ins Ziel. Craig Breen bemängelte Fehlzündungen an seinem Fiesta.

WP3: Auf nach Norwegen

Anschließend machten sich die WRC-Asse auf den Weg ins benachbarte Norwegen, wo die nächsten beiden Prüfungen anstanden. "Kirkener" war mit 7,16 Kilometern ebenfalls kurz. Diese Strecke wurde in erster Linie für die Zuschauer geplant und verlief entlang des Flusses Glomma. Der beste Aussichtspunkt befand sich auf dem erhöhten Flussufer. Die Stimmung war prächtig, obwohl es für die Fahrer sehr holprig war. Mikkelsen beschrieb es als "Micky Maus"-Prüfung.

"Der Boden ist sehr weich. Deshalb ist es für mich schwierig einzuschätzen, ob meine Startposition ein Vor- oder Nachteil ist", meint Ogier, der wieder als Erster ins Ziel kam. "Ich versuchte zu pushen." Es war schlussendlich ein Vorteil, denn niemand kam an die Bestzeit des Weltmeisters heran, denn die Straße wurde mit jedem Fahrzeug matschiger. Mikkelsen und Latvala reihten sich dahinter ein. Volkswagen dominierte WP3. Damit lagen in der Gesamtwertung auch drei Polo an der Spitze.

Mikkelsens Rückstand betrug zu diesem Zeitpunkt 8,7 Sekunden. "Diese Prüfung war nicht einfach, manchmal gab es keinen Grip. Schalten ist schwierig, weil die Räder oft durchdrehen", beschreibt der Norweger, der von seinen Fans angefeuert wurde. Auch Latvala war im Ziel nicht ganz zufrieden. "Ich fahre schlecht. Das Getriebe funktioniert nicht richtig. Seb ist eine unglaubliche Zeit gefahren." Latvala war in dieser kurzen Prüfung um 6,6 Sekunden langsamer als Ogier.

Erster Volkswagen-Verfolger in WP3 war erneut Tänak. "Mein Gefühl ist sehr gut", freut sich der Este. Dramen gab es in "Kirkener" keine, allerdings waren die Zeitabstände verhältnismäßig groß. Hinter Tänak verbesserte sich Hirvonen auf Rang fünf. Der zweifache Schweden-Sieger griff an: "Ich bin gut gefahren, keine Fehler. Ich versuche schneller und schneller zu werden." Dagegen war Östberg, der einen Platz an Hirvonen abgeben musste, weiterhin nicht zufrieden: "Es war sehr schwierig, denn in den engen und kurvigen Stellen habe ich Mühe."

Dahinter folgte das Hyundai-Duo auf den Positionen sieben und acht. Neuvilles Rückstand auf die Spitze war mittlerweile auf 21,9 Sekunden angewachsen. "Es war okay, aber es wird mit jedem Auto kniffliger. In vielen Kurven sieht man die Straße nicht und es gibt verschiedene Linien", schildert der Belgier, der heute als Zehnter an der Startlinie steht. "Das Auto fühlt sich ganz gut an." Meeke und Tidemand rundeten nach WP3 die Top 10 der Gesamtwertung ab.

WP4: Mikkelsen schlägt zurück

Die Vormittagsschleife wurde mit der 16,82 Kilometer langen "Finnskogen"-Prüfung abgeschlossen. Damit war WP4 die längste Strecke des Tages und erinnerte von der Charakteristik an die Rallye Finnland. Die Fahrer genossen es. "Die schönste Erfahrung, die man in einem Rallye-Auto haben kann", schwärmt Meeke. An der Spitze setzte Volkswagen die starke Vorstellung fort.

Ogier kam wieder als Erster ins Ziel. "Diese Prüfung war sehr gut. Wahrscheinlich war meine Startposition ein Vorteil. Wenn ich ehrlich bin, dann pushe ich bereits hart", kommentiert der Champion. Diesmal wurde ihm die Bestzeit allerdings entrissen. Mikkelsen war um 7,1 Sekunden schneller. Ogier kam in WP4 nur auf Platz sieben. "Es war eine schöne Prüfung, ich habe es sehr genossen und es hat Spaß gemacht", freut sich der junge Norweger. "Ich bin sehr glücklich mit dieser Prüfung. Ich hatte schon im S2000 hier ein schönes Duell mit Seb."

Somit hielten Ogier und Mikkelsen nach vier Prüfungen bei je zwei Bestzeiten. In der Gesamtwertung hat der Franzose um 1,6 Sekunden die Nase vorne. Latvala ist 6,1 Sekunden hinter Mikkelsen Dritter. Tänak beendete den Vormittag als Vierter, 8,3 Sekunden hinter der Spitze. "Es war die erste schnelle Prüfung. An manchen Stellen habe ich nicht alles riskiert." Ist Tänak von seinem Speed überrascht? "Ja, denn ich bin 2012 zum letzten Mal so ein Auto gefahren. Glücklicherweise läuft für uns alles gut."

Mit 15 Sekunden Rückstand fuhr Hirvonen zum Regrouping. Das Volkswagen-Tempo bereitet ihm Kopfzerbrechen: "Die Volkswagen-Jungs geben richtig Gas. Es ist schwierig mit ihnen mitzuhalten. Hoffentlich finde ich noch etwas", hofft der Finne. Sorgenfalten hatte auch Östberg als Sechster. "Schwierig. Ich fand nicht die Pace, habe die Prüfung aber genossen. Es gab starkes Übersteuern. Das machte zwar Spaß, aber ich habe dadurch Zeit verloren."

Das Hyundai-Duo liegt mit 25 Sekunden Rückstand weiterhin auf den Plätzen sieben und acht. Hänninen ist mit seinem i20 WRC glücklich, während Neuville Verbesserungspotenzial sieht. "In dieser Prüfung hatte ich ein besseres Gefühl, aber mir fehlt noch das Vertrauen ins Auto. Es wartet noch viel Arbeit auf uns", sagt der Belgier und meint über seinen Teamkollegen: "Wenn er glücklich ist, dann sollte er Bestzeiten fahren."

Tidemand überholte Meeke und übernahm Rang neun der Gesamtwertung. Kubica ist mit 41,1 Sekunden hinter Henning Solberg (Ford) Elfter. "Es war gut. Diese Prüfung war ganz anders als die vorangegangenen. Wir fahren unser Tempo", hält der amtierende WRC2-Champion fest. "Hoffentlich geht es so weiter. Es ist die einzige Schneerallye. Hoffentlich kann ich so viel Erfahrung wie möglich sammeln." Nach WP4 gab es ein Regrouping in Kirkener. Am Nachmittag werden diese drei Prüfungen auf dem Weg zurück nach Schweden erneut absolviert.

Gesamtwertung nach 4 von 24 Prüfungen (Top 10):
01. Sebastien Ogier (Volkswagen) - 20:56,7 Minuten
02. Andreas Mikkelsen (Volkswagen) +1,6 Sekunden
03. Jari-Matti Latvala (Volkswagen) +6,1
04. Ott Tänak (Ford) +8,3
05. Mikko Hirvonen (Ford) +15,0
06. Mads Östberg (Citroen) +18,0
07. Thierry Neuville (Hyundai) +25,0
08. Juho Hänninen (Hyundai) +25,5
09. Pontus Tidemand (Ford) +27,8
10. Henning Solberg (Ford) +27,9

Fotoquelle: Volkswagen

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