Jari-Matti Latvala führt die Rallye Schweden vor dem Schlusstag an

Rallye 2014

— 07.02.2014

Drift-Duell im Schnee: Latvala und Mikkelsen in Schweden vorn

Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen kämpfen am Schlusstag der Rallye Schweden um den Sieg - Sebastien Ogier mit Aufholjagd nach Fahrfehler

Die Volkswagen-Duos Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila und Andreas Mikkelsen/Mikko Markkula führen die Rallye Schweden nach einem packenden Zweikampf an. Das Team-interne Duell Routinier gegen Youngster verlief am zweiten Tag auf Augenhöhe. Fünf Mal hatte Latvala, vier Mal Mikkelsen im Direktvergleich die Nase vorn. Vor den abschließenden 142,16 Prüfungskilometern am Samstag trennen den Polo R WRC mit der Startnummer 2 und das Schwesterauto mit der Nummer 9 gerade einmal 3,6 Sekunden.

"Die Rallye Schweden anzuführen, ist natürlich ein tolles Gefühl", freut sich Latvala. "Gleichzeitig liegt noch eine Menge Arbeit vor uns: Der Samstag ist der längste Tag und bis zur Zielrampe in Karlstad wird es darum gehen, möglichst schonend mit den Spike-Reifen umzugehen. Auf Schotter brechen die Spitzen sehr schnell ab und dann verliert man sehr viel Bodenhaftung. Der heutige Tag lief über weite Strecken sehr gut und wir haben uns von unseren Teamkollegen leicht abgesetzt, büßten aber auf der vorletzten Prüfung wiederum viel Zeit ein. Das zeigt, wie offen die Rallye nach wie vor ist. Wir werden den Zweikampf mit Andreas morgen fortsetzen - denn die Rallye Schweden zum dritten Mal zu gewinnen, wäre großartig."

"Ein großartiger Tag für uns, und ich bin absolut glücklich, wie die Rallye Schweden für uns läuft", sagt Mikkelsen. "Ich stand in der Rallye-WM noch nie auf dem Podium. Und ich würde die Rallye so gern genau dort beenden. Aber ich bin ein waschechter Rallye-Fahrer und der Sieg ist in Reichweite. Ich habe heute versucht, den Druck auf meinen Teamkollegen Jari-Matti aufrecht zu erhalten, aber gleichzeitig nicht zu viel zu riskieren. Das war ein echter Balanceakt, der uns ganz gut gelungen ist. Morgen ist noch ein langer Rallye-Tag und wir wollen weiter clever und ruhig zu Werke gehen."

Ogier rutscht in Schneewall

Ein Fahrfehler verhinderte jedoch einen reinen Volkswagen-Dreikampf an der Spitze: Sebastien Ogier/Julien Ingrassia rutschten auf der ersten Wertungsprüfung (WP) des Tages in Führung liegen in einen Schneewall und verloren 4:30 Minuten. Die anschließende Aufholjagd mit sechs Prüfungsbestzeiten führte das Weltmeister-Duo von Rang 20 zurück auf Position neun. "That's Rally! Auf der ersten Wertungsprüfung sind wir bei Kilometer zwölf in einen Schneewall gerutscht", beschreibt Ogier sein Missgeschick.

"Das war eine langsame Kurve, vielleicht war ich etwas zu unkonzentriert. Ich habe den Kurveneingang verpasst und schon steckten wir fest. Ein blöder Fehler, aber das kann passieren. Danke an die Fans, die uns herausgeholfen haben. Jetzt haben wir natürlich nichts mehr zu verlieren. Die Bedingungen sind nicht einfach, aber wir geben unser Bestes um noch wertvolle Punkte für die Weltmeisterschaft zu sammeln. Das realistische Ziel für Julien und mich ist jetzt Platz sechs. Ich wünsche aber unserem Team, dass Andreas und Jari-Matti am Ende ganz vorn landen", so Ogier.

Der zweite Tag der Rallye Schweden war geprägt von leichtem Regen und Tauwetter. Die zweimal absolvierte Schleife aus den vier Wertungsprüfungen "Lesjöfors", "Fredriksberg", "Rämmen" und "Hagfors Sprint" veränderte dabei ihren Charakter deutlich. Am Morgen fanden die World-Rally-Cars eine weiche Schnee- und Eisdecke vor, am Nachmittag trat bereits der Schotter deutlich hervor. Der Verschleiß der Einheits-Spike-Reifen spielte deshalb eine große Rolle. Die Volkswagen-Fahrer teilten sich das kostbare Gut - nur 28 Exemplare stehen während der Rallye zur Verfügung - gut ein. Insgesamt schlagen 34 von 48 möglichen Top-3-Zeiten, davon 14 von 16 möglichen Bestzeiten für das Wolfsburger Werksteam zu Buche.

"Es macht unheimlich Spaß, den Zweikampf von Jari-Matti und Andreas zu verfolgen. Beide zeigen eine herausragende Leistung, fahren äußerst abgeklärt und schnell zugleich", sagt Volkswagen-Motorsport-Direktor Jost Capito. "Es gibt bei Volkswagen keine Teamorder. Die beiden sollen den Sieg fair unter sich ausfahren. Schade, dass Sebastien heute einen Ausrutscher hatte und deshalb nicht mehr mit um den Sieg kämpft. Doch er hat die passende Reaktion auf das Missgeschick gezeigt und sich sechs Prüfungsbestzeiten eindrucksvoll zurückgemeldet. Alles in allem sind wir mit dem zweiten Rallye-Tag in Schweden äußerst zufrieden. So kann es gern weiter gehen."

Und da war dann noch... ein Schnee-Graffiti. Fünf Stunden Arbeit, 50 Spraydosen im Einsatz - vor der Rallye Schweden "verewigte" der Grafitti-Künstler Robert "Super-G" Forsberg in seinem Heimatort Karlstadt den Volkswagen Polo R WRC auf einer Schneewand. Der Haken: Dem beeindruckend realistischen Bild droht der einsetzende Frühling - und damit das Wegtauen.

Fotoquelle: Volkswagen

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