Jari-Matti Latvala holte seinen zweiten WRC-Sieg für Volkswagen

Rallye 2014

— 08.02.2014

Latvala gewinnt zum dritten Mal in Schweden

Volkswagen-Werksfahrer Jari-Matti Latvala gewinnt die Rallye Schweden vor seinem Teamkollegen Andreas Mikkelsen - Mads Östberg als Dritter auf dem Podest

Volkswagen setzt die Erfolgsgeschichte in der Rallye-WM fort: Jari-Matti Latvala feierte in Schweden seinen ersten Saisonsieg. Nachdem Sebastien Ogier das Jahr mit einem Triumph in Monte Carlo eröffnet hatte, zog nun sein Teamkollege nach. Für Latvala war es nach Griechenland im Vorjahr der zweite Erfolg in Volkswagen-Diensten. Nach 2008 und 2012 gewann der Finne zum dritten Mal in Schweden. Zudem ist das deutsche Team bei dieser Rallye ungeschlagen, denn im Vorjahr triumphierte Ogier.

"Mein dritter Sieg. Was soll ich sagen? Ich habe noch nie eine Rallye zum dritten Mal gewonnen. Es fühlt sich unglaublich an", sagt Sieger Latvala überwältigt im Ziel. "Es ist etwas Besonderes und eine große Erleichterung. Griechenland ist schon lange her. Schweden ist ein Highspeed-Lauf und verleiht viel Selbstvertrauen. Ich musste mich das ganze Wochenende konzentrieren, weil ich unbedingt ein gutes Resultat holen wollte." Zudem übernahm Latvala mit 40 Punkten die WM-Führung von Ogier, der nun 35 Zähler auf dem Konto hat.

Volkswagen dominierte den Winterklassiker, der in diesem Jahr aufgrund der milden Temperaturen mehr an eine Schotter-Rallye erinnerte. Latvala gewann fünf Wertungsprüfungen, Ogier zehn und Andreas Mikkelsen vier. Letzterer sorgte in Schweden für den Volkswagen-Doppelsieg und erlebte eine Sternstunde. Zum ersten Mal führte der 24-Jährige einen WM-Lauf an und kletterte zum ersten Mal in seiner Karriere auf das Podest. Am Donnerstag und Freitag lieferte sich Mikkelsen mit Latvala ein enges Duell um die Führung.

Am Samstag gewann Latvala schließlich die Oberhand, während Mikkelsen keine Fehler machte und den zweiten Platz absicherte. "Absolut fantastisch. Ich hatte gehofft, dass das bei meiner Heimrallye passiert. Mehr konnte ich mir nicht erträumen", freut sich der Norweger. "Zunächst habe ich um den Sieg gekämpft, aber dann ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen. Von da an habe ich den zweiten Platz verwaltet." Im Ziel betrug sein Rückstand 53,6 Sekunden.

Das Podest komplettierte Mads Östberg als Dritter und setzte seinen Erfolgslauf fort. Zum vierten Mal in Folge kam er in Schweden unter die ersten Drei. Der Norweger hatte sich für die Rallye Schweden viel vorgenommen, doch gegen Volkswagen hatte er letztendlich keine Chance. Im Ziel fehlten 59,5 Sekunden auf Latvala. In WP22 stellte er seine erste Bestzeit für Citroen auf. Außerdem sicherte sich Östberg mit der Bestzeit in der abschließenden Power Stage drei zusätzliche WM-Punkte.

Dieses Kunststück gelang ihm zum ersten Mal überhaupt. "Es war eine gute Prüfung", sagt der Citroen-Werksfahrer. "Ich habe meinen Fahrstil an diesem Wochenende stark verbessert und bin sehr zufrieden mit dem dritten Platz. Ich weiß, dass wir noch nicht das volle Potenzial nutzen, deshalb freue ich mich auf die Zukunft. Für Citroen zu fahren ist großartig. Ich will mein Bestes geben." Platz zwei in der Power Stage und zwei Bonuspunkte gingen an Latvala.

Den letzten Extrazähler nahm Mikko Hirvonen mit, der im Endergebnis Vierter wurde. Der Ford-Pilot duellierte sich im ersten Teil der Rallye mit Östberg um Rang drei, doch ab Freitag konnte er das Tempo nicht gehen. "Ich wollte unbedingt mehr Punkte holen", sagt der zweifache Schweden-Sieger nach der Power Stage. "Es war keine perfekte Rallye für mich."

Starke Comebacks von Tänak und Solberg

Ein starkes Comeback in der Rallye-WM zeigte Ott Tänak (Ford). Der Youngster verlor Ende 2012 sein Cockpit bei M-Sport und hat für dieses Jahr ein Programm in der WRC und der WRC2 aufgestellt. Zu Beginn der Rallye kämpfte der Este um die vorderen Plätze mit, fiel dann aber zurück. Im Gegensatz zur Vergangenheit machte er diesmal keine Fehler, baute keine Unfälle und ging besonnen zu Werke. In WP5 stellte Tänak zudem eine Bestzeit auf. Die Belohnung für seine Leistung war Rang fünf.

"Ich machte mir vor der Rallye Sorgen, aber jetzt bin ich sehr glücklich, weil ich gezeigt habe, dass ich schnell fahren kann", ist der 26-Jährige zufrieden. "Außerdem habe ich viel Selbstvertrauen gewonnen, weil ich eine Rallye ohne Probleme absolviert habe." Bei der nächsten Rallye in Mexiko wird Tänak einen Ford Fiesta R5 steuern und in der WRC2 antreten.

Ogier verliert WM-Führung

Weltmeister Ogier konnte seinen Vorjahressieg nicht wiederholen. Am Donnerstag musste der Franzose als Erster auf die Strecke gehen und eroberte die Führung. Allerdings unterlief ihm am Freitagmorgen der entscheidende Fehler. Ogier rutschte in WP8 von der Straße, blieb im Schnee stecken und verlor viereinhalb Minuten. Anschließend startete er eine Aufholjagd, die ihn noch auf Rang sechs brachte. "Wir haben gemacht, was möglich war. Abgesehen von meinem kleinen Fehler war es eine perfekte Rallye." In der Power Stage ging Ogier leer aus. Somit sammelte er acht WM-Punkte.

Routinier Henning Solberg (Ford) feierte wie Tänak ein erfolgreiches Comeback in der Rallye-WM. Der Norweger nutzte bei schwierigen Streckenverhältnissen seine Routine, machte kaum Fehler und wurde Siebter. In WP11 holte der Norweger sogar eine Bestzeit, seine erste seit dem Jahr 2009. Auf dem heißen Beifahrersitz saß seine altbekannte Co-Pilotin Ilka Minor aus Österreich. Zudem war Solberg mit den neuen Pirelli-Reifen unterwegs.

Die übrigen WRC-Boliden nutzten die Pneus von Michelin. Noch steht der nächste WRC-Einsatz für Solberg nicht fest: "Ich versuche so bald wie möglich zurückzukommen." Die Plätze acht und neun belegten die beiden Ford-Piloten Pontus Tidemand und Craig Breen. Citroen-Werksfahrer Kris Meeke kam bei seinem ersten Start in Schweden als Zehnter ins Ziel und sammelte den letzten WM-Punkt. Pech hatte Elfyn Evans (Ford): Der M-Sport-Youngster schied in der letzten Prüfung aus.

Hyundai erlebte eine schwierige zweite Rallye. Thierry Neuville und Juho Hänninen schieden im Laufe der zweiten Etappe aus und gingen am Samstag unter Rally2-Regel wieder an den Start. Lehrgeld musste auch Robert Kubica (Ford) zahlen. Der Pole flog mehrmals von der Strecke und kam mit großem Rückstand ins Ziel. Der Sieg in der WRC2 ging an Karl Kruuda (Ford Fiesta S2000), der Jari Ketomaa (Ford Fiesta R5) noch in der allerletzten Prüfung überholen konnte. Die nächste Rallye findet Anfang März in Mexiko statt.

Fotoquelle: xpbimages.com

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