Weltmeister Sebastien Ogier kontrolliert die Rallye Mexiko

Rallye 2014

— 08.03.2014

WP12-13: Ogier führt souverän, Östberg in Schwierigkeiten

Volkswagen-Doppelführung in Mexiko: Sebastien Ogier führt souverän vor Jari-Matti Latvala - Mads Östberg, Robert Kubica und Andreas Mikkelsen scheiden aus

Volkswagen hat das Kommando bei der Rallye Mexiko übernommen. Weltmeister Sebastien Ogier sicherte sich zu Beginn der zweiten Etappe zwei Bestzeiten und führt komfortabel. Sein Teamkollege Jari-Matti Latvala übernahm den zweiten Platz und sorgte für eine Volkswagen-Doppellführung. Derzeit herrscht aber kein Duell, denn Latvala hat nach 13 Wertungsprüfungen 49 Sekunden Rückstand. Bei den Verfolgern spielten sich am Vormittag viele Dramen ab. Mads Östberg beschädigte sich in WP12 die hintere linke Radaufhängung seines Citroen.

Er versuchte zu reparieren, kam aber zu spät zu WP13 und wurde ausgeschlossen. Bis zu seinem Ausfall hatte Östberg mit dem Volkswagen-Duo um die Spitzenpositionen gekämpft. Für zwei Mexiko-Neulinge endete der Tag ebenfalls vorzeitig: Volkswagen-Junior Andreas Mikkelsen überschlug sich in WP13. Auch Robert Kubica legte in der langen "Otates"-Prüfung seinen Ford Fiesta RS WRC auf das Dach und musste aufgeben. Das spielte Thierry Neuville in die Hände, der mit dem neuen Hyundai i20 WRC auf Rang drei gespült wurde.

Der Samstag war mit insgesamt 170 Prüfungskilometern der längste Tag der Rallye. Chris Atkinson (Hyundai) musste heute die Straßen als Erster eröffnen. Latvala stand als Siebter an der Startlinie. Östberg und Ogier, die um die Führung kämpften, fuhren als Achter und Neunter los. Der Weltmeister hatte in der Theorie die beste Ausgangsposition für die sieben Prüfungen der zweiten Etappe. Kubica, Mikkelsen und Kris Meeke (Citroen) waren am Samstag wieder dabei. Los ging es am Vormittag mit der "Ibarrilla"-Prüfung über 30,33 Kilometer. Den Fahrern wurde gleich alles abverlangt.

Der Weltmeister untermauerte, warum er derzeit der beste Rallye-Fahrer ist: Ogier stellte die Bestzeit auf und war um 4,5 Sekunden schneller als Latvala und um 15,1 Sekunden schneller als Östberg. Dadurch baute der Franzose seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf Östberg auf 41,2 Sekunden aus, allerdings spielten sich bei Citroen die nächsten Dramen ab. Östbergs DS3 WRC war hinten links beschädigt.

Die Radaufhängung war gebrochen, nachdem der Norweger in einer Kurve etwas getroffen hatte. Er schleppte sein Auto zwar ins Ziel und verteidigte Rang zwei, doch nach dem fliegenden Finish wurde hektisch repariert. Keine Probleme hatte Latvala, der nach WP 12 weiterhin Dritter war. "Ich achte auf die Splits von Östberg. Ogier ist so weit vorne, dass ich ein Wunder bräuchte", schätzt der aktuelle WM-Führende seine Situation realistisch ein.

Der Finne hatte die Zielankunft im Kopf und will die langen Prüfungen gut meistern. "Wir müssen immer daran denken, dass man zuerst ins Ziel kommen muss. Daran halten wir uns." Mikkelsen, der dritte Volkswagen-Fahrer, war am Samstag unter Rally2-Regel wieder dabei und fuhr in WP12 die drittschnellste Zeit. Zum 14. Mal belegten Volkswagen-Fahrer die ersten drei Plätze einer WP. In der Gesamtwertung herrschten bereits große Abstände.

Elfyn Evans (M-Sport Ford) fehlten zu diesem Zeitpunkt schon mehr als drei Minuten auf die Spitze. Dennoch konnte er Rang vier gegen Neuville verteidigen, obwohl der M-Sport-Youngster Vorsicht walten ließ. "Die Bremsen ließen nach", sagt der Hyundai-Werksfahrer. "Deshalb musste ich am Ende das Tempo zügeln. Das gehört aber zum Lernprozess dazu."

Es blieb aber spannend, denn Evans und Neuville trennten nur drei Sekunden. Martin Prokop und Benito Guerra (beide Ford) waren weiterhin Sechster und Siebter. Kubica kam problemlos durch und hielt Rang acht. In der Luft hängender Staub war am Vormittag kein Problem. In der WRC2 überschlug sich Lorenzo Bertelli und schied aus.

WP13: Mikkelsen, Kubica und Östberg scheiden aus

Weiter ging es mit WP13: "Otates" führte über 53,69 Kilometer und war die längste Prüfung des Tages. Die große Frage betraf Östberg: Konnte der Norweger weiterfahren? Nach WP13 wurde die Radaufhängung im Laufe der Verbindungsstrecke notdürftig repariert. Der 26-Jährige versuchte alles, doch er kam zu spät zum Start und wurde ausgeschlossen. Damit stand fest, dass Östberg draußen war und am Sonntag unter Rallye2-Regel wieder antreten wird. Der Weg für die beiden Volkswagen-Werksfahrer war endgültig frei.

Ogier stellte nach einer Fahrtzeit von 36:40 Minuten die Bestzeit auf und war um zwei Sekunden schneller als Latvala. "Es war eine gute Fahrt, aber wir kontrollieren es und versuchen sauber zu fahren", kommentiert der Weltmeister zufrieden. "Es war eine schöne Prüfung." Nach dem Aus von Östberg übernahm Latvala Platz zwei. Sein Rückstand auf Ogier betrug nach WP13 49 Sekunden. "Ich tue was ich kann, ich kann aber nicht mehr tun. Wenn man bei dieser Rallye pusht, geht man Risiken ein", weiß der Finne, der unbedingt ins Ziel kommen will. "Man muss mit einem komfortablen Speed fahren."

In der langen "Otates"-Prüfung spielten sich einige Dramen ab. Mikkelsen und Kubica überschlugen sich. Die beiden Crews blieben unverletzt. Für beide Mexiko-Rookies waren es nach den gestrigen Unfällen schon die zweiten Crashes bei dieser Rallye. Kubicas Bilanz ist ebenfalls ernüchternd. Bei seinen bisherigen vier WRC-Starts hat er bereits acht Unfälle gebaut: Zwei in Wales, einen in Monte Carlo, drei in Schweden und nun den zweiten in Mexiko.

Das Feld lichtete sich deutlich. Dadurch wurde Neuville auf den dritten Rang nach vorne gespült, der seinerseits Evans überholte. "Es wird hier viel sauber gefahren und war sehr rutschig", berichtet der Hyundai-Werksfahrer. "Ich fahre mit zwei Ersatzreifen und habe hinten zu viel Gewicht. Ich bin viel gerutscht, aber habe es genossen. Wir müssen die Traktion über die Dämpfer verbessern, aber an diesem Wochenende können wir nicht die komplette Arbeit verrichten."

Konkurrenzfähig ist der neue i20 WRC trotz der guten Platzierung nicht, denn Neuville hat bereits knapp vier Minuten auf Ogier verloren. 11,1 Sekunden dahinter folgt Rookie Evans als Vierter. Die Positionen fünf und sechs halten Prokop und Guerra. Atkinson ist mit dem zweiten Hyundai Siebter. Yufiy Protasov führt die WRC2-Wertung mit einem Ford Fiesta R5 an und hält in der Gesamtwertung Rang acht. Mikko Hirvonen (Ford) und Meeke komplettieren die Top 10. Am Nachmittag stehen drei weitere Prüfungen auf dem Programm. Die Etappe wird wieder mit zwei Superspecials abgeschlossen.

Gesamtwertung nach 13 von 22 Prüfungen (Top 10):
01. Sebastien Ogier (Volkswagen) - 2:40:49,7 Stunden
02. Jari-Matti Latvala (Volkswagen) +49 Sekunden
03. Thierry Neuville (Hyundai) +3:51,6 Minuten
04. Elfyn Evans (Ford) +4:02,7
05. Martin Prokop (Ford) +5:55,4
06. Benito Guerra (Ford) +7:51,8
07. Chris Atkinson (Hyundai) +9:29,5
08. Yuriy Protasov (Ford) +13:01,5
09. Mikko Hirvonen (Ford) +15:48,8
10. Kris Meeke (Citroen) +16:42,0

Fotoquelle: xpbimages.com

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