WRC: Rallye Mexiko: Donnerstag

Rallye 2014

— 09.03.2014

Viva Mexiko - Ogier und Latvala feiern Volkswagen-Doppelsieg

Vierter Volkswagen Doppelsieg in der Rallye-WM-Historie - Sebastien Ogier übernimmt mit Sieg WM-Führung vor Jari-Matti Latvala

Schneller und ausdauernder als Speedy Gonzales - Volkswagen hat bei der Rallye Mexiko einen herausragenden Doppelsieg gefeiert. Die Sieger Sebastien Ogier/Julien Ingrassia und die Zweitplatzierten Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila schlugen dabei dem Reglement und den extremen Bedingungen beim dritten Saisonlauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) ein Schnippchen. Auf dem Weg zum siebten Volkswagen-Sieg in Folge legten die beiden Führenden der Rallye-WM-Wertung am ersten Tag den Grundstein zum Doppelerfolg.Sie hatten den Nachteil, als Erste und Zweite auf die Strecke zu gehen. Dennoch beendeten sie das erste Rallye-Drittel auf Rang eins und drei.

Der Energieleistung folgte ein fehlerfreier zweiter Tag, an dem Ogier und Latvala die Doppelführung übernahmen und stetig ausbauten. Am Schlusstag kontrollierten Ogier und Latvala das Tempo souverän und schenkten dem Polo R WRC damit den vierten Doppelsieg im 16. WM-Einsatz. Saison-übergreifend war es der siebte Rallye-Sieg in Folge für Volkswagen. Am Ende betrug der Vorsprung von Ogier/Ingrassia auf den bestplatzierten Mitbewerber 5:28,6 Minuten.

Am ersten Rallye-Tag sahen sich die Volkswagen-Duos Reglement-bedingt mit einem Luxusproblem konfrontiert. Als WM-Erste, -Zweite und -Vierte hatten sie die Aufgabe, die Strecke zu eröffnen. Bei kaum einer anderen Rallye bedeutet das einen derart großen Nachteil wie in Mexiko. Mit jedem World-Rally-Car, das die Wertungsprüfungen passiert, wird die Schicht losen Schotters mehr und mehr weggefegt. Der Nachteil wird mit 0,1 Sekunden pro Kilometer und weiterem Teilnehmer kalkuliert. Mit einer Energieleistung machten die Volkswagen-Duos Ogier/Ingrassia und Latvala/Anttila diesen Wettbewerbsnachteil wett. Allein am ersten Tag gingen acht von elf möglichen Bestzeiten nach Wolfsburg.

"Mexiko ist wirklich ein fantastisches Land für uns! Ich mag die Rallye und die Rallye mag mich offenbar auch. 2008 habe ich hier meinen ersten Sieg als Junior geholt, vergangenes Jahr den Gesamtsieg mit Volkswagen und jetzt stehe ich wieder ganz oben auf dem Podium - ein großartiges Gefühl", jubelt Ogier." "Unser gesamtes Team hat übers Wochenende einen sensationellen Job gemacht und der Polo R WRC war einmal mehr bei extremen Bedingungen super zuverlässig , super schnell."

Ogier war hungrig auf den Sieg

"Nach meinem Fehler in Schweden war ich hungrig auf diesen Sieg! Deshalb sind Julien und ich am letzten Tag kein Risiko mehr eingegangen, wir wollten den Sieg unbedingt nach Hause fahren. Und die Powerstage-Punkte wollte ich natürlich auch gewinnen. Auch wenn wir jetzt beim nächsten Lauf in Portugal den Straßenfeger für die Konkurrenz spielen müssen - die Punkte für die WM zählen mehr als alles andere", so Ogier.

"Mit dem zweiten Platz bin ich wirklich sehr zufrieden", meint Latvala. "Nachdem wir zu Beginn die Strecke eröffnen mussten und der Abstand zur Spitze dadurch recht groß war, war ein Platz auf dem Podium das erklärte Ziel. Die Rallye Mexiko war ein hartes Stück Arbeit und auch für die Autos sehr fordernd."

"Der Polo hat die Strapazen in der Höhe und der Hitze bestens gemeistert und auch unser Team hat einen perfekten Job gemacht. Danke dafür. Für Miikka und mich war es die bislang beste Mexiko-Rallye, wir sind fehlerfrei durchgekommen und zum ersten Mal Zweite geworden. In der Meisterschaft liegen wir weiterhin fast gleichauf mit unseren Teamkollegen, ohne in Portugal wieder von Startplatz eins losfahren zu müssen", so der Finne.

Mit dem Sieg übernahmen Ogier und Ingrassia die Führung im Gesamtklassement der Rallye-Weltmeisterschaft - knapp vor ihren Volkswagen-Teamkollegen Latvala und Anttila. Ogier und Ingrassia liegen mit 63 Zählern in Fahrer- und Beifahrer-Wertung vorn, Latvala und Anttila folgen mit 60 Punkten. Gemeinsam bauten sie den Vorsprung in der Hersteller-WM deutlich aus. Volkswagen hat 115 Punkte auf dem Konto 55 mehr als Verfolger Citroen. Andreas Mikkelsen/Mikko Markkula rangieren mit 24 Punkten auf Rang vier der Rallye-WM-Gesamtwertung.

Unglückliche Rallye für Mikkelsen

Gleich zweimal endete ein Rallye-Tag für Mikkelsen/Markkula vorzeitig. Am Freitag traf das Volkswagen-Duo auf der WP "El Chocolate" ausgangs einer Kurve einen Stein und beschädigten sich die Radaufhängung hinten rechts - und beendeten sie den Tag vorzeitig, nachdem sie zuvor auf Platz zwei lagen. Am Samstag sorgte ein Fehler im Aufschrieb für einen Überschlag, als Mikkelsen/Markkula eine Kurve zu stark schnitten und von einem Loch ausgehebelt wurden. Dank der herausragenden Arbeit ihrer Mechaniker stand der Polo R WRC mit der Startnummer 9 am Sonntag jedoch wieder wie neu am Start der Wertungsprüfungen.

Innerhalb der vom Reglement vorgeschriebenen drei Stunden versetzten sie das World-Rally-Car in den gewohnten Top-Zustand. Mikkelsen/Markkula nutzten den Sonntag daraufhin, um möglichst viel Erfahrung im Rallye-Tempo zu sammeln. Insgesamt schlugen für das Duo vier Top-3-Zeiten zu Buche. "Eine harte Rallye für uns. Gleich zweimal früh auszufallen ist natürlich nicht das, was wir uns vorgestellt hatten", sagt Mikkelsen. "Ich habe einfach zu viele Fehler gemacht."

"Dank der großartigen Arbeit meiner Mechaniker habe ich am Sonntag noch ein paar Kilometer Erfahrung bei der Rallye Mexiko gesammelt, damit wir im kommenden Jahr wieder angreifen können. Alles in allem haben wir hier viel gelernt, leider auf die harte Tour. Ich werde in den kommenden Tagen tief in die Analyse einsteigen und mich bestmöglich auf die kommende Rallye in Portugal vorbereiten. Wir werden gestärkt antreten und dort hoffentlich wieder um einen Podestplatz fahren."

"Ein Doppelsieg bei diesen schwierigen Bedingungen und angesichts der neuen Regeln zur Startreihenfolge ist mehr als wir vor der Rallye Mexiko erwartet hatten", sagt Volkswagen-Motorsport-Direktor Jost Capito. "Ich ziehe den Hut vor Sebastien Ogier, Jari-Matti Latvala und unseren Ingenieuren, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Die fahrerische Leistung war von beiden ohne jeden Zweifel überragend. Doch der Doppelsieg ist auch ein Erfolg der Mannschaft dahinter."

"Egal ob Fahrwerks- oder Motorenabteilung, die Polo R WRC waren perfekt auf die schwierigen Bedingungen vorbereitet. Der Champagner schmeckt uns heute besonders gut, denn ein Erfolg in Mexiko ist immer etwas Besonderes. Es ist das erste Schotter-Event des Jahres und gleichzeitig beinahe ein Volkswagen-Heimspiel. Schließlich bestimmen unsere Modelle das Straßenbild mit. Hier in Mexiko hat alles zusammengepasst. Darauf sind wir sehr stolz", sagt Capito.

Polo R WRC perfekt vorbereitet

Absolut zuverlässig und mit einer cleveren Motorsteuerung ausgestattet erwies sich der Volkswagen Polo R WRC bei der Rallye Mexiko als technologischer Maßstab. Die Wertungsprüfungen führten von rund 1.800 Metern über Normalnull bis auf knapp 2.800 Meter. Mit der Höhe sinken Luftdruck und Sauerstoffanteil, die Kühleffizienz des Motors nimmt ab. Bei Temperaturen um die 30-Grad-Marke galt es, den Leistungsverlust zu minimieren. Die Volkswagen-Ingenieure sorgten bereits weit im Vorhinein für die Software-Intelligenz des World-Rally-Cars aus Wolfsburg. Die Motorsteuerung wird von Monte Carlo bis Großbritannien unverändert eingesetzt.

Wie ihre World-Rally-Cars nahmen die Volkswagen-Fahrer und -Beifahrer die Rallye Mexiko bestens vorbereitet in Angriff. Bei allein sieben Wertungsprüfungen mit einer Länge von über 30 Kilometern, großer Hitze und Meereshöhe war die Fitness ein Schlüssel zum Erfolg. Auch in dieser Hinsicht überlässt Volkswagen nichts dem Zufall - für die körperliche Verfassung tragen die Mitarbeiter der Sportklinik Bad Nauheim Sorge. Fitness- und Ernährungspläne, regelmäßige Kontrollen des Leistungsstandes während der Saison sowie eine umfassende Betreuung vor Ort gehören bei Volkswagen zum Rallye-Alltag.

Mit dem siebten Sieg in Folge sicherte sich Volkswagen einen Platz in den Rekordlisten der Rallye-Weltmeisterschaft. Die Erfolge in Australien, Frankreich, Spanien und Großbritannien im vergangenen Jahr sowie die Siege in Monte Carlo, Schweden und Mexiko in der aktuellen Saison markieren die zweitlängste Siegesserie in der Geschichte der Rallye-WM. Ogier feierte seinen 18. Gesamtsieg in der Rallye-WM, elf davon in Volkswagen-Diensten.

Und da war dann noch... der Koch des Volkswagen-Teams. Daniel Zillgen hatte in den vergangenen Tagen peinlich genau darauf geachtet, dass nur amerikanisches und argentinisches Fleisch auf den Tisch kam. Bei mexikanischem Fleisch besteht das Risiko, dass bei der Aufzucht das Medikament Clenbuterol verwendet wird, welches gleichzeitig ein verbotenes Dopingmittel darstellt.

Fotoquelle: Volkswagen

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