Mikko Hirvonen und Jarmo Lehtinen wollen im Nebel den Durchblick behalten

Rallye 2014

— 30.04.2014

Notiz und Nebel-Aktionen bei der Rallye Argentinien

Vor der Rallye Argentinien erklärt Mikko Hirvonens Co-Pilot Jarmo Lehtinen die Tücken des südamerikanischen Hochnebels

Am 11. Mai startet in Villa Carlos Paz die Rallye Argentinien, und wenn es dann wieder auf 2.100 Meter Höhe über Normalnull geht, droht einmal mehr der Nebel zur Herausforderung zu werden. Vor allem die Wertungsprüfungen "El Condor" ist für ihre Undurchsichtigkeit bekannt. Der erfahrene Co-Pilot Jarmo Lehtinen, der seit zwölf Jahren an der Seite von Mikko Hirvonen fährt, weiß, wie schwierig diese Bedingungen werden können.

"Es ist wirklich nicht einfach, denn der ganze Rhythmus kommt durcheinander", erzählt der Finne gegenüber 'wrc.com'. "Der Fahrer muss im Nebel an ungewöhnlichen Stellen bremsen, das macht es so schwierig mit dem Aufschrieb im Rhythmus zu bleiben. Ich muss öfter aus dem Auto schauen, als ich das normalerweise tue."

Dabei ist es Lehtinen gar nicht gewohnt, während der Prüfung den Kopf zu heben: "Wenn klare Bedingungen herrschen und ich den Aufschrieb lese, muss ich nicht nach draußen schauen, weil ich den Rhythmus kenne und die Kurven und das Bremsen spüre. Ist es allerdings neblig, bremst der Fahrer sogar auf den Geraden wo ganz anders. Das ist verwirrend, denn ich weiß dann nicht, ob wir schon am Ende der Geraden sind, oder erst bei der Hälfte, weil der Fahrer vielleicht nur bremst, da er nichts sieht. Ich kann mich dann auf nichts mehr verlassen und muss schauen, wo wir uns befinden."

Der 45-Jährige findet es daher vorteilhafter, den verschlungenen Berglandschaften der Sierras von Cordoba zu folgen: "Geraden sind am schwierigsten. Wenn die Strecke größtenteils verschlungen und kurvig verläuft, ist es nur halb so schlimm. Die Geschwindigkeit ist dann nicht so hoch, und das Auto kann besser im Rhythmus bleiben. Auf langen Geraden ist es jedoch komplizierter herauszufinden, wo wir sind."

Auch die Orientierungspunkte für Kurveneingänge können im Nebel leicht verschwimmen. Lehtinen erklärt dazu, wie sich Fahrer und Co-Pilot normalerweise ihre Marken setzen: "Im Aufschrieb notieren wir uns als Bremspunkte manchmal einen seltsam aussehenden Baum, einen großen Stein oder ein Haus. Wir suchen uns ein Objekt und benutzen es dann als Bremsmarkierung oder zur Orientierung, wo die Kurve anfängt. Im Aufschrieb steht dann 'am Stein mittelscharf rechts', und wir wissen, dass wir an dem Stein einlenken müssen und können uns beim Bremsen darauf einstellen."

Wenn man sich auf keine Notizen mehr verlassen kann, müssen sich die Piloten auf ihr Gefühl verlassen. Nach 26 Jahren Rallye-Erfahrung weiß Lehtinen jedoch, wann der Fahrer unsicher wird: "Ich merke den Unterschied sofort. Der Fahrer weiß, dass der Aufschrieb recht hat und korrekt gelesen wurde, aber er hat kein Gefühl für den Wagen. Das fällt dann unmittelbar auf, vor allem, wenn man schon so lange an der Seite von einer Person fährt, wie ich mit Mikko."

Fotoquelle: xpbimages.com

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