WRC: Rallye Argentinien: Donnerstag

Rallye 2014

— 11.05.2014

Latvala besiegt Ogier und gewinnt in Argentinien

Jari-Matti Latvala setzt sich im Volkswagen-Duell gegen Sebastien Ogier durch und gewinnt die Rallye Argentinien - Kris Meeke (Citroen) als Dritter auf dem Podest

Die Rallye Argentinien wurde der nächste Triumphzug für Volkswagen. Jari-Matti Latvala und Sebastien Ogier dominierten den fünften Saisonlauf der Weltmeisterschaft und lieferten sich über drei Tage ein spannendes Duell. Diesmal musste sich der Weltmeister allerdings geschlagen geben. Bei Latvala lief alles perfekt und der Finne holte sich nach Schweden seinen zweiten Saisonsieg. Der Finne stellte insgesamt fünf Prüfungsbestzeiten auf, Ogier vier. Am Sonntag reduzierte der Franzose das Tempo und nahm für Platz zwei wichtige WM-Punkte mit.

Volkswagen ist nun seit neun Rallyes in Folge ungeschlagen. Das ist ein neuer Rekord für einen Hersteller in der WRC. "Es war ein fantastisches Wochenende. Diese Rallye war in der Vergangenheit nicht einfach für mich. Jetzt hat alles zusammengepasst", jubelt Latvala über seinen zehnten WRC-Sieg. Es war sein dritter Erfolg in Volkswagen-Diensten. "Wir haben mit den Ingenieuren sehr eng zusammengearbeitet. Dazu haben mir noch weitere Leute in jüngster Zeit geholfen."

Außerdem war entscheidend, dass Latvala Ogier im direkten Duell geschlagen hat. "Mental war das sehr wichtig", meint der Finne. "In Portugal baute ich einen Unfall. Wenn Seb hier gewonnen hätte, wäre die WM entschieden gewesen. Jetzt lebt die WM!" Ogier hatte nach 14 Wertungsprüfungen 1:26.9 Minuten Rückstand. Der letzte Schlagabtausch fand in der Power Stage statt. Die Bedingungen erinnerten an die Rallye Großbritannien, denn es war neblig, nass und matschig.

"Ich bin am Ende etwas vorsichtig gefahren und habe etwas Zeit verloren", sagt Ogier zu WP14. "Zu Beginn war der Grip besser als am Vormittag, aber am Ende war es sehr matschig. Ich wollte noch einige Punkte sammeln. Für die WM ist es kein schlechtes Wochenende." Der Weltmeister stellte in der Power Stage die Bestzeit auf und sicherte sich drei Bonuspunkte. Latvala sammelte als Dritter einen Zähler.

Meeke fährt auf Platz drei

Volkswagen dominierte die Rallye klar, denn die Verfolger lagen weit zurück. Das Podest komplettierte Kris Meeke, der nach Monte Carlo zum zweiten Mal in die Top 3 kam. Der Brite fuhr nicht auf Angriff, sondern wollte sich aus allen Problemen heraushalten, Kilometer abspulen und Erfahrungen sammeln. Dieser Plan ging mit Platz drei perfekt auf, obwohl sein Rückstand im Ziel fast sechs Minuten betrug.

"Ich musste so langsam wie möglich fahren, um meine Position abzusichern", sagt der Brite im Ziel erleichtert. Nach seinen zahlreichen Unfällen hat Meeke seine Saison wieder auf Kurs gebracht. "Dieses Ergebnis ist für das Team. Sie haben an mich geglaubt", betont der Citroen-Werksfahrer. Allerdings stellte er im Laufe der Rallye keine einzige Bestzeit auf. Eine ebenfalls überzeugende Rallye zeigte Volkswagen-Junior Andreas Mikkelsen.

Am Freitag kämpfte der Norweger an der Spitze mit und lag hinter seinen Teamkollegen auf dem dritten Platz. In WP5 musste Mikkelsen allerdings wegen eines abgesprungenen Riemens bei der Lichtmaschine aufgeben. Am Samstag war er wieder dabei und fuhr sich rasch auf den vierten Platz nach vor. Diese Position verteidigte er bis ins Ziel. "Es war ein sehr gutes Wochenende", freut sich Mikkelsen. "In der Power Stage bin ich es vorsichtig angegangen, weil es gefährlich wurde." Außerdem leuchtete die Kontrolllampe der Lichtmaschine in der Power Stage auf.

Großer Rückstand für Hyundai

Hyundai erlebte eine Rallye mit Höhen und Tiefen. Dani Sordo konnte nie sein Potenzial zeigen, denn von Beginn an gab es technische Probleme an seinem i20 WRC. Schließlich musste der Spanier am Samstag endgültig aufgeben. Thierry Neuville kam ins Ziel, konnte sich aber kaum in Szene setzen. Lediglich in der kurzen Superspecial am Samstagabend (WP10) machte der Belgier mit der Bestzeit auf sich aufmerksam.

Unter dem Strich hatte der Vizeweltmeister achteinhalb Minuten Rückstand. Auf Hyundai wartet noch ein weiter Weg. "Ich habe Glück, denn die Kraftübertragung ist in der letzten Prüfung gebrochen", spricht Neuville die noch nicht perfekte Zuverlässigkeit des i20 an. "Ich wollte nur noch durchkommen. Diese Rallye war sicher die härteste der vergangenen Jahre. Wir haben noch viel Arbeit vor uns."

Keine Unfälle von Kubica

Spannend ging es bis zum Schluss im Duell um Platz sechs zu. Robert Kubica (Ford) hatte vor der abschließenden Power Stage fünf Sekunden Vorsprung auf Elfyn Evans (Ford). In WP14 fuhr Evans aber auf Sicherheit. Somit gehörte Rang sechs dem ehemaligen Formel-1-Piloten. "Ich bin sehr zufrieden", sagt Kubica erleichtert. "Die Rallye war sehr schwierig. Nach der 'Recce' war uns klar, dass der Sonntag der schwierigste Tag sein würde. Die Bedingungen waren auch extrem. Wir sind eine Rallye ohne Problemen gefahren und haben Punkte gesammelt. Das ist gut."

Ford-Privatier Martin Prokop fuhr eine solide Rallye und wurde mit Platz acht belohnt. Neunter wurde Mikko Hirvonen. Der M-Sport-Pilot war einer der vielen Fahrer, die im Laufe dieser Rallye Probleme hatten. Hirvonen schied schon in WP2 durch Unfall aus. Am Samstag startete der Finne schließlich eine Aufholjagd, markierte am Sonntag drei Bestzeiten und fuhr noch auf Rang neun nach vor. Außerdem sammelte Hirvonen als Zweitschnellster zwei Bonuspunkte in der Power Stage.

Nicht ins Ziel kam Mads Östberg. Der Citroen-Pilot schied wie Hirvonen schon in WP2 durch Unfall aus. Dabei hatte er sich die rechte Hand angeschlagen. Trotzdem mühte sich Östberg durch den Samstag. Am Sonntagvormittag wurden die Schmerzen aber zu groß und der Norweger parkte seinen DS3 WRC nach WP12 im Servicepark. Platz zehn ging an Nasser Al-Attiyah, der mit seinem Ford Fiesta RRC damit auch die WRC2-Wertung gewann.

"Ich bin sehr glücklich. Nach dem Sieg in Portugal wollten wir hier auch gewinnen", sagt Al-Attiyah. "Mein Team hat sehr hart gearbeitet. Wir sind ohne Probleme durchgekommen. Das haben wir gebraucht. Nun wollen wir die Meisterschaft gewinnen." Der nächste WM-Lauf findet wieder in Europa statt. Vom 5. bis 8. Juni wird auf der Mittelmeerinsel Sardinien um den Sieg gekämpft.

Fotoquelle: xpbimages.com

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