WRC: Rallye Italien: Donnerstag

Rallye 2014

— 08.06.2014

La bella Italia - Volkswagen dominiert auch auf Sardinien

Volkswagen und Sebastien Ogier mit Italien-Sieg "Halbzeitmeister" - Zehnter Rallye-Triumph in Folge für den Polo R WRC - Perfekte Leistung auf Sardinien

Cooles Resultat einer heißen Rallye: Volkswagen hat auf Sardinien die Führung in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in allen drei WM-Wertungen ausgebaut. Sebastien Ogier/Julien Ingrassia feierten bei der Rallye Italien unter extrem harten Bedingungen ihren vierten Saisonsieg. Volkswagen bleibt damit 2014 ungeschlagen und baute damit die Siegesserie auf zehn Triumphe in Folge aus.

Die Rallye-Fans fieberten lange Zeit bei einem der packendsten Duelle der Saison mit: Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila lieferten sich mit ihren Volkswagen-Teamkollegen Ogier/Ingrassia über lange Zeit einen Zweikampf um die Prüfungssiege, Sekundenbruchteile und die Gesamtführung, ehe sie ein Reifenschaden in Führung liegend auf Platz drei zurückwarf. Auch das dritte Duo im Volkswagen Polo R WRC überzeugte mit einer starken und reifen Leistung: Andreas Mikkelsen/Ola Flöne beendeten die sechste Rallye der Saison auf Position vier.

"Ogier gegen Latvala - das war eines der spannendsten Duelle, die ich seit langem verfolgt habe", so Dr. Heinz-Jakob Neußer, Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen. "Ich denke, dass uns dieser Zweikampf die gesamte restliche Saison weiter viel Freude bereiten wird. Das ganze Volkswagen-Team hat eine großartige Leistung erbracht. Vielen Dank an alle, die an dem Erfolg mitgearbeitet haben."

Duell der Drift-Giganten: Ogier vs. Latvala

WM-Erster gegen WM-Zweiter - das Duell um die Führung in der Gesamtwertung der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) prägte zu deren Beginn auch die Rallye Italien. Getreu dem Volkswagen Motto "der Beste soll gewinnen", das Stallregie im WM-Duell ausschließt, übernahm Latvala auf der fünften Wertungsprüfung die Führung. Ogier hielt im weiteren Verlauf seinerseits mit Bestzeiten dagegen.

Am Samstagnachmittag spitzte sich der Zweikampf der beiden Volkswagen-Piloten, der schon beim vergangenen Lauf in Argentinien die Geschichte der Rallye bildete, endgültig zu. Lediglich 12,3 Sekunden trennten die beiden Teamkollegen vor den verbleibenden 100 Kilometern der Rallye. Ein Quersteher Latvalas jedoch beendete das spektakuläre Duell - ausgerechnet auf der 13. Wertungsprüfung der Rallye.

Latvala traf einen Stein und beschädigte ein Rad, das er anschließend wechseln musste. Während Ogier mit komfortabler Führung seinen 13. Sieg in Volkswagen-Diensten feierte, kämpfte Latvala mit Mad Östberg (Citroen) bis zur letzten Stage um Platz zwei. Mit Rang drei fuhren Latvala/Anttila ihren insgesamt 43. Podestplatz ein - den elften in 19 Rallyes mit Volkswagen.

"Ich bin überglücklich! Dieser Sieg war definitiv einer der am härtesten erkämpften in meiner Karriere", bewertet Ogier seinen 20. WM-Erfolg. "Vom ersten Tag an sind Julien und ich hier auf Sardinien absolut am Limit gefahren. Bei der Hitze und mit den extrem rutschigen Streckenbedingungen zu Beginn, mussten wir alles riskieren, um Jari-Matti unter Druck zu setzen. Letztlich hat es sich ausgezahlt und wir haben gewonnen."

"In der WM sind wir zur Saisonhalbzeit zwar vorn, aber es gibt keinen Grund sich zurückzulehnen: Jari-Matti ist im Moment in Top-Form. Aber wir haben auch die anderen weiter auf der Rechnung. Mads war stark und Glückwunsch an Andreas für den Sieg in der Power Stage!" Teamkollege Latvala zeigte auch auf Sardinien, dass er zu den besten Rallye-Fahrern der Welt zählt. Lediglich das Missgeschick in WP13 hinderten ihn am zweiten Sieg in Folge.

Latvala nicht restlos zufrieden

"Über den dritten Platz kann ich mich nicht so recht freuen", meint Latvala deshalb. "Wir lagen seit Freitag in Führung und hatten gute Aussichten, hier zu gewinnen. Leider hat ein Quersteher, der mit einem Reifenschaden endete, uns am Samstag alle Chancen auf den Sieg genommen. Dazu kamen noch ein paar kleinere Probleme. Am Sonntag haben wir versucht, Mads einzuholen, aber sein Vorsprung war zu groß - immerhin haben wir noch zwei Zusatzpunkte in der Power Stage geholt."

"Keine Frage, vom Speed her waren wir hier auf Sardinien sehr gut unterwegs. In der Meisterschaft ist die Situation natürlich nicht leichter geworden, aber es stehen noch sieben Rallyes aus und wir müssen nach vorn schauen." Erfolgreiche norwegisch-norwegische Wiedervereinigung: Mikkelsen und sein neuer, alter Beifahrer Flöne feierten gemeinsam mit Platz vier einen starken Einstand. Für Mikkelsen war es das dritte Mal in Folge, dass er Platz vier einfuhr.

Mikkelsen/Flöne lieferten sich über den größten Teil der Rallye Italien ein Duell mit Citroen-Werksfahrer Östberg um Rang drei, ehe sie auf der zwölften von insgesamt 17 WPs auf der Ideallinie einen Wagenrad-großen Stein trafen und einen Stoßdämpfer beschädigten. Auf den abschließenden Sonderprüfungen sicherten Mikkelsen/Flöne daraufhin Rang vier mit einer umsichtigen Fahrt ohne unnötiges Risiko ab.

"Die Ausgangssituation für heute war eine leichte für uns. Auf Platz drei nach vorn war viel Platz. Noch mehr auf Platz fünf hinter uns", sagt Mikkelsen. "Wir haben uns den gesamten Vormittag darauf konzentriert, möglichst die Reifen für die Power Stage zu schonen. Das hat sich ausgezahlt, auch wenn wir dort ein paar kleinere Fehler gemacht haben. Trotzdem hat es zu meinem ersten Power-Stage-Sieg gereicht. Super!"

"Alles in allem bin ich mit der Rallye Italien sehr zufrieden. Wir haben erreicht, was wir uns vorgenommen hatten. Ich bin froh, Ola als Beifahrer zurück an meiner Seite zu haben. Er hat aus dem Stand eine Top-Leistung abgeliefert. Es war jetzt der dritte vierte Platz in Folge. Das nächste Mal würde ich gern wenigstens einen Platz besser abschneiden. Dafür bin ich zuversichtlich, denn mit Ola und mir kann es von hier an nur aufwärts gehen."

Volkswagen-Siegesserie hält an

Serie ausgebaut: Dank des vierten Saisonsiegs von Ogier/Ingrassia schreibt Volkswagen eine Erfolgsgeschichte weiter fort. Saisonübergreifend ging zehnmal in Folge der Laufsieg nach Wolfsburg. Für den Polo R WRC schlagen nach 19 WM-Einsätzen 16 Siege und 28 Podiumsränge zu Buche.

Das World-Rally-Car aus Wolfsburg ist allerdings nicht nur schnell, sondern auch zuverlässig. In den 19 Rallyes des Polo R WRC seit dessen erstem Einsatz 2013 verzeichnete das Team nicht einen technisch bedingten Ausfall. In den 343 Wertungsprüfungen seit der Rallye Monte Carlo im vergangenen Jahr gingen 226 Bestzeiten an Volkswagen Fahrer. Von 953 möglichen Top-3-Zeiten stehen nach Abschluss der Rallye Italien 521 auf der Haben-Seite des Polo R WRC.

Kraftakt des Volkswagen-Teams

Viel Arbeit, wenig Schlaf - für die Service-Crews bedeutete der sechste Saisonlauf der Rallye-WM eine wahre körperliche Herausforderung. Die sportliche Rückversicherung der Volkswagen-Duos sorgte bei den acht Wartungen dennoch für den gewohnt fehlerfreien und zuverlässigen Service. Für den 15-minütigen Mittagsservice am Freitag, der 120 Kilometer vom Servicepark in Alghero entfernt in Budduso auf dem Programm stand, verbrachten die Mechaniker zudem mehrere Stunden auf den Landstraßen Sardiniens.

Angesichts langer Verbindungsetappen standen für die Service-Crews nicht nur Einsätze um kurz nach sechs Uhr morgens an, sondern auch ab 21:00 Uhr am Abend bis in die Nacht. Bei den sogenannten Flexi-Services werden die Polo R WRC nacheinander für je 45 Minuten gewartet, ehe sie zurück ins Parc Ferme gebracht werden.

Zusatzpunkte in der Power Stage

Das erste Mal in der Geschichte des Polo R WRC in der Rallye-WM gingen sämtliche Extrapunkte in der sogenannten Power Stage nach Wolfsburg. Mikkelsen holte sich mit seiner Bestzeit zum ersten Mal drei Zusatzzähler, Latvala sicherte sich zwei Punkte für Platz zwei, Ogier einen für Platz drei. In 18 Power Stages gingen 32 Mal Extrapunkte an Volkswagen-Fahrer. Das Power-Stage-Resultat in Italien war zudem das 25. Mal, dass alle drei Polo R WRC an der Spitze einer Wertungsprüfung lagen. Kleine Randnotiz: Die Bestzeit von Mikkelsen in der Power Stage markierte die einzige in der Rallye Italien für den 24-Jährigen.

Mit seinem vierten Saisonsieg - seinem vierten Podestplatz - sowie dem Zusatzzähler in der Power Stage bauten Ogier und Ingrassia ihre Führung in der Fahrer- und Beifahrer-WM auf 33 Zähler aus. Unabhängig vom Ausgang der kommenden Rallye Polen steht damit schon fest, dass die Titelverteidiger die erste Saisonhälfte auf jeden Fall als WM-Führende beenden. Sie könnten sich dort sogar einen "Nuller" erlauben. Ihre ärgsten Verfolger sind die Teamkollegen Latvala/Anttila. Auch im Kampf um Platz drei der Weltmeisterschaft ist ein Volkswagen-Fahren mittendrin: Mikkelsen liegt nur drei Zähler hinter Östberg auf Gesamtrang vier.

"Hut ab vor der gesamten Mannschaft und Glückwunsch an Sebastien und Julien", gratuliert Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito. "Sie haben nicht nur ihren Vorjahressieg hier in Italien wiederholt, sondern auch dafür gesorgt, dass Volkswagen in allen drei Wertungen der Rallye-WM als 'Halbzeitmeister' feststeht. Dahinter steckt viel harte Arbeit des gesamten Teams vor Ort, in Wolfsburg und Hannover."

"Ein großes Kompliment geht auch an Jari-Matti und Miikka. Sie haben die Rallye lange Zeit angeführt und ein spektakuläres Duell mit Sdbastien gezeigt. Ein Quersteher hat gereicht, dass es diesmal vorzeitig beendet war. Das gilt aber ganz sicher nicht für den Rest der Saison. Auch Andreas und Ola haben eine hervorragende Leistung gezeigt und bewiesen, dass sie in der Weltspitze angekommen sind. Wir werden weiter permanent daran arbeiten, dass der Polo R WRC und unsere Fahrer diejenigen bleiben, die es zu schlagen gilt."

Und da war dann noch das schlaflose Alghero. Die späten Service-Zeiten bei der Rallye Italien sorgten für eine einmalige Stimmung im Service-Park, der direkt am Hafen von Alghero gelegen ist. Tausende von Zuschauern, eine Partymeile mit Straßenverkaufsständen und Yachten im Hintergrund - genau das Richtige für die italienische Seele und eine stimmungsvolle Kulisse für die Rallye-WM.

Fotoquelle: Volkswagen

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