Sebastien Ogier kommt mit einem WM-Vorsprung von 33 Punkten nach Polen

Rallye 2014

— 20.06.2014

Volkswagen bereit für Premiere in Polen

Volkswagen bereit für die Neuauflage der Rallye Polen - Sorgfältige Vorbereitung: dreitägige Testfahrten für Sebastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen

Terra incognita für den Weltmeister - vom 26. bis 29. Juni 2014 werden drei Polo R WRC im Rallye-Tempo und mit spektakulären Drifts erstmals Polen durchmessen. Hohes Tempo, flüssige Schotterpisten über Kuppen mit weiten Sprüngen und die Rallye mit der längsten Tradition nach der legendären "Monte" erwarten Titelverteidiger und Tabellenführer Sebastien Ogier/Julien Ingrassia, die WM-Zweiten Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila sowie Andreas Mikkelsen/Ola Flöne.

Während für das 315 PS starke World Rally Car aus Wolfsburg der Lauf in Polen eine Premiere ist, sind die drei Fahrerteams bereits Polen-erfahren - und haben allesamt offene Rechnungen zu begleichen. Schon vor dem siebten Saisonlauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) - erstmals seit 2009 wieder im Kalender - stehen Ogier/Ingrassia sowie Volkswagen Motorsport frühzeitig und eine Rallye vor der Sommerpause als "Halbzeitmeister" der Rallye-WM fest.

Während Ogier/Ingrassia ihren Vorsprung nach Kräften ausbauen wollen, haben Latvala/Anttila fest im Blick, den Rückstand von derzeit 33 Zählern zu verkürzen. Zuletzt hatte das Duell Ogier vs. Latvala in Argentinien und Italien die Fans begeistert. In Polen werden an den insgesamt 24 Wertungsprüfungen über 362,48 Kilometer sowie im Servicepark von Miko?ajki Abertausende begeisterter Rallye-Fans erwartet. Am Rallye-Samstag werden zudem WPs im nahe gelegenen Litauen ausgetragen.

"Die Rallye Polen ist die einzige WM-Rallye im Kalender, die wir mit dem Polo R WRC noch nie unter Wettbewerbsbedingungen in Angriff genommen haben", so Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito. "Doch das ändert sicher nichts am Ziel, auch hier gewinnen zu wollen. Wir haben uns mit einem kompakten, intensiven Test über drei Tage auf die Aufgabe vorbereitet und haben mit dem Polo R WRC das Auto zur Verfügung, das es derzeit zu schlagen gilt."

"Zehn Siege in Folge sprechen für sich. Aber auch die Leistung unserer drei Fahrer bei den vergangenen Rallyes. Ogier gegen Latvala kann sich zum Dauerkrimi der Saison entwickeln, davon bin ich überzeugt. Und dann wäre da noch Andreas Mikkelsen, der in dieser Saison großartige Rallyes gezeigt hat und mit 24 Jahren bereits in der Weltspitze angekommen ist. Unsere Gegner werden nichts unversucht lassen, uns zu schlagen. In wenigen Worten: Wir freuen uns sehr auf die Rallye Polen."

Volkswagen bereitet sich intensiv auf Polen vor

Zwei Wochen vor dem Start der Rallye Polen hat sich Volkswagen bei Tests sorgfältig auf die kommende Aufgabe vorbereitet. Je ein Tag stand den Werksduos Ogier/Ingrassia, Latvala/Anttila und Mikkelsen/Fløene zur Verfügung, um sich an die Bedingungen rund um Miko?ajki zu gewöhnen. Charakteristisch für die Rallye Polen sind schnelle Abschnitte auf sandigem Schotter mit vielen Kuppen - teilweise ähnlich wie in Finnland, allerdings liegen die Prüfungen weniger in Wäldern und weisen mehr Abzweige auf.

Dazu gilt die Rallye witterungstechnisch als extrem launisch - im vergangenen Jahr blieben beispielsweise die Teilnehmer der heutigen FIA Rallye-Europameisterschaft (ERC) während der sogenannten "Recce", der Streckenerkundung vor der Rallye, im tiefen Schlamm stecken. Drei Fahrer, drei verschiedene Teams, dreimal ein vorzeitiges Aus: Ogier, Latvala und Mikkelsen haben in Polen Aufholbedarf.

Der aktuelle Titelverteidiger und Tabellenführer Ogier musste 2009 mit einem technischen Defekt vorzeitig aufgeben - bis dahin mit Platz drei ein Podiumsresultat für Citroen fest im Visier. Latvala, damals bei Ford, schied nach einem Unfall nur wenige hundert Meter vor dem Ziel auf der Zuschauerprüfung in Miko?ajki auf Rang zwei liegend aus. Und auch Mikkelsen musste seinerzeit im Skoda Fabia WRC frühzeitig aufgeben.

Es wird ein neuer Aufschrieb erstellt

Dank seines Punktepolsters blickt Ogier entspannt nach Polen. "Die Hauptsache ist, dass wir die Weltmeisterschaft derzeit anführen und den Vorsprung zuletzt auf Sardinien sogar ausgebaut haben. Wir wollen in Polen natürlich so weitermachen. Wir wissen zwar, dass wir nicht immer gewinnen können, aber es muss das Ziel sein, immer möglichst viele Punkte von den Rallyes mitzunehmen. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr nach jeder Rallye 25 Punkte Vorsprung - also einen Sieg - auf den Zweitplatzierten zu haben."

"Man weiß ja nie, was noch passiert", so der Weltmeister. "Ich denke nicht, dass wir Erkenntnisse oder Aufschriebe von 2009 noch einmal verwenden können. Das ist schon zu lange her. Vielleicht schaue ich mir noch einmal ein paar Onboard-Aufnahmen von damals an. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Rallye für alle Teilnehmer dieses Jahr Neuland sein wird. Wir haben im Vorfeld einen Test absolviert, der sehr gut verlief."

"Es ging in erster Linie darum, die Abstimmung an die Bedingungen in Polen anzupassen. Die Piste war sehr schnell und es war auch interessant, den Untergrund kennenzulernen. Er ist sehr sandig und weich, weshalb er bei der Rallye nach ein paar Autos schon sehr schnell aufbrechen und sehr uneben werden kann. Deshalb erwarten wir auch, dass die Pistenbedingungen während der Rallye ganz anders sein werden, wenn wir die Wertungsprüfungen dann am Nachmittag ein zweites Mal fahren."

Latvala: Ähnlich, aber anders als Finnland

Latvala will seinen Fauxpass von 2009 unbedingt ausbügeln. "Die Rallye in Polen besteht aus sehr schnellen Passagen mit vielen Sprüngen, ähnlich wie die in Finnland. Ein Unterschied zu Finnland ist allerdings, dass es weniger Wälder gibt, die Wertungsprüfungen führen mehr durch offenes Gelände", vergleicht der Finne. "Zudem ist der Untergrund eher sandig als steinig. Ich weiß schon in etwa, was mich bei der Rallye Polen erwartet, ich bin dort ja schon 2009 gefahren."

"Aber die Piloten in der Rallye-Weltmeisterschaft fahren heutzutage auf einem so hohen Niveau - sie können sich sehr schnell auf die Bedingungen, auf verschiedene Untergründe und Grip-Level, einstellen. Von daher wird es auf jeden Fall nicht einfach. Im Vergleich zu 2009 sind einige Wertungsprüfungen gleich geblieben. Trotzdem erstellen wir einen komplett neuen Aufschrieb, auf den alten greifen wir nicht zurück."

"Neu ist dieses Mal, dass wir auch Wertungsprüfungen in Litauen fahren. Es ist also auch viel Neues dabei. Wir müssen uns daher sehr akribisch vorbereiten. Die Fans in Polen sind richtig verrückt nach Rallyes. Das war schon 2009 so und wird jetzt noch extremer sein, weil Robert Kubica in der WM fährt. Das wird bestimmt eine tolle Atmosphäre."

Auch Mikkelsen ist gespannt auf die neue Herausforderung: "Nach dem guten Auftritt mit Ola bei der Rallye Italien freue ich mich jetzt auf die Rallye Polen. Ich habe dort 2009 im Skoda Fabia WRC Erfahrungen gesammelt und es sehr genossen. Die Rallye Polen ist eine sehr, sehr schnelle Rallye. Die WPs sind ziemlich sandig - einfach wird es sicher nicht. Viele Zuschauer werden uns und natürlich besonders Robert Kubica unterstützen, denn der ist in Polen bekanntlich ein echter Volksheld."

"Die Fans bekommen weite Sprünge zu sehen und eine tolle Show geboten. Dort herrscht einfach eine tolle Atmosphäre. Das Streckenlayout - ziemlich schnell und flüssig - sollte meinem Fahrstil entgegenkommen. Ich bin mir sicher, dass wir dort ein gutes Ergebnis abliefern werden. In Italien sind wir zum dritten Mal Vierter geworden. Ich würde dieses Mal gerne wenigstens einen Platz besser abschneiden."

Goldap, Kapciamiestis und die Miko?ajki Arena

Polnische Premiere: Die 35,17 Kilometer lange Wertungsprüfung Goldap wird 2014 erstmals ausgetragen und lässt Rallye-Herzen höherschlagen. Spektakuläre Kuppen und weite Sprünge sowie lang gezogene Mutkurven verleihen dieser Highlight-WP ihren Charakter. Ebenfalls Neuland für alle: Die WP Kapciamiestis ist eine von vier Prüfungen, die jenseits der Grenze in Litauen über die Bühne geht.

Auf hartem Schotter geht es auch hier über schnelle und flüssige Passagen. Das größte Spektakel verspricht jedoch die kürzeste Prüfung der Rallye Polen: der Zuschauerrundkurs in der Miko?ajki Arena. Die 2,5 Kilometer lange "Super Special" liegt in Rufweite zum Servicepark und wird insgesamt vier Mal ausgetragen.

19 Rallyes, 16 Siege, 28 Podestplätze - die Bilanz des Polo R WRC in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) liest sich wie ein wahres Motorsport-Märchen. Bisher hat der 315-PS-Allradler an 343 Wertungsprüfungen teilgenommen - und 226 davon für sich entschieden. Auf der sogenannten Power Stage, bei der Zusatzpunkte für die besten drei vergeben werden, holten sich Volkswagen Fahrer sogar 32 Mal einen Bonus ab.

Bei 18 ausgetragenen Power Stages lag 13 Mal ein Polo R WRC vorn. Die Siegquote von Volkswagen seit Januar 2013 liegt bei 84 Prozent, die der erreichten Podiumsresultate bei 53 Prozent. Ogier gelang bei den 19 Rallyes mit Volkswagen 16 Mal eine Podiumsplatzierung, seinem teaminternen Konkurrenten Latvala elf Mal. Mit der Rallye Polen steht nun die 20. Rallye des Polo R WRC auf dem Programm.

Fußball-Fieber im Volkswagen-Team

Ecuador gegen Frankreich, Honduras gegen die Schweiz, USA gegen Deutschland, Portugal gegen Ghana, Korea gegen Belgien - am Mittwoch und Donnerstag der Rallye Polen ist neben dem Rallye-Geschehen im Volkswagen-Team für reichlich zusätzlichen Gesprächsstoff gesorgt. Denn die genannten Partien stehen im Fokus der Mitarbeiter von Volkswagen-Motorsport.

Egal ob Fahrer- und Beifahrer-Weltmeister, Technischer Direktor, Ingenieure, Chefmechaniker, Mechaniker oder Motorsport-Direktor - bei jeder Begegnung drückt jemand aus dem Volkswagen-Teams kräftig die Daumen. Diese "vereinten Nationen" sind für Volkswagen in Polen vor Ort am Start: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien und Irland, Italien, Litauen, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowenien, Spanien, Ungarn.

Die Zahl zur Rallye Polen: 18.021,58 km

18.021,58 Kilometer bei 53 Einsätzen - diese Distanz legten die drei Polo R WRC gemeinsam auf Wertungsprüfungen 2013 und 2014 bisher zurück. Das entspricht dreimal der Rundreise Gap (Frankreich) - Töysä (Finnland) - Oslo (Norwegen), also zwischen den drei Geburtsorten der Volkswagen Piloten Ogier, Latvala und Mikkelsen.

Fotoquelle: Volkswagen

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