Thierry Neuville eroberte in Deutschland seinen ersten WRC-Sieg

Rallye 2014

— 07.09.2014

Hyundai will auch in Australien überraschen

Nach dem Premierensieg in Deutschland muss sich Hyundai in Australien auf Schotter beweisen - Thierry Neuville will sich wieder in Szene setzen

Das Hyundai-Team hatte nicht viel Zeit, um den historischen ersten Doppelerfolg in Deutschland zu feiern. Direkt im Anschluss an die Rallye starteten die Vorbereitungen für Australien. Mensch und Material wurde auf die Reise nach "Down Under" gebracht. Neben Nummer-1-Fahrer Thierry Neuville werden wieder Chris Atkinson und Hayden Paddon die anderen beiden Boliden fahren. Lokalmatador Atkinson sitzt dabei im i20 WRC mit der Startnummer 7. Der Australier Paddon übernimmt das Steuer der Startnummer 20 und tritt offiziell unter dem Banner von Hyundai Motorsport N an.

Da Testfahrten außerhalb Europas verboten sind, bereiteten sich Atkinson und Paddon bei einem Schotter-Test in den Vogesen vor. Trotz des großen Erfolges in Deutschland bleibt Hyundai mit den Füßen auf dem Boden. "Die Rallye Australien ist nicht so speziell wie Finnland, aber eine gute Straßenkenntnis ist sicherlich ein Vorteil", sagt Teamchef Michel Nandan. "Unsere drei Fahrer kennen die Straßen gut. Thierry und Hayden sind diese Rallye schon gefahren. Auch Chris ist auf dieser Art von Straßen schon oft gefahren."

"Australien ist weiterhin Teil unseres Entwicklungsprogramms. Die Rallye mit allen drei Autos zu beenden, ist unser erstes Ziel. Natürlich hoffen wir auf ein gutes Ergebnis und wollen unsere Fortschritte demonstrieren. Mechanisch sollte es für das Auto nicht zu hart werden. Es wird kleine Chassis-Revolutionen geben, die die Standfestigkeit verbessern sollen. Wir haben problemlos bei ähnlichen Bedingungen getestet. Deshalb glauben wir, dass wir für Australien gut vorbereitet sind."

Im Vorjahr kam Neuville am Steuer des Ford Fiesta RS WRC als Zweiter ins Ziel. Der Sieg in Deutschland verleiht Selbstvertrauen. "Unseren ersten Sieg werde ich natürlich nie vergessen, vor allem weil ich die Rallye mit einem schweren Unfall gestartet habe", blickt der Belgier auf Deutschland zurück. "Wir müssen trotzdem mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben und uns auf Australien konzentrieren."

"Ich hatte dort im Vorjahr ein sehr gutes Ergebnis und kenne die Straßen recht gut. Ich möchte deshalb wieder sauber fahren, das Auto ins Ziel bringen und einige gute Zeiten fahren", nimmt sich Neuville vor. "Wir konnten vor Australien nicht testen, aber wir haben bei ähnlichen Bedingungen Erfahrungen mit dem i20. Deshalb glaube ich, dass wir gut vorbereitet sind."

Atkinson & Paddon testeten in Frankreich

Dagegen konnten seine beiden Teamkollegen testen. Für Atkinson wird es der erste Rallye-Einsatz seit Mexiko Anfang März werden. "Deine Heimrallye ist immer etwas Besonderes. Da ich sie schon einige Jahre nicht gefahren bin, macht sie für mich noch wichtiger", sagt "Atko". Im Jahr 2006 wurde er mit einem Subaru Neunter. Allerdings wurde die Rallye damals in einem anderen Teil Australiens ausgetragen.

"Seit meiner letzten Rallye in Australien bin ich nicht viel gefahren. Das ist leider unglücklich, denn nichts kann die Zeit im Auto ersetzen. Ich testete vor Australien zwei Tage lang in Frankreich, um das Gefühl wiederzuerlangen und an der Abstimmung zu arbeiten", so Atkinson. "Ich möchte konstant fahren und um ein gutes Ergebnis kämpfen. Ich unterschätze aber nicht, wie schwierig es sein wird, nach sechs Monaten wieder auf Tempo zu kommen. Das Auto zeigt einen guten Speed und es geht in die richtige Richtung. Ich kann auch auf die Unterstützung der australischen Fans zählen."

Auf die Unterstützung der Fans darf auch Paddon hoffen. Er gilt als große neuseeländische Hoffnung. Nachdem er Deutschland auslassen musste, darf er seine vierte Rallye in dieser Saison in Angriff nehmen. "Auf die Rallye Australien freue ich mich am meisten, denn es ist praktisch mein Heimevent. Obwohl die Straßen ganz anders als in Neuseeland sind, hatte ich dort schon einige Erfolge." So feierte er im Jahr 2011 den Klassensieg in der Produktionswagen-WM.

"Für uns ist es auch sehr besonders, weil viele Fans aus Neuseeland kommen und die Kiwi-Flaggen schwenken werden. Ich hoffe, wir können ihnen etwas zum Feiern zeigen. Wir hatten in Frankreich einen sehr guten Test. Ich habe auch eine neue Abstimmung erarbeitet. Das Team arbeitet sehr hart und durch die Erfolge in Deutschland ist die Stimmung sehr gut. Wir wollen den nächsten Fortschritt machen und im Spitzenfeld eine Rolle spielen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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