Rallye Argentinien 2003

Rallye Argentinien 2003 Rallye Argentinien 2003

Rallye Argentinien 2003

— 22.05.2003

Solo für den Schotter-Schumi

Weltmeister Marcus Grönholm schaffte in der Pampa seinen dritten Saisonsieg. Nach dem ersten Drittel des Titelkampfs wird dringend ein Gegner gesucht.

Grönholm, der Über-Finne

Drei Schotter-Rallyes (Türkei, Neuseeland, Argentinien) liegen hinter dem WM-Tross. Zwei (Griechenland, Zypern) folgen noch, bevor es bei der endlich vom Weltverband bestätigten Rallye Deutschland (24. bis 27. Juli) zum ersten Mal seit der Auftakt-Rallye in Monte Carlo im Januar wieder auf Asphalt geht. Ein Mann drückte den Schotterrennen gnadenlos seinen Stempel auf: Marcus Grönholm, der in Argentinien nach Fahrfehler einen Zwei-Minuten-Rückstand aufholte und zum dritten Mal in diesem Jahr gewann.

Die gedemütigte Konkurrenz fragt sich: Ist der Peugeot-Finne überhaupt zu schlagen? Und wenn ja, von wem? Für diese kniffelige Aufgabe kommen nur zwei Akteure in Frage: Carlos Sainz (Citroën) und Markko Märtin (Ford). Spaniens Weltmeister von 1990 und 92, der zum Jahreswechsel nur mit viel eigenem Sponsorengeld ein Werkscockpit ergatterte, hat Grönholm mit dem auf Schotter relativ unerprobten Xsara bereits in der Türkei bezwungen. In Argentinien verhinderte nur eigene Dummheit eine Wiederholung dieses Coups. Aber "wir werden noch schneller", droht der "Matador", der seinen teuer bezahlten Teamkollegen Colin McRae locker im Griff hat.

Argentinien-Neuling Citroën war das einzige Top-Team, das sich nicht bei den zahllosen Wasserdurchfahrten der Pampa regelmäßig das halbe Auto zerrupfte. Gegen die Zerstörungskraft des kühlen Nass, in das die World Rally Cars mit Tempo 170 und mehr eintauchen, ist kaum ein Kraut gewachsen. Vor allem Subaru Impreza und Ford Focus büßten ständig viel teure Kohlefaser ein. Stückpreis einer Focus-Frontschürze: rund 6000 Euro.

Viel Arbeit für Ford und Subaru

Davon abgesehen wurde das Werk von Fords Chefingenieur Christian Loriaux den hohen Erwartungen erneut gerecht. Wie schon in Neuseeland konnte Markko Märtin dem Tempo von Marcus Grönholm folgen. Märtin (immer noch sieglos) über die ausgeklügelte Aerodynamik des Focus: "Ohne Frontschürze ist er auf Highspeed-Abschnitten sehr nervös." Loriaux versprach Abhilfe: "Wir werden die betreffende Befestigung verstärken."

Bei der Rallye Akropolis (5. bis 8. Juni) sollen zwei weitere Focus-Schwachstellen halten: die anfällige Schaltung und der Motor. Märtin und Markengefährte François Duval wurden in Argentinien mehrfach vom elektrohydraulischen Schaltsystem im Stich gelassen. Märtin stellte sein Auto mit drohendem Motorschaden (wie in Neuseeland) ab. "Eine genaue Fehleranalyse ist wichtiger, als mit Glück ins Ziel zu humpeln", hatte Teamchef Malcolm Wilson befohlen.

Viel Arbeit wartet auch auf Subaru. Die in Argentinien erstmals eingesetzten Stoßdämpfer des deutschen Herstellers ZF Sachs sorgten noch für Kopfzerbrechen. "Ich weiß noch nicht, welche Einstellungen welchen Einfluss aufs Fahrwerk haben", klagte Petter Solberg. Die Eigenart seines Impreza, sich in Linkskurven beim Bremsen blitzartig einzudrehen, beförderte den Norweger einmal in den Graben. "Trotzdem sind die neuen Dämpfer langfristig ein Fortschritt", ist sich Chefingenieur David Lapworth sicher.

Tapfere Skoda-Piloten

Bei Hyundai wäre man froh, wenn die Stoßdämpfer die einzige Problemzone wären. "Wir haben erst beim Shakedown am Tag vor dem Start der Rallye Argentinien gemerkt, dass die Dämpfer nach wenigen Kilometern am Ende sind", berichtete Armin Schwarz, "und sind auf Dämpfer mit Türkei-Konfiguration ausgewichen."

Damit konnte der Deutsche nur Schadensbegrenzung betreiben und möglichst vorsichtig fahren. Die Taktik ging fast auf – bis ihn, wie zuvor Teamkollege Freddy Loix, ein Motorschaden zum Zuschauer machte. Fortschritte sollen jetzt drei Testtage in Griechenland bringen. Erneut tapfer schlugen sich die "unzerstörbaren" Skoda. Für Punkte sind Didier Auriol und Toni Gardemeister auch in Griechenland und Zypern gut.

Eine Gefahr für Marcus Grönholm sind die Octavia aber ebenso wenig wie seine Peugeot-Teamkollegen Richard Burns, immerhin aktueller WM-Tabellenführer, und Harri Rovanperä. Burns hat voller Frust mitten in der Saison seinen Renningenieur gewechselt. Während Grönholm eifrig Französisch lernt, ist der Brite sprachlich isoliert, kann kaum mit seinen Mechanikern reden. Rovanperä hat ohnedies aufgegeben. Chancen, gegen Grönholm anzustinken, sehe er nicht.

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