Rallye Barcelona–Dakar 2005 (10)

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Rallye Barcelona–Dakar 2005 (10)

— 12.01.2005

Von Atar nach Kiffa

Tour-Tagebuch: Seit fünf Tagen verdunkelt der Sand den Himmel. Die Wüste nimmt kein Ende. Und es sind noch tausende Kilometer zu fahren.

Manchmal denke ich, so weit kann es doch gar nicht mehr sein nach Dakar. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Es ist noch verdammt weit. Mehrere tausend Kilometer liegen vor uns. Die Wüste nimmt und nimmt kein Ende, obwohl wir immer weiter nach Süden vordringen. Und seit nunmehr fünf Tagen verdunkelt der Wind den Himmel, die Sonne schimmert nicht einmal mehr durch. Feiner Sand fegt über die Straßen und durch die Gassen der Dörfer, so wie wir es im kalten Nordeuropa manchmal von Schneeverwehungen kennen. Einheimische sagen, dies passiere nur etwa zwei bis drei Wochen im Jahr, dann sei alles wieder sonnig und ruhig. Na wunderbar, haben wir ja perfekt getroffen.

Getroffen hat es leider auch den zweiten Motorradfahrer. Die Dakar fordert erneut ihre Opfer. Jeder der Teilnehmer weiß um die Gefahr, denkt jedoch stets, es treffe schon nicht ihn, sondern immer die anderen. Die Passagen werden nicht eben leichter. Doch noch fühle ich mich sehr sicher, da wir längst nicht das Tempo durch die Wüste fahren wie die Racer.

Kein Unbehagen auch, sobald wir durch Dörfer kommen. Stets werden wir freundlich empfangen, Kinder laufen aus den Hütten, winken uns zu. Teilweise müssen wir uns im Schrittempo durch die engen Gassen schlängeln, vorbei an primitiven Eselskarren, wackeligen Marktständen, skelettierten Autowracks und unzähligen Ziegen. Links hängt Schlachtfleisch, übersät mit Fliegen, an Holzgerüsten.

Gegenüber bieten Jungen Brot an, Frauen hocken an Nähmaschinen. Unmittelbar daneben schrauben die Menschen an völlig verbeulten Autos (hierhin scheinen übrigens alle 190er exportiert worden zu sein), schweißen, hämmern, reparieren. Der Boden ist schwarz vor Altöl. Es ist das typische Bild des armen Afrikas. In welch einer klinisch reinen, reichen und perfekt strukturierten Welt wir doch in Deutschland leben, denke ich. Ärgern uns über einen Kratzer im Kotflügel oder debattieren über das Spaltmaß zwischen Handschuhfach und Armaturenbrett. Hier haben die Menschen nicht einmal sauberes Trinkwasser.

Weitere Informationen zur Rallye gibt es auf der Dakar-Website www.dakar.com oder bei VW Motorsport.

Autor: Michael Specht

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