Rallye Barcelona–Dakar 2005 (6)

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Rallye Barcelona–Dakar 2005 (6)

— 06.01.2005

Von Smara nach Zouerat

Bloß nicht nachts durch die Wüste! Dann schon lieber schummeln an der mauretanischen Grenze – ein Loch in einem Erdwall.

Wind heißt in der Wüste schlechte Sicht

Muß ein Tag, der nicht gut beginnt, auch schlecht enden? Bei einer Rallye wie der Dakar weiß man das nie so genau. Im Biwak Smara, in Marokko, begann er mit einem Sandsturm und eisiger Kälte. Die kleinen Butterpäckchen stecke ich mir in die Hosentasche, um sie wenigstens etwas streichfähig zu machen. Skibrille und Skimütze schützen wirkungsvoll. Gut, daß ich sie eingepackt habe. Wir sind schließlich in Afrika.

Wind heißt hier schlechte Sicht. "Ihr werdet nicht vor drei Uhr nachts in Zouerat sein", gestand mir Chris Nissen, Rennleiter bei Volkswagen, "denn Mauretanien läßt erst die Teilnehmer, also Motorräder, Autos und Lkw die Grenze passieren, danach den Rest. Das bedeutet, vor zwei Uhr am Nachmittag kommen wir nicht rüber, und dann stehen noch über 400 Kilometer offroad an. Unter zehn Stunden ist das nicht zu schaffen. Das grenzt an Masochimus.

Abhilfe: vor sechs Uhr morgens an der Grenze sein. Dies aber würde bedeuten, noch am Abend 140 Kilometer unwegsames Gelände bewältigen, um ein nur drei Meter großes Loch in einem Erdwall zu finden, denn aus nicht weniger besteht dieser Grenzübergang. Auf keinen Fall! Nicht im Dunkeln! Außerdem soll es dort überall Minenfelder geben.

Plan B funktionierte. Am Vormittag dort sein und einfach vorbei schummeln. Denn auf jeden Fall wollte ich vermeiden, in die kommende Nacht hineinzufahren. Das Tempo geht dadurch enorm zurück, das Gelände ist schwer einsehbar, Unfälle und Schäden sind programmiert.

Selbst ein Touareg ist wie ein Sandkorn

Mauretanien gleicht im Norden mehr einer Mondlandschaft. Materialmordend. Das Auto muß eine Menge einstecken. Nur mühsam bahnen wir uns den Weg. Jetzt bloß nicht liegenbleiben. Es ist für uns Mitteleuropäer schier unglaublich, welche Flächen hier brachliegen, menschenleer, trocken, staubig, steinig. So weit das Auge reicht. Auch ein Touareg V10 mit seinen 313 PS und 750 Newtonmetern ist hier nur ein weiteres Sandkorn in einer Unendlichkeit.

Der uns aber hoffentlich heil hier heraus bringen wird. Was sich oft nicht so anhört, denn in den ausgefahrenen Furchen schlagen die Gesteinsbrocken brutal gegen die Aluschutzplatte. Die Bodenfreiheit ist etwas zu gering. Ohne die Panzerung wären wir jedoch längst verloren. Auch schwierige Stein- und Sandpassagen scheinen dem Wagen nichts anzuhaben. Bisher mußte ich weder die Untersetzung, noch die Differentialsprerren einschalten.

Das letzte Teilstück der Etappe ist zwar lähmend lang, aber wenigstens halbwegs entspannend. Flach wie der Salzsee in Utah/USA tut sich vor uns die Wüste auf. Mit Tempo 80 bis 100 und mächtiger Staubfahne donnert der Touareg die Piste entlang. Kurs 228 Grad, immer geradeaus. Fahrspaß pur. In Deutschland undenkbar. Hier Normalität, so man denn einen Geländewagen besitzt.

Genau mit Einbruch der Dunkelheit erreichen wir tatsächlich Zouerat. Hungrig finden wir uns in den Biwakzelten ein, suchen Schutz vor dem Wind und essen, wie jeden Abend, auf dem Boden. Und plötzlich bricht Feuer aus ...

Weitere Informationen zur Rallye gibt es auf der Dakar-Website www.dakar.com oder bei VW Motorsport.

Autor: Michael Specht

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