Rallye Barcelona–Dakar 2005 (11)

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Rallye Dakar 2005 (11)

— 13.01.2005

Von Kiffa nach Bamako

Tour-Tagebuch: Die Dakar erzeugt Frust. "Diese Strecke macht keinen Spaß", gesteht Race-Touareg-Copilot Dirk von Zitzewitz.

Trotz Trauer: The Rallye must go on

Der Tod von Fabrizio Meoni hat im Biwak in Kiffa alle schockiert. Ich sehe viele Menschen weinen, einige kannten ihn persönlich, auch Jutta Kleinschmidts Copilotin Fabrizia Pons. Es herrscht Trauer, Betroffenheit. Um acht Uhr abends knieten sich alle Anwesenden im Camp nieder und schwiegen für drei Minuten.

Sehr schnell stellt sich dann immer die Frage nach dem Sinn solch einer Veranstaltung. Doch die Organisation beschloß: The Rallye must go on. Die Dakar geht weiter. Zumindest für die Autos und Lkw. Die Spitzengruppe der Motorradfahrer jedoch hat beschlossen, die morgige zweite Marathon-Etappe nicht zu bestreiten. Alle Bikes werden daher nach Bamako geflogen und die Rallye von dort aus fortgesetzt. Die Nacht im Biwak gehörte wieder einmal komplett den Mechanikern. Es ist schier unglaublich, woher diese Jungs die Kondition und auch die Motivation nehmen.

An Schlaf war nicht zu denken. Bis morgens um acht, also kurz vor dem nächsten Start, ratterten die Stromgeneratoren, dröhnten die Motoren. Und dies nur, weil gegen 21 Uhr am Abend von 145 gestarteten Autos erst 25 im Ziel waren. Das übertrifft die Grenze des Belastbaren bei weitem, erzeugt Frust. Das Fahrerlager steht wartend bereit, und zwei Drittel aller Teilnehmer irrt da draußen in der Wüste herum, weil die Etappen schlecht ausgewählt wurden. "Es macht einfach keinen Spaß mehr", gesteht mir Dirk von Zitzewitz, Beifahrer im Race Touareg von Robby Gordon. "Die engen steinigen Passagen schütteln lediglich uns und die Autos durch, aber die Rallye fließt einfach nicht."

Afrika sieht aus wie Daktari

Auch für uns geht es am kommenden Tag eher holperig voran. Rund 400 Kilometer stehen auf dem Programm. Ziel: Kayes in Mali. Die Strecke Hamburg-Düsseldorf auf engen, ausgefahrenen und löchrigen Wegen. Das wird gut und gerne zehn bis zwölf Stunden dauern. Immer wieder müssen wir trockene, steinige Flußläufe durchqueren. Schrittempo wie bei der Camel-Trophy. Dann wieder extrem staubige Sandwege mit nicht einsehbaren tiefen Löchern. Die neuen Federbeine haben reichlich zu tun.

Aber wenigstens gibt es eine Belohnung für die Augen. Denn endlich ändert sich die Vegetation, Afrika sieht nun teilweise so aus wie bei Daktari: von der Sonne verbranntes, fast weißes Gras, dornige Bäume, ähnlich einer Savanne. Fehlt nur noch, daß Elefanten den Weg kreuzen. Mitunter fahren wir wirklich querfeldein, nur nach dem Pfeil auf dem Navigationsdisplay.

Immer wieder treffen wir auf kleinste Ansiedlungen, primitve Lehmhütten, Holz- oder Wellblechverschläge, hunderte Kilometer entfernt von der nächsten größeren Ortschaft. Oft stehen hier nicht mehr als fünf Behausungen, davor drei Frauen, drumherum zirka 20 Kinder sowie ein paar Ziegen. Erneut frage ich mich, aus was besteht deren Leben? Was essen sie, was trinken sie? Ich sehe weder einen Brunnen, weder Reis, Kartoffeln, noch Gemüse oder gar Hühner. Säße ich nicht im Touareg nach Dakar, ich glaube, ich würde hier für zwei Tage Stop machen.

Weitere Informationen zur Rallye gibt es auf der Dakar-Website www.dakar.com oder bei VW Motorsport.

Autor: Michael Specht

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