Rallye Dakar 2005 (12)

Volkswagen Race-Touareg

Rallye Dakar 2005 (12)

— 14.01.2005

Die letzten Etappen nach Dakar

Tour-Tagebuch: Die Kräfte lassen merklich nach, den Körper bedeckt ein Schicht aus Schweiß und Staub. Gesund kann das nicht sein.

Es wird schwieriger, konzentriert zu fahren

Die Kräfte lassen merklich nach. Nicht beim Touareg, eher bei mir. Zwei Tage noch. Jetzt gilt es durchzuhalten. Mental bin ich auf dem Tiefpunkt. Der Rücken schmerzt von den unzähligen Stößen, den Rüttelpisten und den langen Etappen. Die Haare sind verfilzt, den Körper bedeckt eine Schicht aus Schweiß und Staub. Der wenige Schlaf zehrt.

Es ist schwierig, konzentriert zu fahren. Jedes Loch, jeden größeren Stein rechtzeitig zu erkennen und auszuweichen. Oft erschwert der Staub vom Vordermann die Sicht. Die unbefestigten Wege gleichen meist mehr Abraumhalden denn Pisten. Unterspülungen bilden teils scharfe und tiefe Einschnitte. Hier mit nur einem Rad hineinzufallen, hieße Totalschaden. Mali ist kein Land der Dünen und langen Sandpassagen. Der Boden ist rötlich, legt sich als feine Schicht überall ab. Besonders die Motorradfahrer leiden, sehen aus wie gepudert. Gesund kann das alles nicht sein.

Mittlerweile ist fast die Hälfte nicht mehr im Rennen. Zu brutal waren die einzelnen Etappen. Viele gerieten in den typischen Teufelskreis. Nachts das Biwak erreichen und in vier Stunden ist der nächste Start. Dazwischen stehen Reparieren, Roadbook studieren, Essen und vielleicht eine halbe Stunde Schlaf auf dem Programm. Von menschlicher Hygiene ganz zu schweigen. Es ist eine Frage der Zeit, bis das Aus naht. Dann schwören sie: Nie wieder. Nicht mit mir. Ich bin doch nicht verrückt. Doch im März juckt es bereits wieder. Das Abenteuer ruft. Und Silvester stehen sie erneut am Start, voller Motivation. Diesmal werde ich es schaffen. Bestimmt.

Sehnsucht nach gewohnten Ritualen

Je näher wir Dakar kommen, desto mehr wächst in mir die Sehnsucht nach den gewohnten Ritualien: ein sauberes Bad, eine richtige Toilette, ein weiches Bett, den Kleiderschrank öffnen, ein gedeckter Tisch, Zusammensitzen mit Freunden, Sport treiben, meinetwegen auch Fernsehen und Sofa. Und ein Stück Schokolade.

Eben der ganz normale Alltag, den wir daheim gar nicht mehr bewußt wahrnehmen. Es tat sehr gut, einmal durch die ärmsten Länder der Welt zu fahren, zu sehen, unter welch primitivsten Bedingungen Menschen hier teilweise leben müssen. Viele vermeintlich wichtigen Dinge nimmt man dann eben nicht mehr so wichtig wie vorher.

Auch mit einem Vorurteil sollte ich noch aufräumen: Ich habe das Auto unterschätzt. Bislang dachte ich, der Touareg wäre ein Softroader wie viele andere auch. Ein SUV, mit dem Mutti im vornehmen Hamburger Westen ihre Kinder zum Reitunterricht fährt. Mitnichten. Er hat uns quer durch Afrika gebracht. Und dies sollte eigentlich genug Beweis für seine Geländetauglichkeit sein, oder?

Weitere Informationen zur Rallye gibt es auf der Dakar-Website www.dakar.com oder bei VW Motorsport.

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