Rallye Dakar 2007

Rallye Dakar 2007 Rallye Dakar 2007

Rallye Dakar 2007

— 25.01.2007

Millionen in den Sand gesetzt

Trotz riesigen Aufwands scheitert VW bei der Dakar erneut. Was macht der neue VW-Chef Martin Winterkorn, alles andere als ein Rallye-Freund?

Es war der Sommer 2002, als der damalige Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder klarstellte: "2005 wird VW die Rallye Dakar gewinnen." Knapp fünf Jahre später ist VW von diesem Ziel noch immer weit entfernt. Gerade scheiterte das Werksteam erneut spektakulär bei dem Versuch, die Wüstenrallye zum ersten Mal mit einem Fahrzeug mit Dieselmotor zu gewinnen. Nach einer Serie peinlicher Technikdefekte hat VW mal wieder Millionen in den Wüstensand gesetzt.

Das Auto des vierfachen Dakar-Siegers Ari Vatanen (54) brannte komplett ab, wahrscheinlich war eine Öl- oder Dieselleitung geplatzt.

Schnell, aber unzuverlässig: der 2,5-Liter-Fünfzylinder von VW mit 285 PS.

Der Südafrikaner Giniel de Villiers (34) konnte seine Siegeshoffnungen nach einem Motorschaden begraben. Der Spanier Carlos Sainz (44) wurde durch Defekte in der komplizierten Bordelektronik gebremst. Und US-Boy Mark Miller (44), das Zugeständnis von VW und Hauptsponsor Red Bull an den wichtigen US-Markt, verlor durch einen Differenzial-Schaden viel Zeit, kam auf Rang vier als bestplatzierter VW-Pilot ins Ziel. Statt deutschen Diesel-Hightechs triumphierte in der Sahara wieder mal vergleichsweise simple japanische Benzinertechnik von Mitsubishi. Jetzt geht beim Team aus Hannover die Angst um. Kippt der neue VW-Chef Martin Winterkorn, alles andere als ein Rallye-Freund, im Zuge der konzernweiten Sparmaßnahmen das Projekt?

Vieles spricht dafür. In den fünf Jahren, in denen VW zunächst mit dem Tarek, dann mit dem Race-Touareg um den Dakar-Sieg kämpfte, wurden nach Insiderschätzungen rund 100 Millionen Euro investiert.

Giniel de Vielliers, Ingenieur Jean-Claude Vaucard und Carlos Sainz bei der Rallye Dakar 2007.

Seit 2004 schickt VW jeden Januar knapp 30 Fahrzeuge und 80 Personen in die Wüste. "Einen Dakar-Sieg kann man nicht kaufen", weiß Mitsubishi-Teamchef Dominique Serieys. "Dazu braucht man Erfahrung." Genau die aber haben VW-Technikchef Eduard Weidl und Motorenentwickler Donatus Wichelhaus nicht. Erst im Herbst 2006 holte VW-Sportchef Kris Nissen mit Jean-Claude Vaucard (65) einen Dakar-Experten als Berater an Bord. Zwar war der Race-Touareg eindeutig das schnellste Wüsten- Auto – bei der Dakar 2007 gewannen die VW-Piloten zehn von 14 Tagesetappen, die Konkurrenz im Mitsubishi Pajero nicht eine einzige. "Doch bei der Dakar", spottet Sieger Peterhansel, "ist Schnelligkeit noch nicht einmal die halbe Miete."

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