Rallye Dakar 2009

Mitsubishi Pajero Dakar 1983 Kotolinskis Oasisiltis von VW 1980

Rallye Dakar 2008

— 06.12.2007

Vom Race-Truck zum Race-Touareg

Zwei neue Gesichter im Fahrer-Aufgebot von Volkswagen bei der Rallye Dakar: Dieter Depping aus Wedemark und sein Berliner Beifahrer Timo Gottschalk pilotieren bei dem Marathon-Klassiker erstmals einen Volkswagen Race Touareg 2.

Das Wolfsburger Aufgebot für die Rallye Dakar 2008 (5. bis 20. Januar 2008) umfasst mit Dieter Depping und Timo Gottschalk zwei neue Team-Piloten. Beide haben viel Erfahrung im klassischen Rallye-Sport: Dieter Depping war dreimal Deutscher Rallye-Meister, Copilot Timo Gottschalk war zuletzt 2005 und 2006 in der Rallye-Weltmeisterschaft als Copilot im Red Bull Skoda-Team engagiert. Bei der Rallye Dakar 2007 pilotierten sie zusammen einen Race Truck für Volkswagen und sammelten so bereits Erfahrung bei der berühmtesten Wüsten-Rallye der Welt. "Die Umstellung von klassischen Rallyes, wie sie beispielsweise in der Weltmeisterschaft gefahren werden, auf Marathon-Wettbewerbe wie die Rallye Dakar ist sehr groß", erklärt Timo Gottschalk. "Im klassischen Rallyesport fahren wir die Strecken vorher zweimal ab und erstellen ein sehr detailliertes "Gebetbuch", das der Beifahrer während des Rennens vorliest. Darin ist jedes Details der Strecke beschrieben, um für jede Kurve die Ideallinie zu wählen und die maximale Geschwindigkeit zu erreichen. Bei den Marathon-Rallyes sind wir hingegen auf völlig unbekanntem Terrain unterwegs und müssen erst einmal die Route anhand eines schematisierten Roadbooks der Veranstalter finden. Während klassische Rallyes auf Asphalt-Straßen oder festen Schotterwegen ausgetragen werden, führt ein Großteil der Route im Marathon-Rallyesport durch offenes Gelände."

Asphalt und Wüste, ein Riesenunterschied

Depping und Gottschalk waren bei der Dakar 2007 in einem Race-Truck unterwegs.

Ein weiterer Unterschied zwischen klassischen Rallyes und den Wüsten-Einsätzen im Marathon-Rallyesport liegt in der Länge. "In der Deutschen Rallye-Meisterschaft oder der Rallye-WM ist eine Wertungsprüfung zwischen 20 und 40 Kilometern lang. Bei Marathon-Rallyes wird oft die zehn- bis zwanzigfache Distanz an einem Stück absolviert. Bei der Rallye Dakar führt die siebte Etappe beispielsweise über 619 Kilometer – das ist fast die Länge von zwei klassischen Rallyes", erklärt Dieter Depping, Deutscher Rallye-Meister 1992, 1993 und 1994. "Das hat natürlich Auswirkungen auf Fahrweise und Tempo. Während man bei klassischen Rallyes auf den relativ kurzen Distanzen voll attackiert, muss man sich im Marathon-Rallyesport den Tag einteilen. Denn man kann natürlich nicht über 600 Kilometer auf unbekannten Strecken volles Tempo gehen. Als Fahrer muss man hier stärker taktisch agieren und mit Kräften und Konzentration haushalten." Auf diesen langen Etappen ist viel Eigeninitiative gefragt. Denn während die Piloten im klassischen Rallyesport ein bis zweimal am Tag den Service ansteuern, um das Fahrzeug warten zu lassen, sich zu erholen und neue Reifen aufziehen zu lassen, sind Dieter Depping, Timo Gottschalk und ihre Teamkollegen häufiger auf sich allein gestellt. "Zum Beispiel beim Reifenwechsel auf der Etappe – da gibt es keine Service-Crew, die mit anpacken kann. An den zwei Marathon-Etappen treffen wir unser Team sogar erst am darauf folgenden Abend wieder, an diesen Tagen gehört es auch zu unseren Aufgaben, den Race Touareg technisch für die nächste Etappe vorzubereiten." Als Kfz-Meister ist Dieter Depping für diese Aufgabe ebenso gut gerüstet wie Timo Gottschalk als Ingenieur für Kfz-Technik.

Nur noch 30 Tage bist zum Start

Der Race-Touareg 2 ist auch 2008 wieder der große Rivale des Dauersiegers Mitsubishi Pajero.

In den Wochen vor dem Start nutzen beide die Zeit für eine intensive Vorbereitung. Timo Gottschalk setzt sich mit den anderen Copiloten im Volkswagen Werksteam zusammen, um anhand von Kartenmaterial mögliche Streckenführungen zu erörtern und die Navigationsaufgaben vorzubereiten. "Die Zusammenarbeit mit den anderen Beifahrern funktioniert sehr gut, sie lassen mich an ihren Erfahrungen teilhaben", so der Berliner. Fahrer und Copilot betreiben außerdem ein intensives Fitnesstraining. "Nur wer eine gute Ausdauer hat, besitzt über die Distanz eine gute Konzentration", erklärt Dieter Depping. "Bei einer 15 Tage dauernden Rallye ist es wichtig, die langen Etappen konditionell durchzustehen und sich keinen Patzer zu erlauben. Die 'Dakar' verzeiht keine Fehler."

Autor: Sven-Jörg Buslau

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