Rallye Dakar 2009

Rallye Dakar 2008

— 06.12.2007

Vom Race-Truck zum Race-Touareg

Zwei neue Gesichter im Fahrer-Aufgebot von Volkswagen bei der Rallye Dakar: Dieter Depping aus Wedemark und sein Berliner Beifahrer Timo Gottschalk pilotieren bei dem Marathon-Klassiker erstmals einen Volkswagen Race Touareg 2.

Das Wolfsburger Aufgebot fr die Rallye Dakar 2008 (5. bis 20. Januar 2008) umfasst mit Dieter Depping und Timo Gottschalk zwei neue Team-Piloten. Beide haben viel Erfahrung im klassischen Rallye-Sport: Dieter Depping war dreimal Deutscher Rallye-Meister, Copilot Timo Gottschalk war zuletzt 2005 und 2006 in der Rallye-Weltmeisterschaft als Copilot im Red Bull Skoda-Team engagiert. Bei der Rallye Dakar 2007 pilotierten sie zusammen einen Race Truck fr Volkswagen und sammelten so bereits Erfahrung bei der berhmtesten Wsten-Rallye der Welt. "Die Umstellung von klassischen Rallyes, wie sie beispielsweise in der Weltmeisterschaft gefahren werden, auf Marathon-Wettbewerbe wie die Rallye Dakar ist sehr gro", erklrt Timo Gottschalk. "Im klassischen Rallyesport fahren wir die Strecken vorher zweimal ab und erstellen ein sehr detailliertes "Gebetbuch", das der Beifahrer whrend des Rennens vorliest. Darin ist jedes Details der Strecke beschrieben, um fr jede Kurve die Ideallinie zu whlen und die maximale Geschwindigkeit zu erreichen. Bei den Marathon-Rallyes sind wir hingegen auf vllig unbekanntem Terrain unterwegs und mssen erst einmal die Route anhand eines schematisierten Roadbooks der Veranstalter finden. Whrend klassische Rallyes auf Asphalt-Straen oder festen Schotterwegen ausgetragen werden, fhrt ein Groteil der Route im Marathon-Rallyesport durch offenes Gelnde."

Asphalt und Wste, ein Riesenunterschied

Depping und Gottschalk waren bei der Dakar 2007 in einem Race-Truck unterwegs.

Ein weiterer Unterschied zwischen klassischen Rallyes und den Wsten-Einstzen im Marathon-Rallyesport liegt in der Lnge. "In der Deutschen Rallye-Meisterschaft oder der Rallye-WM ist eine Wertungsprfung zwischen 20 und 40 Kilometern lang. Bei Marathon-Rallyes wird oft die zehn- bis zwanzigfache Distanz an einem Stck absolviert. Bei der Rallye Dakar fhrt die siebte Etappe beispielsweise ber 619 Kilometer das ist fast die Lnge von zwei klassischen Rallyes", erklrt Dieter Depping, Deutscher Rallye-Meister 1992, 1993 und 1994. "Das hat natrlich Auswirkungen auf Fahrweise und Tempo. Whrend man bei klassischen Rallyes auf den relativ kurzen Distanzen voll attackiert, muss man sich im Marathon-Rallyesport den Tag einteilen. Denn man kann natrlich nicht ber 600 Kilometer auf unbekannten Strecken volles Tempo gehen. Als Fahrer muss man hier strker taktisch agieren und mit Krften und Konzentration haushalten." Auf diesen langen Etappen ist viel Eigeninitiative gefragt. Denn whrend die Piloten im klassischen Rallyesport ein bis zweimal am Tag den Service ansteuern, um das Fahrzeug warten zu lassen, sich zu erholen und neue Reifen aufziehen zu lassen, sind Dieter Depping, Timo Gottschalk und ihre Teamkollegen hufiger auf sich allein gestellt. "Zum Beispiel beim Reifenwechsel auf der Etappe da gibt es keine Service-Crew, die mit anpacken kann. An den zwei Marathon-Etappen treffen wir unser Team sogar erst am darauf folgenden Abend wieder, an diesen Tagen gehrt es auch zu unseren Aufgaben, den Race Touareg technisch fr die nchste Etappe vorzubereiten." Als Kfz-Meister ist Dieter Depping fr diese Aufgabe ebenso gut gerstet wie Timo Gottschalk als Ingenieur fr Kfz-Technik.

Nur noch 30 Tage bist zum Start

Der Race-Touareg 2 ist auch 2008 wieder der große Rivale des Dauersiegers Mitsubishi Pajero.

In den Wochen vor dem Start nutzen beide die Zeit fr eine intensive Vorbereitung. Timo Gottschalk setzt sich mit den anderen Copiloten im Volkswagen Werksteam zusammen, um anhand von Kartenmaterial mgliche Streckenfhrungen zu errtern und die Navigationsaufgaben vorzubereiten. "Die Zusammenarbeit mit den anderen Beifahrern funktioniert sehr gut, sie lassen mich an ihren Erfahrungen teilhaben", so der Berliner. Fahrer und Copilot betreiben auerdem ein intensives Fitnesstraining. "Nur wer eine gute Ausdauer hat, besitzt ber die Distanz eine gute Konzentration", erklrt Dieter Depping. "Bei einer 15 Tage dauernden Rallye ist es wichtig, die langen Etappen konditionell durchzustehen und sich keinen Patzer zu erlauben. Die 'Dakar' verzeiht keine Fehler."

Autor: Sven-Jrg Buslau

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