Rallye Dakar 2009, VW Race Touareg

Rallye Dakar 2009

— 09.12.2008

Rasante Kontinentalverschiebung

Erstmals findet die Rallye Dakar nicht in Afrika statt, sondern in Südamerika. 10.000 Kilometer durch Chile und Argentinien. Bleibt der Dakar-Mythos dabei auf der Strecke?

Eigentlich war alles wie immer. Wie gewohnt meldeten die Organisatoren der Rallye Dakar bereits Anfang Juli 2008: Wir sind ausgebucht. Über 500 Teams mit Autos, Motorrädern, Quads und Renn-Trucks hatten sich für den knapp 10.000 Kilometer langen Marathon gemeldet. Allerdings findet die nach der Hauptstadt des Senegal benannte Cross-Country-Rallye nicht mehr – wie seit 1979 – in Nordafrika statt, sondern zum ersten Mal in Südamerika. Nachdem die 2008er-Ausgabe wegen Terror-Gefahr in Mauretanien abgesagt wurde, soll der Umzug nach Argentinien und Chile das endgültige Aus der Wüstenrallye verhindern. "Natürlich wird es ein komisches Gefühl, dieses Mal nicht durch die Sahara zu fahren", sagt der neunmalige Sieger und Mitsubishi-Werkspilot Stéphane Peterhansel. "Aber so stehen wir alle vor einer neuen Herausforderung."

Die Favoriten der Dakar fahren allesamt Diesel

Jetzt fährt auch Mitsubishi mit Diesel. Der Racing Lancer soll den ersten Sieg eines Selbstzünders nach Japan holen.

Neu ist auch, dass die Spitzenteams alle auf Diesel-Technologie setzen. Nach VW und BMW, die bereits in den vergangenen Jahren mit Selbstzündern den Dakar-Triumph gejagt haben, hat auch Dauersieger Mitsubishi den Benzinmotor in Rente geschickt. Der neue Racing-Lancer wird von einem Drei-Liter-V6-Turbodiesel angetrieben. Gefahr droht den Werksteams erneut vor allem aus dem Lager der Buggys mit ihren starken Benzinmotoren – trotz der Abwesenheit des zweimaligen Siegers Jean-Louis Schlesser. Die geänderte Streckencharakteristik dürfte den Antriebsnachteil (Buggys haben nur Heckantrieb) beispielsweise des US-Hummer-Piloten Robby Gordon fast ausgleichen. Hoffnungen auf eine Spitzenplatzierung macht sich auch der sechsmalige deutsche Rallyemeister Matthias Kahle (Buggy mit Honda-Motor).

Auch der BMW X3 des X-Raid-Teams muss sich an die neuen Dakar-Verhältnisse anpassen. In 4500 Meter Höhe über die Anden ist kein Zuckerschlecken.

Deutschland hat mit VW-Werkspilot Dieter Depping noch ein weiteres Ass im Ärmel. Seine Teamkollegen sind der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (E), Giniel de Villiers (RSA) und Mark Miller (USA). Für Mitsubishi fahren neben Peterhansel die früheren Sieger Hiroshi Masuoka (J), Luc Alphand (F) und Nani Roma (E). BMW, vertreten durch das deutsche Privat-Team X-Raid schickt Nasser Al-Attiyah (QAT) und Guerlain Chicherit (F) ins Rennen. Auf sie warten vom 3. bis 17. Januar 2009 mehr als 5600 WP-Kilometer zwischen der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires und dem Wendepunkt im chilenischen Valparaiso. Dazwischen liegen zwei Überquerungen der Anden mit Pass-Straßen in 4500 Meter Höhe. Zwar werden sich die Starter nicht mehr tagelang durch endlose Dünenmeere kämpfen müssen. "Aber auch in Chile gibt's riesige Sandberge", weiß Peterhansel von früheren Rallyes in der Gegend.

"Der Offroad-Anteil wird geringer, wir fahren öfter auf Pisten", schätzt Sainz. "Vielleicht ein Vorteil für Piloten wie mich, die vom klassischen Rallyesport kommen." Organisationsleiter Lavigne hat aber versprochen: "Auch in Südamerika ist die Dakar keine Spazierfahrt." Wie es mit der Rallye Dakar weitergeht, wagt derzeit niemand zu beurteilen. Das Starterfeld ist trotz weltweiter Finanzkrise so gut gefüllt, weil die Teilnehmer der abgesagten Rallye finanzielle Vergünstigungen erhielten. Im Hintergrund soll bereits daran gearbeitet werden, die Dakar in naher Zukunft zurück nach Afrika zu holen.

Autor: Christian Schön

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