Rallye Dakar 2011: Etappe 5

Rallye Dakar 2011: Etappe 5 Rallye Dakar 2011: Etappe 5

Rallye Dakar 2011: Etappe 5

— 07.01.2011

Erster Etappensieg für Peterhansel

Es bleibt spannend bei der Dakar: Erstmals gelang einem BMW-Piloten ein Etappensieg. Stéphane Peterhansel eroberte damit in der Gesamtwertung den zweiten Platz hinter Carlos Sainz (VW) zurück.

(dpa/jkr) Ist das der Wendepunkt bei der Rallye Dakar? Erstmals musste die bislang dominierende VW-Flotte zurückstecken. Der Franzose Stéphane Peterhansel (X-Raid BMW X3 CC) schaffte am Donnerstag, 6. Januar 2011, bei der schweren Prüfung in der nordchilenischen Atacama-Wüste seinen ersten Tagessieg. Peterhansel gewann die Tageswertung mit einem Vorsprung von 1:24 Minuten vor VW-Pilot Nasser Al-Attiyah und dessen Markenkollegen Carlos Sainz, der 3:15 Minuten zurücklag. Damit eroberte Peterhansel den zweiten Platz in der Gesamtwertung der Rallye zurück, liegt jetzt hinter hinter Sainz, aber nur sieben Sekunden vor Al-Attiya/Gottschalk. Der Norddeutsche Dirk von Zitzewitz als Beifahrer des Südafrikaners Giniel de Villiers festigte im dritten VW Race Touareg den vierten Platz, liegt aber im Gesamtklassement bereits 21:20 Minuten zurück. Zum Schluss der Etappe begeisterten die Piloten die Fans mit einer spektakulären, 2.300 Meter langen Steilhang-Abfahrt von einer 700 Meter hohen Düne – der berühmten Cerra Dragón – direkt ins Biwak. Auf dem bis zu 32 Grad steilen Zielschuss erreichten die Autos bis zu 220 km/h.

Rallye Dakar 2011: Etappe 4

Einen herben Rückschlag musste das X-Raid-Team Leonid Novitskiy/Dirk Schulz einstecken: Pilot Novitskiy brach sich am Lenkrad seines BMW X3 die Hand und musste die Rallye vorzeitig beenden. Auch der Motorradpilot Olivier Pain hatte bei der fünften Etappe der Rallye Dakar, die über 459 Kilometer im Norden Chiles von Calama nach Iquique führte, kein glückliches Händchen: Pain, der bei Kilometer 218 mit der besten Zwischenzeit gewertet worden war, stürzte und musste mit gebrochenem Handgelenk im Rettungshubschrauber abtransportiert werden – aus der Traum. Der Spanier Marc Coma verteidigte seine am Vortag übernommene Führung vor seinem französischen KTM-Kollegen Cyril Despres. Der Rückstand von Vorjahressieger Despres wuchs aber aufgrund einer zehnminütigen Zeitstrafe vom Vortag wegen Verstoßes gegen die Startbestimmungen auf 10:14 Minuten an.

Rallye Dakar 2011: Etappe 3

Stéphane Peterhansel: "Wir sind mit dem Messer zwischen den Zähnen gefahren."

Stéphane Peterhansel (BMW): "Eine Etappe mit unerwarteten Entwicklungen. Wir sind mit dem Messer zwischen den Zähnen losgefahren. Es ist uns gelungen, vor Al Attiyah und Sainz zu gelangen, nachdem diese eine Navigationsfehler begangen hatten. Danach waren wir mit einem kleinen Fehler und einem Plattfuß an der Reihe. Die beiden sind wieder an uns vorbeigezogen. Zum Ende konnten wir wieder zurückkommen. Letztlich gelingt uns eine gute Zeit. Es hätte noch besser laufen können. Zu einem bestimmten Zeitpunkt habe ich Carlos 4 Minuten abgenommen. Letztlich war das Ergebnis durchschnittlich. Die drei Ersten in der Gesamtwertung liegen innerhalb von drei Minuten. Das ist gut. Ich hoffe, dass es so bis zur Ruhepause bleibt, dann bekommen wir ein spannendes Finale. Für uns ist noch alles drin."

Carlos Sainz (VW): "Diese Etappe war extrem hart. Schwer in der Navigation, körperlich anstrengend und auch fordernd für das Material. Zu Beginn der Prüfung war das Roadbook an einer Stelle nicht akkurat genug. Dort haben wir uns als erstes Fahrzeug auf der Strecke verfahren und Stéphane Peterhansel hat uns überholt. Etwa 100 Kilometer später konnten wir wieder an ihm vorbeiziehen. Im letzten Dünengürtel haben wir nochmals etwas Zeit verloren, weil wir auf einem Dünenkamm einen Motorradfahrer einholten und etwas zu viel Tempo herausgenommen haben. Dort haben wir uns leider festgefahren. Doch alles in allem war es ein guter Tag für uns."

So geht es weiter: Die sechste Etappe der Rallye Dakar (Iquique-Arica) wird bestimmt von einer kargen Wüstenlandschaft und einer echten Herausforderung für die Beifahrer. Die Navigatoren sind angesichts von viel Offroad-Navigation per Roadbook und GPS mit wenigen Anhaltspunkten und abzweigenden Gebirgspfaden durch unbewohntes Gebiet gefordert.
Rallye Dakar 2011: Stand nach Etappe 5 (Calama-Iquique)
Position Team Fahrzeug Gesamtzeit
1. Carlos Sainz/Lucas Cruz (E/E) VW Race Touareg 3 15:45.48 Std.
2. Stéphane Peterhansel/Jean-P. Cottret (F/F) X-Raid BMW X3 CC + 2:26 Min.
3. Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Q/D) VW Race Touareg 3 + 2:33 Min.
4. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/D) VW Race Touareg 3 + 21:20 Min.
5. Krzysztof Holowczyc/Jean-Marc Fortin (PL/B) X-Raid BMW X3 CC + 47:53 Min.
6. Orlando Terranova/Filipe Palmeiro (ARG/P) X-Raid BMW X3 CC + 58:59 Min.
7. Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/ZA) VW Race Touareg 3 + 1:26.03 Std.
8. Guilherme Spinelli/Youssef Haddad (BR/BR) Mitsubishi Brazil Racing Lancer + 1:33.34 Std.

9. Nani Roma/Gilles Picard (E/F) Overdrive Nissan Navara + 1:44.39 Std.
10. Christian Lavieille/Jean-Michel Polato (F/F) Team Dessoude Nissan Proto + 2:14.24 Std.

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