Fiat Panda

Rallye Dakar 2012: PanDakar und Latvia

— 12.01.2012

Exoten in der Wüste

Expertin Ellen Lohr nimmt zwei ganz besondere Dakar-Teams unter die Lupe. "PanDakar" tritt mit einem Fiat Panda an, dem kleinsten Auto im Feld. Team Latvia versucht sich mit einem Elektroauto.

Natürlich gibt es auch auf dieser Dakar wieder einige besonders ambitionierte Projekte. Meist geht es um Herzblut für den Sport, Liebe zu einer Idee oder um den Mut, Neues zu wagen – und damit vielleicht auch grandios zu scheitern. Auf zwei Projekte, die ich mir auf der Dakar 2012 genauer angeschaut habe, trifft das oben Erwähnte ganz gut zu.
Im Namen "PanDakar" steckt italienische Begeisterung für eine Idee, die eigentlich scheitern muss (und im Laufe der Rallye auch zum wiederholten Male scheitert). In "Electric-Drive" steckt echter Pioniergeist und der Wille, mit einem völlig neuen Antriebskonzept als Erste auf der härtesten Rallye der Welt zu bestehen.

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"PanDakar" setzt sich aus Fiat Panda und Dakar zusammen und ist aus einem Werkseinsatz entstanden, der den Kleinwagen aus Italien 2007 zum ersten Mal auf die afrikanische Dakar führte. Ich war damals auch als Teilnehmerin unterwegs und stand mit technischem Defekt auf der Prüfung. Nie werde ich vergessen, wie fast alle Konkurrenten in den tiefen Sandspuren neben unserem Auto an uns vorbeifuhren. Nur einmal wurden wir aus unseren Reparaturarbeiten aufgeschreckt: als nämlich die hochdrehenden Pandas an uns vorbeigebrettert sind. Nicht wie alle anderen durch den Sand (das schafften sie nicht, da ihre Spurweite zu schmal war und sie stecken geblieben wären), sondern gemeinsam slalomfahrend durch den danebenliegenden Wald!

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Nachdem für die Rallye-Panda Schluss war, macht "PanDakar" jetzt mit zwei Unimogs weiter. Es sind die kleinsten Trucks im Feld.

Leider ging das ganze Projekt allerdings total schief, und keiner der beiden Werks-Panda erreichte das Ziel. Übrig blieb das Material dieses Dakar-Einsatzes. Es lag später in irgendeiner Werkstatt herum und wurde vom jetzigen Besitzer und Teamchef, Giulio Verzelletti, entdeckt und aufgekauft. Und der verlor ganz italienisch, romantisch sein Herz an die immer noch kleinsten Dakar-Renner. Nicht, dass es besser wurde mit den Ergebnissen: Selbst der Einsatz von Ex-F1-Fahrer Alex Caffi konnte nichts daran ändern, dass auch in diesem Jahr am Rest-Day zur Halbzeit der Rallye Schluss war. Doch das Team macht selbstverständlich trotzdem weiter, und zwar mit seinen beiden Renn-Unimog. Es sind übrigens – wer hätte das gedacht – die kleinsten Trucks im Feld.

Gestatten: Das ist "Oscar", das einzige Elektroauto der Dakar. Zum Laden der Akkus ist ein V8 mit an Bord.

Problemlos läuft dagegen der vollelektrisch angetriebene Prototyp des lettischen Teams Latvia. Die engagierte Truppe rund um den russischen Rennfahrer Maris Saukans geht zielstrebig ihrem Ziel entgegen, als Pioniere des E-Antriebs in die Geschichte der Dakar einzugehen. Das Fahrzeug selbst ist ein kleines technisches Wunderwerk: Angetrieben wird es von 160 Batteriezellen, die eine Leistung von 51 kW generieren. Zusätzlich ist ein Nissan-V8 verbaut, der nur als Generator für die Akkus fungiert. Aufgeteilt sind die Batteriepacks im Motorraum und auf der Beifahrerseite unter dem Sitz des Co-Piloten. Die Reichweite ohne Aufladung wird mit 150 bis 300 Kilometer angegeben, je nachdem, ob die Crew im Rennen oder auf der Verbindungsetappe unterwegs ist.

Im "Oscar" ist alles verbaut, was gut und teuer ist. Sogar Bremsenergie-Rückgewinnung ist möglich.

Leistung hat der "Oscar" (so die offizielle Bezeichnung des Fahrzeugs) ohne Ende, aber leider auch rund 200 Kilo Mehrgewicht. Ansonsten ist in dem Elektro-Renner alles verbaut, was im Motorsport gut und teuer ist. Sogar an das Thema Energierückgewinnung hat man sich rangetraut: Beim Bremsen werden die Akkus wieder aufgeladen. Die Platzierung im Gesamtklassement ist momentan zwar noch nicht wirklich überzeugend – aber allein die Tatsache, dass es wahrscheinlich gelingen wird, das E-Auto ins Ziel zu bringen, wäre eine kleine Sensation.

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Autor: Ellen Lohr

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