Bilder: Rallye Dakar Live - Etappe 1

Rallye Dakar 2012: Trucks

— 04.01.2012

Die dicken Dinger der Dakar

Rallye-Trucks sind die Könige der Dakar. Es ist eine Kunst für sich, die tonnenschweren Kolosse durch die Dünen zu fahren. Rallye-Expertin Ellen Lohr hat sich die Wüsten-Dampfer aus der Nähe angesehen.

Bei der Dakar gibt es drei Kategorien, in denen man eine der begehrten Siegestrophäen gewinnen kann: Auto, Truck, Motorrad. Daneben existieren noch eine ganze Menge Untergruppen, wie Quads oder seriennahe Fahrzeuge oder die Buggyklasse. Die Auffmerksamkeit der Öffentlichkeit liegt aber fast ausschließlich auf den Autos und den Motorrädern. Ein echter Fehler, denn vor allem bei den Trucks geht's mächtig zur Sache. Bei der diesjährigen Dakar würde ich sogar sagen, dass sich hier auf das Gesamtfeld bezogen die bestvorbereiteten Fahrzeuge befinden. Kein Amateur in Sicht. Man muss aber auch aus ganz besonderem Holz geschnitzt sein, um eine Marathonrallye in einem Truck anzugehen. Ich bin zwar schon in der Truck-Europameisterschaft gefahren und habe diese Zeit sehr genossen, aber das ist im Verhältnis übersichtlich: Rundstrecke, Gegner – alles klar.

Überblick: Mehr zur Rallye Dakar 2012

Die Dakar ist die große Unbekannte. Schlaglöcher, Dünen, der hohe Kippfaktor und wenn was schiefgeht, kommen die ganz großen Schraubenschlüssel ins Spiel, um das Renngerät wieder herzurichten. Thomas Wallenwein ist Fahrer eines Renntrucks und seit 30 Jahren im Rallyesport erfolgreich. Ihn erlebte ich 2009 bei seiner ersten Truck-Dakar äußerst aufgeregt, als es zum ersten Mal in die Dünen ging. Und tatsächlich: erste Düne, erster Überschlag. Trucks in den Dünen zu fahren, ist definitiv eine Kunst für sich. Danach ist ihm das übrigens nie wieder passiert.

Glück im Unglück: Nach dem Unfall stand Wallenweins Truck in 10 Minuten wieder auf den Rädern. Ein Spanier, ebenfalls im Truck unterwegs, hatte sein Abschleppseil bereits angelegt, als die Crew um Thomas sich noch gar nicht abgeschnallt hatte. Bei den Trucks geht es in Sachen Hilfsbereitschaft ähnlich zu wie bei den Autos: Alle helfen sich untereinander, wenn es mal schlimm kommt. Aber: Die Spitzenreiter schenken sich nichts. Da geht es um Minuten, manchmal sogar um Sekunden. Für gegenseitige Hilfe bleibt keine Zeit. Es geht schließlich um den Sieg und der ist extrem hart umkämpft.

Eine zuverlässige Siegestruppe bei den Trucks ist seit Jahren Kamaz. Eine Werkstruppe aus Russland mit jeglicher Unterstützung, die vorstellbar ist. Auch MAN, DAF, Iveco und GINAF haben Trucks im Einsatz, die für Siege gut sind. Eine besondere Rolle kommt in der Truckkategorie den sogenannten T4-Trucks zu. Sie spielen quasi die Helferlein für andere Teilnehmer aus dem Team. Diese Trucks haben mindestens zwei versierte Mechaniker an Bord (Trucks sind mit zwei oder drei Fahrern besetzt), jede Menge Ersatzteile und einen erfahrenen Fahrer, denn am Ende ist er es, der eventuell durch die Dünen den Abschleppservice geben muss.

Im Biwak kommt den Lkw noch eine weitere wichtige Rolle zu. Die sogenannten T5-Trucks sind Service-Lkw, die komplett als rollende Werkstatt ausgerüstet sind. Außerdem sind sie mit allen Ersatzteilen und Reifen des Teams beladen. Die T5-Fahrzeuge versuchen immer, das Biwak so früh wie möglich zu erreichen, um einen guten Stellplatz zu finden und alles für die Ankunft der restlichen Fahrer des Teams vorzubereiten. Wenn etwas schief geht, arbeiten die Mechaniker nächtelang durch.

Autor: Ellen Lohr

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