Rallye Dakar 2014: Alle Infos rund um das Rennen

Rallye Dakar 2014: 12. Etappe

Peterhansel greift an

Stéphane Peterhansel lässt sich von der Teamorder nicht stoppen. Obwohl er den Gesamtführenden Nani Roma nicht mehr attackieren sollte, gab der Franzose bei der Rallye Dakar 2014 weiter Gas.
(dpa) Die Ansage von Sven Quandt war eigentlich überdeutlich. Der Chef des X-raid-Teams gab vor der vorletzten Etappe der Rallye Dakar eine klare Order aus. Stéphane Peterhansel sollte den Gesamtführenden Nani Roma nicht mehr attackieren. Doch der französische Rekordsieger gab weiter Gas. Peterhansel gewann am Freitag (17. Januar 2014) auf der 350 Kilometer langen Wertungsprüfung von Salvador nach La Serena in 3:38:19 Stunden vor Nasser Al-Attiyah (Katar) und geht mit einem Vorsprung von 26 Sekunden auf Roma, der Dritter wurde, in die abschließende Etappe am Samstag (18. Januar 2014). Das Rennen ist offen. "Dass nichts festgelegt wurde, kann man am Ergebnis sehen", sagte der Spanier Roma, der einen Platten hatte und sich in den Dünen festfuhr. Auch dadurch war der Weg für Peterhansels Angriff frei. Die Strategie habe sich nicht geändert, so der Franzose und meinte mit Blick auf die Schlussetappe: "Anweisungen können heute Nacht aktualisiert werden und natürlich werden wir zuhören."

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Rallye-Organisatoren gegen Teamorder

Zuvor hatte er seinem Teamchef wohl nicht richtig zugehört. "Ich habe allen ganz klar gesagt, dass Nanis Speed der richtige ist, denn er fährt seit zwei, drei Tagen sicher. Die anderen aber haben sich die letzten Tage einen Kampf bis aufs Messer geliefert", sagte Quandt dem TV-Sender n-tv: "Es ist sehr, sehr wichtig, dass man die letzten Tage vorsichtig und das Ding nach Hause fährt. Da noch mal anzugreifen, birgt das Risiko, dass man ausfällt. Und das wollen wir sicher nicht. Als Teamchef muss man da sagen: Jetzt ist Schluss." Peterhansel griff dennoch an und machte damit auch die Organisatoren der Rallye Dakar glücklich. "Wir sind enttäuscht und überrascht. Das entspricht nicht dem Geist des Sports”, sagte Renndirektor Etienne Lavigne über die Teamorder: "Wenn ich böse wäre, würde ich sagen, sie können die Trophäe sofort haben. Gewinnen ohne Risiko ist ein Triumph ohne Ruhm."
Roma und Coma in Führung: So lief die 11. Etappe
Roma, der sich in Südamerika einen Wohnwagen mit Peterhansel teilt und dem Franzosen sowohl 2013 als auch in diesem Jahr während des Rennens Hilfestellung gab (u.a. nach Reifenplatzern), betonte noch vor der Etappe am Freitag, dass er keine Gegenleistung für seine Wasserträger-Dienste eingefordert habe. Das aber hielt Renndirektor Lavigne am Donnerstag (16. Januar 2014) nicht davon ab, von einem "fast geschenkten Sieg" für den früheren Champion in der Motorradwertung (2004) und einer "Respektlosigkeit" gegenüber Peterhansel zu sprechen.

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