Rallye Dakar 2014: Rückblick

Der X-raid-Mini des Siegerteams Der Toyota von Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz Trucks heben ab

Rallye Dakar 2014: Rückblick

— 07.02.2014

So aufregend war die Rallye Dakar

Auf 9400 Kilometer Strecke geben die Dakar-Teilnehmer alles. Weshalb fliegen sie eigentlich mehr, als sie fahren – und wie halten die Fahrwerke die Landungen aus? AUTO BILD ALLRAD blickt auf die Rallye Dakar 2014 zurück.

Mit kernigem Motorendröhnen wühlt sich der schwarze Mini All4 Racing die steile Sanddüne empor. Weicher Wüstensand fliegt meterhoch durch die Luft. Und Pilot Stepháne Peterhansel (48) hat Mühe, seinen über 300 PS starken Rallyeboliden auf Zug über den Dünenkamm zu manövrieren. Ein paar bange Sekunden später sind sie über den Berg: Die Mini-Nase taucht ab, und mit einem weiten Satz katapultieren sich Peterhansel und sein Beifahrer Jean-Paul Cottret (50) abwärts.

Das Weitsprung-Festival ist eröffnet

Das Siegerteam um Nani Roma mit Beifahrer Michel Perin lässt den X-raid-Mini fliegen.

Zwei Wochen lang fahren jährlich im Januar mehr als 400 Teilnehmer auf Motorrädern, Quads, Autos und Trucks durch die südamerikanische Wüste. Es ist ein Kampf um die Bestzeit und gegen die Elemente. In der Auto-Klasse fahren, besser gesagt fliegen die weltweit besten Offroad-Piloten um die Wette – in ihren Allrad-Prototypen von Mini, Toyota und Ford oder auch in selbst entwickelten Buggys mit Heckantrieb. Oft befeuern Dieseltriebwerke die Boliden, aber noch immer sind zahlreiche großvolumige Benziner im Einsatz. Während Toyota auf einen 422 PS starken, fünf Liter großen V8-Ottomotor setzt, vertraut die Mini-Mannschaft auf ein 324 PS starkes Sechszylinder-Dieselaggregat mit Turboaufladung. Ähnlich sind sich die Allradler nur beim Fahrwerk.
Anzeige

Michelin feiert Triple bei Rallye Dakar

Das Reglement schreibt einen maximalen Federweg von 25 cm vor – der häufig voll ausgenutzt wird. Denn die Route, auf der die Rallyepiloten um den Sieg kämpfen, ist extrem. Mehr als 9400 Kilometer quer durch Argentinien, Bolivien und Chile, über staubige Pisten, durch steinige Canyons und feinsandige Wüstenpassagen – das ist die 35. Rallye Dakar. Extrem sind die Durchquerung der chilenischen Atacama-Wüste – eine der trockensten Gegenden der Welt – und ein Anstieg auf mehr als 4000 Höhenmeter in die Hochebene der Anden. Solche Herausforderungen bringen selbst perfekt trainierte Athleten an ihre Grenzen. Doch nicht nur die Teilnehmer gehen hier über die körperlichen Grenzen hinaus, auch von Material und Reifen werden Höchstleistungen gefordert.

Am schnellsten defekt: Antriebswellen, Lenkung

Der Toyota von Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz schafft es auf Platz vier.

"Die Dakar ist einfach die härteste Prüfung, die der Motorsport zu bieten hat", bestätigt Toyota-Copilot Dirk von Zitzewitz (45), einer der wenigen Deutschen im Starterfeld. "Sie bringt Mensch und Material bis an die Verschleißgrenze." Viele Hindernisse lassen sich mangels Traktion nur mit Schwung überwinden, bei der Landung geht die Federung auf Anschlag. Überdimensionierte, aber dennoch gebrochene Spurstangen, versagende Servolenkungen, defekte Antriebswellen und Reifenschäden begleiten jedes Team. Jeder Dakar-Pilot kennt das Gefühl, in sengender Hitze um seine Platzierung zu bangen und gleichzeitig im Staub der vorbeifahrenden Konkurrenten die Wunden des Fahrzeugs zu flicken. 2014 erreicht nicht einmal die Hälfte der Starter das Ziel. Um so respektabler die Leistung des deutschen X-raid-Teams: Die Mannschaft von Sven Quandt (57) schafft es, alle elf eingesetzten Mini All4 Racing bis ins Ziel Valparaíso/Chile zu bringen. Mit Joan Nani Roma (41) stellt das hessische Team nicht nur den Sieger, sondern mit Stepháne Peterhansel und Nasser Al-Attiyah (43) auch die besten Verfolger.

Für X-raid ist es der dritte Gesamtsieg in Folge. 2003 starteten die Deutschen erstmals bei einer Dakar, damals noch in Afrika. Mit ihrem BMW-X5-Prototypen bringen sie als erste Mannschaft überhaupt ein wettbewerbsfähiges Dieselfahrzeug an den Start. In den Folgejahren bauen die Hessen einen Know-how-Vorsprung auf. 2006 folgt der Wechsel zum BMW X3 CC, ehe 2011 der erste Mini zum Einsatz kommt. Der Schlüssel zum Erfolg auf der Dakar lautet kontinuierliche Entwicklungsarbeit. Man könnte es auch Durchhaltevermögen nennen.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.