Rallye Dakar 2015: Achte Etappe

Rallye Dakar 2015: Achte Etappe

— 12.01.2015

Gottschalk navigiert zum Sieg

Die Mini-Dominanz bei der 36. Rallye Dakar ist angekratzt. Erstmals konnte ein Toyota eine Etappe gewinnen. Auf dem Beifahrersitz: Timo Gottschalk!

(dpa/jb) Nach dem kräftezehrenden Marathon-Wochenende bei der diesjährigen Rallye Dakar hatten gleich zwei Deutsche Grund zur Freude. Der Berliner Co-Pilot Timo Gottschalk navigierte seinen Fahrer Yazeed Alrajhi am Sonntag (11. Januar) zum ersten Tagessieg bei der 36. Dakar. Sein Karlshofer Kollege Dirk von Zitzewitz ließ sich unterdessen vom gesamtführenden Nasser Al-Attiyah auch bei der Reise von Iquique nach Uyuni und wieder zurück am Samstag und Sonntag mit seinem Piloten Ginel de Villiers nicht abschütteln. Vor dem Ruhetag an diesem Montag liegen die beiden im Toyota Hilux einholbare 8:27 Minuten hinter Al-Attiyah im Mini.

Auf Platz 2 und in Schlagdistanz: der Toyota mit Dirk von Zitzewitz auf dem Beifahrersitz.

"Ich denke, dass wir die großen Sieger der beiden Marathon-Tage waren", meinte von Zitzewitz. Am Freitag hatte er nach der sechsten Prüfung mit seinem südafrikanischen Fahrer noch 11:12 Minuten Rückstand auf Al-Attiyah und dessen französischen Co-Piloten Matthieu Baumel gehabt. Und nun? "Statt wie befürchtet Zeit zu verlieren, haben wir insgesamt welche gutgemacht. Super!", stellte der Gewinner der Dakar 2009 (auch damals mit de Villiers) fest. Und hätten sie gegen Ende der achten Etappe nicht so viel Pech gehabt, wären sie noch näher rangekommen. Ein Plattfuß zum Schluss aber bremste Zitzewitz/Villiers, in der Tageswertung waren sie am Sonntag dennoch gerade mal 13 Sekunden langsamer. Boden gutgemacht hatten sie bereits Tags zuvor. Trotz der Freude über den eigenen Auftritt vergaß von Zitzewitz nicht, seine Markenmitstreitern zum Tagessieg im chilenische Iquique zu gratulieren: "Glückwunsch, Kollegen."

Die Marathon-Etappen haben es in sich

Yazeed Alrajhi war vor dem Start guter Dinge – nach dem Etappensieg ist er es sicher noch mehr.

Damit gemeint waren Yazeed Alrajhi aus Saudi-Arabien und Timo Gottschalk aus Berlin. Sie setzten sich in einem weiteren Toyota mit über einer Minute Vorsprung gegen die argentinische Paarung Orlando Terranova/Bernard Graue im Mini des hessischen X-Raid-Teams durch. Dritte wurden Al-Attiyah und Baumel vor de Villiers und von Zitzewitz. Dabei hatten auch Gottschalk und sein Pilot am Samstag noch unter den schwierigen Bedingungen gelitten. "Schlammige Pisten mit vielen großen Pfützen erschwerten das Vorankommen, dazu noch einige Hagelschauer und die Höhe von 3500 Meter über dem Meeresspiegel, die nicht nur uns höllische Kopfschmerzen bescherte", berichtete Gottschalk. Hinzu kam, dass bei dem Marathon-Wochenende von Chile nach Bolivien und wieder zurück kein Service erlaubt war. Sprich: Was zu machen war, mussten Fahrer und Beifahrer am Samstagabend selbst am Wagen erledigen.

Ruhetag? Glatte Lüge!

Fanfavoriten: Die Gesamtführenden Al-Attiyah/Baumel beim Start.

Gründe genug, um erstmal durchzuschnaufen. Viel von dem Ruhetag haben Piloten und Beifahrer allerdings am diesem Montag auch nicht. "Das Wort 'Ruhetag' ist bei der Rallye Dakar eigentlich eine glatte Lüge", meinte von Zitzewitz. Die Mechaniker würden den arbeitsreichsten und stressigsten Tag erleben. Ein Marathon von Medien-Terminen wartet auf die Crews aus der ersten Reihe, ehe es am Dienstag (13. Januar) weitergeht. Fünf Etappen haben Villiers/Zitzewitz insgesamt noch Zeit, die gut acht Minuten aufzuholen, um sich am kommenden Samstag bei der Rückkehr nach Buenos Aires krönen zu lassen. Alrajhi/Gottschalk liegen 18:40 Minuten hinter der Spitze und ebenfalls klar auf Podestkurs. Auf Rang vier haben sie rund 36 Minuten Vorsprung.
8. Etappe von Uyuni nach Iquique (805 km, davon 784 Wertungskilometer)
1. Yazeed Alrajhi/Timo Gottschalk (Saudi-Arabien/Berlin) Toyota 03:26:49 Stunden
2. Orlando Terranova/Bernardo Graue (Argentinien) Mini +00:01:12
3. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (Katar/Frankreich) Mini +00:02:36
4. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Karlshof) Toyota +00:02:49
5. Krzysztof Holowczyc/Xavier Panseri (Polen/Frankreich) Mini +00:03:12
6. Nani Roma/Michel Perin (Spanien/Frankreich) Mini +00:03:24
7. Stephane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (Frankreich) Peugeot +00:03:46
8. Wladimir Wasiljew/Konstantin Schiltsow (Russland) Mini +00:06:00
9. Boris Garafulic/Filipe Palmeiro (Chile/Portugal) Mini +00:10:09
10. Carlos Sousa/Paulo Fiuza (Portugal) Mitsubishi +00:11:17
Gesamtwertung nach der 8. Etappe
1. Nasser al-Attiyah/Matthieu Baumel (Katar/Frankreich) Mini 26:41:15 Std.
2. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Karlshof) Toyota +00:08:27
3. Yazeed Alrajhi/Timo Gottschalk (Saudi-Arabien/Berlin) Toyota +0:18:40
4. Krzysztof Holowczyc/Xavier Panseri (Polen/Frankreich) Mini +00:54:38
5. Bernhard Ten Brinke/Tom Colsoul (Niederlande/Belgien) Toyota +01:22:25
6. Erik van Loon/Wouter Rosegaar (Niederlande) Mini +01:25:51
7. Christian Lavieille/Pascal Maimon (Frankreich) Toyota +01:48:41
8. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (Frankreich) Peugeot +01:51:46
9. Carlos Sousa/Paulo Fiuza (Portugal) Mitsubishi +02:07:13
10. Ronan Chabot/Gilles Pillot (Frankreich) SMG Buggy +02:26:50
...
14. Zhou Yong/Andreas Schulz (China/München) Mini +03:57:46
...
20. Stephan Schott/Holm Schmidt (Weilrod/Leipzig) - Mini +05:42:43
...
42. Jürgen Schröder/Daniel Schröder (Thedinghausen) Nissan +14:23:27
Die Etappen der Rallye Dakar 2015
Datum Start Ziel Sieger Nationalität
4. Januar Buenos Aires Villa Carlos Paz Terranova/Graue beide Argentinien
5. Januar Villa Carlos Paz San Juan Al-Attiyah/Baumel Katar/Frankreich
6. Januar San Juan Chilechito Terranova/Graue beide Argentinien
7. Januar Chilechito Copiapó Al-Attiyah/Baumel Katar/Frankreich
8. Januar Copiapó Antofagasta Wasiljew/Zhilzow beide Russland
9. Januar Antofagasta Iquique Al-Attiyah/Baumel Katar/Frankreich
10. Januar Iquique Uyuni Terranova/Graue beide Argentinien
11. Januar Uyuni Iquique Alrajhi/Gottschalk Saudi-Arabien/Deutschland
12. Januar Ruhetag
13. Januar Iquique Calama Roma/Perin Spanien/Frankreich
14. Januar
Calama Salta Al-Attiyah/Baumel Katar/Frankreich
15. Januar Salta Termas de Rio Hondo Al-Attiyah/Baumel Katar/Frankreich
16. Januar Termas de Rio Hondo Rosario
17. Januar Rosario Buenos Aires

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