Rallye Dakar 2016: Unfall und Absage

Rallye Dakar 2016: Absage der Auftaktetappe

— 04.01.2016

Erste Etappe fällt ins Wasser

Noch beim Prolog rast eine Chinesin bei der Rallye Dakar mit ihrem Mini in die Zuschauer – 13 Verletzte. Wegen schlechten Wetters wird die erste Etappe abgesagt.

(dpa) Schon vor dem eigentlichen Start der Rallye Dakar hat ein Unfall mit 13 verletzten Zuschauern den zweifelhaften Ruf des Risiko-Rennens bestätigt. Die Chinesin Guo Meiling vom hessischen X-raid-Team kam in ihrem Mini beim Prolog im argentinischen Arrecifes von der Strecke ab und raste in eine Gruppe von Fans. Die Rennleitung brach den Prolog daraufhin ab. Auch die Auftaktetappe von Rosario nach Villa Carlos Paz verlief am 3. Januar 2016 nicht wie geplant. Wegen heftigen Regens musste das erste Rennen abgesagt werden. Aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen konnten die Begleithubschrauber nicht starten. Die Fahrzeuge würden nun im Konvoi nach Villa Carlos Paz in der Provinz Córdoba fahren, teilte der Rennleiter mit. Von dort sollte es am Montag, 4. Januar 2016, nach Termas de Río Hondo gehen.

Vater und Sohn schwer verletzt

Guo Meiling vom Team X-raid verlor nach nur 6,6 Kilometern die Kontrolle über ihren Mini.

Hauptthema war zu Beginn der Rallye aber der Unfall der Chinesin. Zwei der verletzten Zuschauer befanden sich auch am Tag danach noch in einem kritischen Zustand, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Télam. "Die Schwerverletzten sind Vater und Sohn", sagte der Leiter des Gesundheitsamts von Arrecifes. "Sobald sie stabil sind, werden sie in ein anderes Krankenhaus verlegt." Die Zuschauer hätten Verletzungen an Schädel und Brustkorb erlitten.

Angesichts der Schreckensbilder bei Kilometer 6,6 wurden sofort Erinnerungen an die lange Reihe von Unglücken beim schwersten Offroad-Abenteuer der Welt wach. Fast 70 Tote zählte die Dakar in ihrer knapp 40-jährigen Geschichte. Immer wieder waren auch Fans, die dicht am Streckenrand den waghalsigen Piloten zujubelten, betroffen.

Rallye Dakar 2015: Endergebnis

Bei einem Sprung die Kontrolle verloren

Bilder vom schwer beschädigten Mini Cooper von Guo Meiling ließen erahnen, mit welcher Wucht die 47-Jährige in die Gruppe von Fans gefahren war. Nach Angaben der Veranstalter eilten umgehend vier Rettungshubschrauber und elf Krankenwagen zur Unfallstelle. Alle Verletzten seien in ein Krankenhaus gebracht worden. "Von einer Sekunde auf die andere wurde es von einer Party zur Hölle", sagte der argentinische Rennfahrer und Zeuge des Unfalls, Agustín Canapino, im Radio. "Die Pilotin ist gesprungen und beim Aufprall hat sie die Kontrolle über das Auto verloren und ist in die Leute gerast. Es war ein Alptraum."

Nur zwölf statt 13 Etappen

Gewannen den Prolog: der Niederländer Bernhard Ten Brinke und sein belgischer Co-Pilot Tom Colsoul im Toyota.

Beim ersten Prolog seit 2005 in Spanien gewannen der Niederländer Bernhard Ten Brinke und sein belgischer Co-Pilot Tom Colsoul im Toyota. Bei den Motorradfahrern siegten der Spanier Joan Barreda (Honda) und der Portugiese Ruben Faria (Husqvarna). Unter den Quad-Piloten setzte sich der Chilene Ignacio Casale (Yamaha) durch.

Die 38. Ausgabe der Rallye Dakar hatte ursprünglich insgesamt 13 Teilstücke und 9000 Kilometer durch Argentinien und Bolivien bis nach Rosario vorgesehen. Nach der Absage der ersten Etappe liegen nur zwölf Teilstücke vor den Teilnehmern. Insgesamt hatten sich 560 Starter in 347 Fahrzeugen gemeldet: 136 Motorräder, 111 Autos, 55 Trucks und 45 Quads. Seit 2009 wird die Dakar in Südamerika ausgetragen.

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