Rallye Dakar: Allrad statt Buggy

Rallye Dakar: Allrad statt Buggy

— 30.05.2017

Peugeot droht mit Rückzug

Hinter den Kulissen tobt ein erbitterter Machtkampf um die Zukunft der Rallye Dakar, dem berühmtesten aller Wüstenrennen. Peugeot droht bereits offen mit dem Rückzug.

Zoff hinter den Kulissen des Wüsten-Klassikers: Derzeit gibt es Bestrebungen, das Buggy-Fahrzeugkonzept einzudämmen und die Allrad-Bauweise zu stärken. Treibende Kraft dahinter: Toyota und das deutsche X-Raid-Team (Mini). Sie ziehen seit zwei Jahren mit ihren Allradlern gegen die Buggys von Peugeot den Kürzeren.

Rückblende: Die Buggy-Bauweise wurde in den 90er Jahren eingeführt. Dabei handelt es sich um einfache, handliche Hecktriebler. Sie sollten vor allem für Privatfahrer reizvoll sein. Ex-Formel-1-Pilot Jean-Louis Schlesser gewann mit seinen eigenen Schlesser-Renault-Buggys 1999 und 2000 die Rallye Dakar, dazu von 1998 bis 2002 den Rallycross-Marathon-Weltcup.

Um die privaten Buggys auf die Stufe mit den Werksteams zu heben, wurde den Buggy-Fahrzeugen gewisse Zugeständnisse gemacht: Sie dürfen 700 Kilogramm leichter sein und haben mit über 50 Zentimeter Federweg mehr als doppelt so viel Federweg als die Allrad-Fahrzeuge. Doch seit Peugeot als Werksteam mit dem technischen und finanziellen Know-How das Buggy-Konzept ausnutzt, herrscht Unmut unter den Rivalen.

In Kürze soll daher der Automobilweltverband FIA darüber entscheiden, ob die Buggys künftig nur noch von privaten Chassisbauern eingesetzt werden dürfen oder zumindest die Werks-Buggys mit einem Handicap versehen werden. Andere plädieren für mehr Federweg auch für die Allradler.

Peugeot-Teamchef Bruno Famin poltern bereits: „Wenn das Konzept, das von der Cross-Country-Kommission vorgestellt wurde, vom Weltrat und von der Dakar übernommen wird, sind wir raus.“ Und weiter: „Wir starten bei der Dakar nur, wenn wir eine Chance haben zu gewinnen.“

Ein Rückzug von Peugeot von der Rallye Dakar könnte die letzten Weichen für die Rückkehr in die Sportwagen-WM und zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans stellen.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Red Bull Content Pool

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