Latvala

Rallye: Flugstunden für die Piloten

— 02.08.2014

Latvala führt beim Heimspiel

Bei der Rallye Finnland müssen die Fahrer und ihre Autos voll ans Limit: Extreme Flugeinlagen und Vollgas warten in fast jeder Prüfung.

Der Weitflugwettbewerb in den finnischen Wäldern ist in vollem Gange. Seit Donnerstag fegen Sébastien Ogier und Co in ihren über 300 PS starken Rallye-Autos wieder über die pfeilschnellen Schotterpisten in Finnland. Dabei erreichen sie Topspeeds von über 180 km/h und kommen kaum mehr aus dem Fliegen heraus. Zahllose Sprungkuppen katapultieren die Rallyeboliden von VW, Citroen, Ford und Hyundai über 50 Meter weit durch die Luft. „Das ist ein bisschen wie Achterbahnfahren. Allerdings mehr für den Beifahrer, denn als Fahrer bist du so konzentriert, dass du gar kein kribbeln im Bauch spürst“, beschreibt Hyundai-Werksfahrer Thierry Neuville.

Der Polo kann fliegen

Latvala lässt es fliegen & krachen: Da staunt auch der Streckenposten nicht schlecht...

Entscheidend bei den Flugeinlagen ist neben einem gut abgestimmten Fahrwerk vor allem die Balance des Autos während des Sprungs. „Unser Polo R WRC ist da wirklich gut“, schildert Weltmeister Ogier, „er steht stabil in der Luft. Man könnte fast sagen: Der Polo kann fliegen.“ Und so stürmen Ogier und Teamkollege Jari-Matti Latvala von einer Bestzeit zur Nächsten. Mit einer ambitionierten Fahrt am Freitagmorgen besiegelte Latvala auf der sechsten Wertungsprüfung außerdem die bereits 250. Bestzeit für einen Polo R WRC in der Rallye-WM.

Latvala will zweiten Heimsieg

Trotz der zwischenzeitlichen Führung ist der fliegende Finne noch lange nicht am Ziel. Denn ist er auf den rasanten Schotterstrecken nur einen Moment unaufmerksam, kann der Traum vom zweiten Heimsieg nach 2010 ganz schnell vorbei sein. Das mussten in den ersten Tagen bereits Ex-Formel-1-Pilot Robert Kubica (Ford Fiesta WRC) sowie die Hyundai-Kollegen Juho Hänninen und Thierry Neuville erleben. Alle Drei kamen von der Landebahn ab und krachten in den Wald. Glücklicherweise blieben sie unverletzt. Kubica und Hänninen können nach einer Reparaturpause sogar weiterfahren.

Autor: Sascha Höpfner

Fotos: Getty Images

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