WRC

Rallye Frankreich: VW gewinnt auf Korsika

— 02.10.2016

Asphalt-König Ogier in eigener Liga

Erfolg beim Heimspiel auf Korsika: Nach seinem viertem Saisonsieg ist VW-Werksfahrer Sébastien Ogier der vierte WM-Titel kaum noch zu nehmen.

Sébastien Ogier (32) bleibt der Asphalt-König der Rallye-WM. Nach den Läufen in Monte Carlo und Deutschland ließ der amtierende Weltmeister auch bei der Rallye Frankreich der Konkurrenz keine Chance. Der Volkswagen-Pilot setzte sich schon auf der ersten Wertungsprüfung an die Spitze und gewann nach 390 Kilometern gegen die Stoppuhr schließlich mit 46,4 Sekunden Vorsprung vor Thierry Neuville (28) im Hyundai. Ogiers Teamkollege Andreas Mikkelsen (27), der mit 1.10 Minuten Rückstand Dritter wurde, brachte es auf den Punkt: „Sébastien ist in einer eigenen Liga gefahren.“

Der Franzose begann mit vier Bestzeiten in Folge und konnte es sich anschließend sogar leisten, Tempo herauszunehmen. „Ich wollte diese Rallye mit einer so großen Historie unbedingt gewinnen“, verriet er nach seinem ersten Sieg auf Korsika. „Wir haben keinen Fehler gemacht, das war wirklich eine perfekte Rallye.“

Sieg für VW: Ogier durfte in Frankreich feiern

Der Einzige, der Ogier anfangs Paroli bieten konnte, war Kris Meeke (37). Doch der Sieger der WM-Läufe in Portugal und Finnland feuerte schon in der dritten Wertungsprüfung seinen Citroën gegen einen Baum. „Ein Fehler im Streckenaufschrieb“, gab der Ire zu. Mit repariertem Auto startete er am Samstag neu, sicherte sich Sieg und Extra-Punkte auf der sogenannten Powerstage und wurde am Ende 16.

Besser machte es Citroëns Nummer zwei, Craig Breen (26). Der vergleichsweise unerfahrene Ire, der schon in Finnland mit Rang drei überrascht hatte, wurde bei seiner ersten Asphalt-Rallye in einem World Rally Car (WRC) starker Fünfter. Rundum zufrieden war auch Thierry Neuville. „Mehr als Rang zwei war definitiv nicht drin“, sagte der Belgier, der sich während der ersten Etappe mit der Fahrwerksabstimmung vertan hatte. „Ich muss mich bei meinem neuen Renningenieur Gerard ZyZik bedanken, zusammen haben wir schnell eine Lösung gefunden. Danach lief mein Auto perfekt.“

Neuville ist die Königsfigur auf dem Fahrermarkt

Neuville, der im Frühsommer eine Krise durchlaufen hatte, ist rechtzeitig zur Vergabe der letzten Werkscockpits für 2017 zurück in Topform. Als Königsfigur auf dem Fahrermarkt steht er gleich bei drei Teams ganz oben auf der Wunschliste – außer bei seinem bisherigen Arbeitgeber Hyundai auch bei Ford und Citroën. „Ich denke, in den nächsten zwei Wochen wird eine Entscheidung fallen“, lautete sein knapper Kommentar.

Andreas Mikkelsen bleib Neuville lange auf den Fersen, verzichtete schließlich aber aus taktischen auf eine Schlussattacke. „Für mich war es wichtiger, weitere Punkte auf dem Weg zur Vizeweltmeisterschaft zu sichern“, begründete der Norweger. Tatsächlich ist Mikkelsen der Einzige, der bei drei noch ausstehenden WM-Läufen Tabellenführer Ogier noch am vierten Titelgewinn hindern könnte. Das allerdings nur theoretisch. Nach dem vierten Saisonsieg und vor der nächsten WM-Rallye in Spanien (14. – 16. Oktober) beträgt Ogiers Vorsprung in der Gesamtwertung auf den Teamkollegen bereits 68 Punkte.

Für Latvala ist das Titelrennen 2016 bereits beendet

Definitiv raus aus dem Titelkampf ist Jari-Matti Latvala (31). Der Vorjahressieger der Rallye Frankreich verpasste dieses Mal sogar das Podium. Der Volkswagen-Pilot hatte beim Testen vor der Rallye eine andere Sorte Bremsbeläge ausprobiert, die auf den extrem langen Wertungsprüfungen – bis zu 54 Kilometer – besser funktionieren sollten als die bisher verwendeten. „Das war auch tatsächlich so, sie haben über die gesamte Distanz nicht nachgelassen. Allerdings vermitteln diese Beläge ein vollkommen anderes Gefühl im Bremspedal, mit dem ich nicht zurechtkomme“, gab Latvala schon am Ende der ersten Etappe zu. Zu diesem Zeitpunkt war er noch Dritter, hatte aber bereits eine knappe Minute Rückstand auf Ogier.

Bis Latvala sich zur Mittagspause der zweiten Etappe dazu durchringen konnte, auf die bekannten Beläge zurück zu wechseln, hatte er Rang drei an Teamkollege Andreas Mikkelsen verloren. „Seit der Rallye Spanien 2009 bin ich auf Asphalt nicht mehr so schlecht gefahren“, lautete die frustrierte Zusammenfassung des Finnen.

Autor: Christian Schön

Fotos: Picture-Alliance

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