Sebastien Ogier kann nach der Titelverteidigung befreit auffahren

Rallye Großbritannien 2014

— 07.11.2014

Krönender Abschluss für VW in Wales

Mit offenem Visier in die abschließende Rallye des Jahres: Die Volkswagen-Duos Sebastien Ogier/Julien Ingrassia, Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila und Andreas Mikkelsen/Ola Floene teilen vor der Rallye Großbritannien ein Ziel - den Sieg.

Mit offenem Visier in die abschließende Rallye des Jahres: Die Volkswagen-Duos Sebastien Ogier/Julien Ingrassia, Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila und Andreas Mikkelsen/Ola Floene teilen vor der Rallye Großbritannien ein Ziel - den Sieg. Vor dem 13. und abschließenden Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) im Norden von Wales mögen die WM-Entscheidungen gefallen und die Top-Drei-Positionen in der Fahrer- und Beifahrer-WM fest an Volkswagen vergeben sein, doch den Siegeshunger der Piloten in Blau, Grau und Weiß stillt das keineswegs. Denn die Rallye Großbritannien ist ein wahrer WM-Klassiker.

Ogier und Ingrassia, die vor drei Wochen ihre WM-Titel frühzeitig erfolgreich verteidigt hatten, wollen ihre Weltmeister-Saison wie im vergangenen Jahr mit einem Triumph beenden. Die WM-Zweiten Latvala und Anttila sowie die WM-Dritten Mikkelsen und Floene haben einen ebenfalls perfekten Saisonabschluss im Visier: Latvala/Anttila sind heiß auf ihren dritten Sieg in Wales, Mikkelsen/Floene, für die hier ebenfalls die Karriere begann, geben alles für ihren ersten Rallye-WM-Laufsieg. Doch damit sind die Volkswagen-Piloten nicht allein: Ogier, Latvala und Mikkelsen stellen sich in Großbritannien elf weiteren starken Konkurrenten und ihren World-Rally-Cars von Hyundai, Ford und Citroen.

"Die Rallye Großbritannien verspricht für die Fans, Fahrer und Teams ein großes Finale zu werden", so Volkswagen-Motorsport-Direktor Jost Capito. "Bei diesem Klassiker will jeder wenigstens einmal in seiner Karriere siegen. Die Rallye in Wales steht auf einer Stufe mit der 'Monte', der Rallye Schweden oder der Rallye Finnland. Einzigartige Wertungsprüfungen bei einzigartigen Witterungsbedingungen, die teilweise schwer einzuschätzen sind - so sehen echte Herausforderungen aus. An der Motivation unserer Volkswagen Fahrer kann kein Zweifel bestehen. Ihrem Siegesdrang dürfen Sebastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen wie immer freien Lauf lassen. Es gilt auch diesmal: Der Bessere möge gewinnen."

Regen, Nebel, Matsch - so ist Wales im November

Die Rallye Großbritannien bildet die wohl einzige Rallye im WM-Kalender, bei der die Fans enttäuscht wären, wenn der Regen nicht horizontal auf sie einprasselte. Die Witterung und die damit verbundenen Dramen und Heldengeschichten hat die Rallye Großbritannien weltberühmt gemacht. Prüfungsklassiker wie "Gartheiniog", "Dyfi", oder jene im Clocaenog Forest bilden auch 2014 das Herzstück der 305,64 geplanten Kilometer gegen die Uhr. Der Mitte November so wahrscheinliche Regen macht die Schotterpisten zur Schlammschlacht, in den Wäldern festhängender Nebel erschwert die Sicht. Insgesamt stehen in Wales 23 Wertungsprüfungen auf der Agenda.

Start bei der 13. Rallye des Jahres voraus, elf Siege bereits im Gepäck: Die Rallye-WM-Mannschaft von Volkswagen ist heiß darauf, einer Saison der Superlative zusätzlich das Tüpfelchen auf das i zu setzen. Wenigstens elf von 13 möglichen Triumphen bedeuten schon vor dem Beginn der Rallye Großbritannien die Einstellung des bisher zweimal von WM-Gegner Citroen (2005 und 2008) aufgestellten Siegrekords - allerdings mit der deutlich besseren Siegquote. In Wales hat Volkswagen nun die Chance, auch in der absoluten Zahl der Saisonsiege einsame Spitze zu werden.

Einen weiteren Bestwert hatte Volkswagen bei der zurückliegenden Rallye Spanien ebenfalls eingestellt: Acht Doppelerfolge in einer Saison hatte bisher lediglich Peugeot im Jahr 2002 gefeiert - Volkswagen liegt mit den Doppelerfolgen in Schweden, Mexiko, Argentinien, Polen, Finnland, Australien, Frankreich und Spanien in dieser Saison gleichauf. Ebenfalls stolz ist Volkswagen auf die Schnelligkeit des Polo R WRC in der Saison: 179 von bisher 226 Prüfungsbestzeiten sowie 417 von 678 möglichen Top-3-Zeiten gingen seit der Rallye Monte Carlo im Januar nach Wolfsburg. Zehn der bisher zwölf im Jahr 2014 ausgetragenen Powerstages, in denen Zusatzpunkte für die Top Drei in Fahrer- und Beifahrer-Wertung vergeben werden, haben Volkswagen Piloten für sich entschieden und insgesamt 23 Mal zusätzlich gepunktet.

Duell ohne taktische Zwänge: Ogier vs. Latvala - mit einem Bonus

Immer wieder packend: Das Duell Ogier gegen Latvala gehörte schon vor dem Einstieg von Volkswagen zu den engsten der Rallye-WM-Geschichte. 2014 endete der direkte Vergleich im Kampf um den Sieg gleich dreimal unterhalb von zwölf Sekunden: In Finnland siegte Latvala 3,6 Sekunden vor Ogier, in Australien Ogier 6,8 Sekunden vor Latvala und zuletzt in Spanien Ogier 11,3 Sekunden vor Latvala.

Vor der Rallye in Wales ist der WM-Titel zugunsten von Ogier bereits entschieden - und die beiden besten Piloten der Saison gehen ohne jeden taktischen Zwang in das Prestigeduell. Aber Achtung: Ihr Teamkollege Mikkelsen hat die beiden jeweils im Kampf um den Sieg bereits mindestens einmal in der Saison herausgefordert. In Schweden unterlag er knapp Latvala, in Polen Ogier. Und noch mehr Achtung: Die Piloten der konkurrierenden Teams haben ebenfalls den Sieg fest vor Augen - allen voran Kris Meeke (Citroen) bei seinem Rallye-WM-Heimspiel.

Stimmen der Fahrer vor der Rallye Großbritannien:

Sebastien Ogier: "Bei der Rallye Spanien haben wir das wichtigste Saisonziel erreicht und damit ist auch der Druck verschwunden. Ich möchte die letzte Rallye der Saison genießen und dazu gehört ein gutes Resultat. Durch unsere Tests in Wales haben wir uns perfekt auf die komplexen Bedingungen eingestellt. Die Rallye Großbritannien ist in der Hinsicht nämlich sehr speziell."

"Vor allem das unvorhersehbare Wetter macht die Rallye kompliziert und zu einer großen Herausforderung. Erfahrungsgemäß möchte jeder Fahrer bei der letzten Rallye des Jahres ein möglichst starkes Saisonfinish hinlegen, bevor man dann in die wohlverdiente Pause geht. Ich kann mir gut vorstellen, dass Jari-Matti in Wales sehr gerne seinen dritten Sieg feiern möchte."

Jari-Matti Latvala: "Im vergangenen Jahr wurde ich hinter meinem Teamkollegen Sebastien Zweiter, in diesem Jahr möchte ich eine Stufe höher auf dem Podest stehen. Das wäre wirklich ein schöner Abschluss der Saison. Ich mag die Rallye Großbritannien, gerade weil sie so anspruchsvoll ist. Die Wertungsprüfungen sind sehr schnell, sehr flüssig zu fahren."

"Sie führen durch Wälder, in denen häufig sehr viel Nebel hängt, der die Sicht beeinträchtigt. Zu dieser Jahreszeit regnet es dort sehr häufig, was die Schotterpisten oft zu richtigen Schlammlöchern macht. In der Vergangenheit hatten wir bei der Rallye sogar einmal Schnee, dann wird es noch rutschiger. Da die Rallye so anspruchsvoll ist, kann man mit einer guten Fahrt sehr viel Zeit gutmachen. Die Rallye Großbritannien ist der ideale Saisonabschluss."

Andreas Mikkelsen: "Ich möchte diese Saison mit einem Top-Resultat abschließen. Die Rallye Großbritannien liegt mir besonders am Herzen, weil meine Rallye-Karriere hier 2006 begann und es für mich seitdem eine Art Heim-Rallye ist. Ich fühle mich in Wales pudelwohl und bin mit den schwierigen Bedingungen bestens vertraut. Deswegen bin ich optimistisch, dass ich in Wales vielleicht sogar den ersten Rallye-WM-Sieg meiner Karriere feiern werde."

"Trotzdem werde ich nicht alles riskieren und meinen ersten Sieg erzwingen. Früher oder später wird dieser schon ganz von allein kommen. Aber bei der aktuellen Situation in der Meisterschaft werde ich etwas mehr riskieren als üblich. Jedoch muss ich in Wales auch an meinen Beifahrer Ola denken, der in der Beifahrer-Wertung noch mit zwei Punkten Rückstand auf Jarmo Lehtinen, dem Beifahrer von Mikko Hirvonen, an Position vier steht. Das werden wir hoffentlich noch ändern."

Fotoquelle: xpbimages.com

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