Hyundai

Rallye Italien: Comeback von Neuville

— 12.06.2016

Sardinien-Sieg für Hyundai

Nach einer Reihe schwacher Leistungen gewinnt Thierry Neuville seine zweite WM-Rallye. Weltmeister Sébastien Ogier baut mit Rang drei Gesamtführung aus.

Sogar im eigenen Team hatten sie ihn schon beinahe abgeschrieben. Nur bei zwei von fünf Rallyes der laufenden Saison konnte Hyundai-Pilot Thierry Neuville überhaupt in die Punkteränge fahren, war zwischendurch sogar in die B-Mannschaft des koreanischen Werksteam versetzt worden. Bei der Rallye Italien am Wochenende wischte Neuville sämtliche Kritik vom Tisch. Vier Tage vor seinem 28. Geburtstag feierte der Belgier seinen zweiten WM-Sieg nach dem Erfolg bei der Rallye Deutschland 2014. Nach 19 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 322 Kilometer hatte er 24,8 Sekunden Vorsprung vor Jari-Matti Latvala (31).

Und endlich einmal wieder hatte Neuville mentale Stärke bewiesen. Vom Start weg lieferte er sich ein spannendes Duell mit dem Finnen in Volkswagen-Diensten. Am Samstagmittag betrug der Abstand zwischen den beiden als Nervenbündel berüchtigten Konkurrenten nur 2,9 Sekunden. Den Rest des Feldes hatten sie zu diesem Zeitpunkt längst distanziert.

Fuhr auf Nummer sicher: Latvala wurde Zweiter

Dann nahm Latvala ein wenig Tempo heraus. Genau wie Neuville hatte er im bisherigen Verlauf der Saison eher mit Unfällen als mit Glanzleistungen - abgesehen vom Sieg bei der Rallye Mexiko - von sich nahm reden gemacht. „Ich brauche endlich wieder einmal ein gutes Ergebnis“, begründete Latvala seine ungewohnte Vorsicht. In der Folge konnte sich Neuville immer weiter absetzen. „Diesen Sieg widme ich meinem Mentor Philippe Bugalski, der heute Geburtstag gehabt hätte“, erinnerte er an den früh verstorbenen ehemaligen Rallyeprofi.

Neuville und Latvala profitierten allerdings von ihren Startpositionen acht respektive sechs. Tabellenführer Sébastien Ogier (32) hatte als Erster in der Startreihenfolge  auf den extrem staubigen Schotterwegen der Mittelmeerinsel Sardinien dagegen von vorneherein keine realistische Siegchance. Obwohl er schließlich nur Dritter wurde, lief das Wochenende zumindest in Sachen WM-Gesamtstand perfekt für den Volkswagen-Werksfahrer. Weil die drei direkten Verfolger des Weltmeisters patzten, konnte er seine Tabellenführung sogar ausbauen. Sein Vorsprung beträgt jetzt volle 64 Punkte vor dem neuen Meisterschaftszweiten, Hyundai-Pilot Dani Sordo (33).

Werdender Papa und WM-Führender: VW-Star Ogier

Ogiers Teamkollege Andreas Mikkelsen (26) scheiterte ebenso wie Ford-Pilot Mads Østberg (28) an einem der vielen auf der Piste liegenden Felsbrocken. Hayden Paddon (29) kassierte nach einem Abflug zum zweiten Mal in Folge keine WM-Punkte. „Mehr konnte ich dieses Mal nicht erwarten“, sagte Ogier, nachdem er sich für den Sieg auf der sogenannten 'Powerstage' drei Extra-WM-Punkte geholt hatte.

Sogar Gattin Andrea Kaiser (34) spielte mit. Die deutsche TV-Moderatorin erwartet ihr erstes Kind, und der zukünftige Vater Ogier wäre im Fall des Falles vorzeitig per Privatflieger aus Sardinien abgereist. Doch der Alarm blieb aus. In der Kategorie WRC2 mussten sich das favorisierten Skoda-Werkspiloten erneut einem Privatfahrer beugen. Der Finne Teemu Suninen (22), immerhin ebenfalls im Skoda Fabia R5, gewann vor Werksfahrer Jan Kopecký (37). Ford-Pilot Elfyn Evans (29) war nicht am Start, bleibt aber Tabellenführer.

Autor: Christian Schön

Fotos: Picture-Alliance

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