Rallye-WM: Alle Fahrer der WRC-Klasse 2017

Rallye Italien: Ford erfolgreich

— 11.06.2017

Fünfter Sieger im siebten WM-Lauf

Privat eingesetzter Ford setzt sich gegen Toyota von Werksfahrer Jari-Matti Latvala durch. Tabellenspitze rückt zur Saisonhalbzeit dichter zusammen.

Sieben Rallyes, fünf unterschiedliche Sieger - die Rallye-WM 2017 ist so spannend wie schon lange nicht mehr. Auf Sardinien war die Reihe an Ott Tänak (29). Der Este aus dem privaten Ford-Team M-Sport siegte mit 12,3 Sekunden Vorsprung vor Toyota-Werkspilot Jari-Matti Latvala (32) und feierte seinen ersten WM-Sieg überhaupt. „Ich hoffe, das war der erste von vielen weiteren Siegen“, strahlte Tänak am Ziel. „Mein Teamkollege Sébastien Ogier treibt mich zu Höchstleistungen. Ich sehe keinen Grund, warum ich ihn nicht auch im Kampf um den Titel schlagen könnte.“

Tänak hatte die Führung während der zweiten Etappe übernommen und verteidigte sie bis ins Ziel nach 19 Wertungsprüfungen (WP) über insgesamt 313 Kilometer. Auf Rang drei kam Hyundai-Werksfahrer Thierry Neuville (28) ins Ziel. Tabellenführer Sébastien Ogier (33) wurde nur Fünfter.

Die Tabellenspitze rückte dadurch enger zusammen. Ogier (154 Punkte) führt nach dem siebten von 13 WM-Läufen zwar weiterhin. Die Verfolger Thierry Neuville (140) und Ott Tänak (133) haben allerdings aufgeholt. In der Markenwertung baute die private Ford-Mannschaft M-Sport den Vorsprung vor Hyundai weiter aus.

Ott Tänak und die Truppe von M-Sport durften feiern

Die harten Schotterstrecken auf Sardinien forderten in Kombination mit den sommerlich hohen Temperaturen Durchhaltevermögen von der Technik. Das klappte nicht immer. Hyundai-Pilot Neuville verlor den Anschluss an die Spitze durch Bremsprobleme. „Ohne die könnte ich sogar führen“, ärgerte sich der Belgier im Ziel der zweiten Etappe.

Auch der Ford von Sébastien Ogier schien nicht in Topform. „Ok, ich habe am ersten Tag schon zu viel Zeit verloren, weil ich als Erster in der Startreihenfolge den Straßenfeger spielen musste“, sagte der Weltmeister. „Aber auch danach funktionierte mein Auto lange nicht so gut wie zuletzt in Portugal. Meine Mechaniker haben allerdings keinen Fehler gefunden.“ Weitere Zeit kostete ein Reifenschaden.

Noch einmal spannend wurde es während der letzten, nur 40 Kilometer kurzen Etappe. Tänak war mit einem Vorsprung von 24,3 Sekunden auf Latvala in den Sonntag gestartet. Durch eine Undichtigkeit gelangte dann allerdings so viel Staub ins Cockpit des Fiesta WRC, dass der in der Sicht behinderte Este schon in der ersten Prüfung knapp sechs Sekunden verlor. Als Latvala eine WP später kurz den Motor seines Yaris WRC abwürgte, verlief dessen Schlussattacke endgültig im Sand.

Jari-Matti Latvala verpasste den Sieg in Italien

Auch die Strategie von Citroën, für diese eine Rallye den ehemaligen Volkswagen-Werkspiloten Andreas Mikkelsen (27) zu verpflichten, ging nicht wirklich auf. Der Norweger wurde zwar bestplatzierter Fahrer des französischen Teams. Rang acht war aber keine Offenbarung für den WM-Dritter von 2016, auch wenn man einen Zeitverlust aufgrund eines defekten Differenzials berücksichtigt. „Der C3 WRC ist komplett anders zu fahren als der Polo WRC. Ich habe mich während der gesamten Rallye nicht daran gewöhnen können und zum Beispiel mehrfach den Motor abgewürgt“, gab Mikkelsen zu.

Immerhin kam der Norweger ins Ziel, was der nominellen Nummer eins bei Citroën wieder einmal nicht gelang. Kris Meeke (37) rollte seinen C3 WRC zum wiederholten Mal ab, dieses Mal sogar in Führung liegend. Es war sein achter Unfall bei sieben Rallyes – alles andere als eine glanzvolle Bilanz.

Auf ähnliche Weise blamierte sich Hayden Paddon (30). Der Hyundai-Werkspilot aus Neuseeland hatte nach dem Unfall von Meeke die Führung übernommen. In WP 13 beschädigte er allerdings die hintere Radaufhängung seines i20 WRC und musste aufgeben. „Ein blöder Anfängerfehler“, nahm Paddon wenigstens sämtliche Schuld auf sich. Am Sonntag flog Paddon noch einmal ab, diesmal endgültig.

Julius Tannert (27) fuhr in der Junior-WM zum ersten Mal aufs Podium. Der Sachse war einer von nur fünf Fahrern, der seinen Ford Fiesta – das Standardauto in der Junior-WM – ohne größere Probleme ins Ziel brachte. Der Sieg ging wie schon beim Saisonauftakt auf Korsika an den Spanier Nil Solans (24). Tannert ist weiterhin Tabellenvierter.

Autor: Christian Schön

Fotos: Picture-Alliance

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