Volkswagen will in Mexiko zum nächsten Höhenflug ansetzen

Rallye Mexiko 2016: Vorbericht

— 26.02.2016

VW kann in Mexiko Geschichte schreiben

Die Luft an der Spitze ist dünn, beim dritten Lauf der Rallye-WM noch etwas dünner: Für Spitzenreiter Sebastien Ogier und seine Kollegen geht es nach Mexiko.

Ihr gemeinsames Ziel: für Volkswagen zum vierten Mal in Folge in der extremen Höhe von bis zu 2.746 Meter über Normalnull zu triumphieren und damit den bisher einsamen Rekord des Polo R WRC von zwölf aufeinanderfolgenden Siegen einzustellen. 399,71 Kilometer gegen die Uhr stehen auf 21 Wertungsprüfungen auf dem Programm - darunter die mit 80,00 Kilometer längste und die mit 1,09 Kilometer kürzeste in der Geschichte des Polo R WRC.

"Wir haben es in Mexiko mit vielen Extremen zu tun", so Volkswagen-Motorsport-Direktor Jost Capito. "Die Wertungsprüfungen sind die am höchsten gelegenen der Saison, die längste Prüfung des Jahres steht auf dem Programm und gleichermaßen die kürzeste in den Tunneln von Guanajuato. Wir kommen mit Sebastien Ogier und Andreas Mikkelsen als WM-Erste und -Zweite nach Mexiko - das ist alles andere als eine leichte Aufgabe, weil sie die Route eröffnen und einen Nachteil in Kauf nehmen müssen."

"Gleichzeitig hat Jari-Matti Latvala als Achter auf der Strecke eine gute Startposition. Einen Extrakick Motivation ziehen wir aus der Chance, den zwölften Sieg in Folge holen zu können und damit womöglich unseren eigenen Rekord einzustellen. Doch bei der ersten Schotter-Rallye des Jahres und angesichts der stark aufgestellten Konkurrenz wird es ein hartes Stück Arbeit. Aber die hat noch niemand in unserem Team gescheut. Wir freuen uns auf Mexiko."

¡Viva Mexico! Enthusiastische Rallye-Begeisterung

Mit die leidenschaftlichsten Fans der Rallye-Welt, dazu der Gänsehaut-Start in Guanajuato und viel Begeisterung für die Marke Volkswagen – der dritte Saisonlauf der Rallye-WM ist nicht nur für das Team von Ogier, Latvala, Mikkelsen und Co. ein wahres Highlight. Hunderttausende begeisterte Zuschauer säumen von Donnerstagabend bis Sonntagmittag die Wertungsprüfungen und feiern die Teilnehmer frenetisch. Der zeremonielle Start in der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Minen-Stadt Guanajuato mit dem Gewirr aus Tunneln und malerisch-farbenfrohen Häusern gehört zum Besten und Emotionalsten, was die Rallye-WM zu bieten hat.

Wie Joggen mit Schnorchel - bei der Rallye Mexiko geht es hoch hinaus. Auf der Wertungsprüfung "El Chocolate" erreichen die World-Rally-Cars bei Kilometer 45,6 nach einem langen Aufstieg in einer schnellen Rechtskurve den höchsten Punkt des Rallye-Jahres. 2.746 Meter über Normalnull bilden das "Dach der Rallye-WM".

Die Herausforderung daran: Mit jedem Höhenmeter sinkt der Sauerstoffgehalt der Luft und damit der wichtigste Brennstoff für die Verbrennungsräume der 1,6-Liter-Turbomotoren. Nur mit einer klugen Motorsteuerung, die aus den herrschenden Gegebenheiten das Maximum herausholt, ohne dabei die Standfestigkeit des Motors aufs Spiel zu setzen, können die Ingenieure diesem Effekt, der bis zu 30 Prozent der Motorleistung kostet, entgegenwirken.

"El Chocolate" bildet mit ihren 54,21 Kilometern ohnehin schon eine der längsten Prüfungen im Kalender - sie ist aber bei Weitem nicht die Längste. Auch wenn noch nicht alle Routenführungen für die diesjährigen WM-Läufe festgelegt sind, ist eines sicher: Die Prüfung "Guanajuato" am Sonntag wird mit 80,00 Kilometern der längste Test für Mensch und Maschine im gesamten Jahr sein, denn sie schöpft das nach Statuten des Automobil-Weltverbands FIA maximal Erlaubte voll aus. "Guanajuato" hat also alles, was es zur Legendenbildung braucht.

Jubilare und Jubelarien: 100. WM-Start von Ogier und Ingrassia

Ogier und Ingrassia verbindet seit jeher eine besondere Geschichte mit der Rallye Mexiko. Hier startete 2008 ihre Rallye-WM-Karriere mit einem Sieg in der Junior-WM-Wertung. Wenn die dreimaligen Weltmeister 2016 zurückkehren, markiert dies ihren 100. Start in der Rallye-WM. Dort, wo alles begann, dürfen Ogier/Ingrassia auf besondere Erfolge verweisen. Das Duo hat die vergangenen drei Ausgaben der Rallye Mexiko für sich entschieden. Unvergessen: der Kraftakt im vergangenen Jahr, als sie mit kluger Reifenwahl und einer herausragenden fahrerischen wie navigatorischen Leistung einen zuvor unmöglich geglaubten Erfolg feierten.

Die derzeitigen WM-Gegner Nummer eins für Ogier/Ingrassia kommen ebenfalls aus dem Volkswagen Lager: Mikkelsen und Anders Jaeger haben nach den Rallyes in Monte Carlo und Schweden zwar 23 Punkte Rückstand auf die Meister. Doch die beiden Norweger, die erst seit Saisonbeginn ein Duo bilden, haben ebenfalls das Zeug zum Siegen. In Spanien beim letzten Rallye-WM-Lauf, der auf ebenso trockenem Schotter ausgetragen wurde wie jetzt jener in Mexiko, siegte Andreas Mikkelsen. Auch in Mexiko hat der Norweger eine positive Bilanz: mit Platz drei in der vergangenen Saison.

Latvala/Anttila mit perfekter Startposition

Doppelte Chance, Verlorenes wiedergutzumachen: Latvala/Anttila treten im dritten Polo R WRC mit dem Ziel an, ihren nicht wunschgemäß verlaufenen Saisonstart vergessen zu machen. Dank Startposition acht, die auf den Schotter-Pisten einen Vorteil gegenüber ihren Teamkollegen bedeuten dürfte, stehen die Chancen gut. Nach "Nullern" zum Saisonstart bei der Rallye Monte Carlo und der Rallye Schweden sowie bei der Rallye Mexiko im vergangenen Jahr sind Motivation und Erfolgshunger entsprechend groß.

Seit der Rallye Portugal 2015 ungeschlagen - elfmal in Folge. Volkswagen hat in Mexiko die Chance, nach Triumphen in Portugal, Italien, Polen, Finnland, Deutschland, Australien, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Monte Carlo und Schweden die Siegesserie ein weiteres Mal zu verlängern. Damit würde die Marke ihren eigenen, bisher einsamen Rekord einstellen, den sie zwischen der Rallye Australien 2013 und der Rallye Finnland 2014 aufgestellt hatte. Zum Vergleich: Nach den beiden längsten Siegesserien durch Volkswagen mit zwölf und elf Siegen in Serie liegt die drittbeste Marke der Historie bei acht Triumphen in Folge, aufgestellt von Citroen.

Stimmen vor der Rallye Mexiko:

Sebastien Ogier: "Die Rallye Mexiko wird die 100. in meiner Laufbahn. Die beste Art, dieses Jubiläum zu feiern, ist natürlich ein Sieg, aber einfach wird das nicht. Trotzdem freue ich mich sehr auf die erste Schotter-Rallye in dieser Saison. Ich habe so viele schöne Erinnerungen an Mexiko und die fantastischen Fans. Vor acht Jahren hat dort meine Karriere in der Junioren-Weltmeisterschaft mit einem Sieg begonnen - damals ist ein Traum für mich wahr geworden."

"Die vergangenen drei Jahre in Mexiko sind für uns sehr erfolgreich verlaufen. Einer der Schlüsselfaktoren ist dort immer die Höhenluft. In der Vergangenheit ist unser Volkswagen Polo R WRC damit sehr gut zurechtgekommen. Ich hoffe, dass das auch in diesem Jahr der Fall sein wird. Julien und ich werden mit Sicherheit nicht abheben und voll konzentriert an den Start gehen."

Jari-Matti Latvala: "Mexiko wird die erste Schotter-Rallye des Jahres sein. Der Untergrund ist dort in der Regel ziemlich hart. Darüber befindet sich meist eine Schicht aus feinerem Schotter, die den Untergrund sehr rutschig werden lässt. Je mehr Autos darüberfahren, desto sauberer und schneller wird der Untergrund. Für mich ist es also definitiv ein Vorteil, später in die Prüfungen zu starten - sofern es nicht regnet. Das ist in Mexiko möglich, allerdings relativ unwahrscheinlich."

"In Monte Carlo und Schweden hatte ich ziemliches Pech. Natürlich sieht es immer blöd aus, wenn man zwei schlechte Resultate hintereinander einfährt, vor allem zu Saisonbeginn. Ich versuche aber, weiterhin optimistisch zu bleiben, und bin mir sicher, dass es von nun an besser für uns laufen wird. Die Pokale werden ja ohnehin erst am Saisonende übergeben. Ich hoffe in Mexiko auf ein reibungsloses Wochenende."

Andreas Mikkelsen: "Obwohl es in Schweden nicht ganz nach Wunsch für uns verlaufen ist, bin ich mit der bisherigen Saison zufrieden. Nun geht es nach Mexiko. Diese Rallye ist ein großartiges Event und ich freue mich darauf, wieder auf Schotter zu fahren. Im Vergleich zum vergangenen Jahr gibt es einige neue Wertungsprüfungen. 'Guanajuato' am Sonntag ist 80 Kilometer lang."

"Das wird eine große Herausforderung für uns und auch für den Polo R WRC. Um bei so einer langen Distanz die Konzentration hochzuhalten, ist es wichtig, auf den Energiehaushalt zu achten. Eine derart lange Wertungsprüfung bin ich bislang noch nicht gefahren, aber Anders und ich freuen uns darauf. Auch die Höhenluft in Mexiko ist etwas Spezielles. Wir reisen rechtzeitig an, somit haben wir lange genug Zeit, um uns darauf einzustellen."

Fotoquelle: Volkswagen

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