Rallye-WM: Alle Fahrer der WRC-Klasse 2017

Rallye Polen: Hyundai feiert

— 02.07.2017

Titelkampf spitzt sich zu

Hyundais Thierry Neuville verkürzt Abstand zu Tabellenführer Sébastien Ogier auf elf Punkte. Verfolger Ott Tänak und Jari-Matti Latvala fallen aus.

Das Duell um den Weltmeistertitel wird immer heißer. Mit seinem dritten Saisonsieg rückte Hyundai-Werkspilot Thierry Neuville (29) Tabellenführer Sébastien Ogier (33, Ford) noch dichter auf die Pelle. Der viermalige Weltmeister kam bei der Rallye Polen nur auf Rang drei hinter Hayden Paddon (30), der den Hyundai-Doppelsieg komplettierte.

„Meine Jagd auf Sébastien wird immer spannender. Die vergangenen fünf Rallyes waren vom ersten bis zum letzten Meter harte Arbeit. Zum Glück konnte ich erneut  seinen Vorsprung verkürzen“, freute sich Neuville im Ziel in Mikolajki, einem Urlaubsort auf der Masurischen Seenplatte. Nach acht von 13 WM-Läufen trennen nur noch elf Punkte den Titelverteidiger aus Frankreich und seinen belgischen Verfolger.

Der Abstand von fast eineinhalb Minuten zwischen Sieger Neuville und dem Zweitplatzierten Paddon wird dem Verlauf der Rallye in keiner Weise gerecht. Tatsächlich entwickelte sich von Start weg ein Dreikampf zwischen Neuville, Jari-Matti Latvala (32) im Werks-Toyota und Ott Tänak (29), im privaten Ford Sieger der zurückliegenden Rallye Italien Schon während der ersten Etappe wechselte die Führung mehrfach zwischen diesen drei. Weltmeister Ogier kam dagegen nicht richtig in Schwung, fing sich einen Reifenschaden ein und musste alle Sieghoffnungen endgültig begraben, als er sich die Front seines Fiesta WRC beschädigte und nur mit Glück überhaupt weiterfahren konnte.

Sébastien Ogier führt weiter in der Gesamtwertung

Als Erster verabschiedete sich Latvala aus dem Dreikampf um den Sieg – nach einem weiten Sprung und harter Landung blieb sein Toyota mit Kupplungsschaden liegen. Der Finne startete mit repariertem Auto zur Schlussetappe am Sonntag neu und sicherte sich mit dem Sieg auf der abschließenden Powerstage immerhin fünf Meisterschaftspunkte. Noch fünf Mal wechselte anschließend die Führung zwischen Neuville und Tänak hin und her, bedingt auch durch einen Reifenschaden für Neuville und einen abgerissenen Heckflügel für Tänak. Am Ende der zweiten Etappe führte Neuville mit nur 3,1 Sekunden vor Tänak.

Am Sonntag musste dann aber auch der Este den schwierigen Bedingungen mit vom Dauerregen aufgeweichten Wertungsprüfungen Tribut zollen. Nach einem Dreher prallte der Ford gegen einen Baum. Tänak konnte sich zwar noch aus der Prüfung retten, musste kurze Zeit später allerdings aufgeben.

Hinter den beiden Hyundai von Neuville und Paddon betrieb Weltmeister Ogier durch eine clevere Fahrt erneut Schadensbegrenzung. „Rang drei hätte ich aus eigener Kraft hier nicht erreicht“, gab der Franzose zu. Mit Rang zwei auf der Powerstage begrenzte er den Punkteverlust im Vergleich zu Neuville auf sieben Zähler. Der ehemalige Volkswagen-Werkspilot Andreas Mikkelsen (28), zum zweiten Mal von Citroën als Gastfahrer verpflichtet, konnte erneut das Tempo an der Spitze nicht mitgehen. Der Norweger wurde schließlich Neunter.

Julius Tannert (27), der einzige Deutsche am Start, konnte seinen Plan, in der Junior-WM aufs Podium zu fahren, nicht in die Tat umsetzen. Der Sachse wurde im technisch identischen Ford Fiesta ausgetragenen Markenpokal nach mehreren Reifenschäden schließlich Fünfter und fiel in der Tabelle auf Rang fünf zurück. Nächster WM-Lauf ist die Rallye Finnland (27. Bis 30. Juli).

Autor: Christian Schön

Fotos: Picture-Alliance / Hersteller

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