WRC

Rallye Portugal: Meeke gewinnt

— 22.05.2016

Sieg für die Teilzeitarbeiter von Citroën

Überraschung in der WRC: Der Nordire Kris Meeke gewinnt die Rallye Portugal. Um den WM-Titel kämpft Meeke aber genauso wenig wie sein Team Citroën.

Vier unterschiedliche Sieger aus drei Werksteams bei den ersten fünf Rallyes der Saison – so abwechslungsreich war die Weltmeisterschaft schon lange nicht mehr. Nach Sébastien Ogier (32, Volkswagen), Jari-Matti Latvala (31, Volkswagen) und Hayden Paddon (29, Hyundai) war in Portugal Kris Meeke (36, Citroën) an der Reihe. Der Nordire gewann nach 19 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 368 Kilometer mit 29,7 Sekunden Vorsprung vor Andreas Mikkelsen (26, Volkswagen). Weltmeister Ogier auf Rang drei musste sich dem Teamkollegen um 4,8 Sekunden geschlagen geben, verteidigte aber die Tabellenführung.

Kris Meeke flog bei der Rallye Portugal zum Sieg

„Meinen ersten Sieg habe ich meinem Idol Colin McRae gewidmet“, sagte Meeke im Ziel. „Dieser hier geht an die portugiesischen Fans. Die Atmosphäre an den Wertungsprüfungen ist einmalig.“ Der Citroën-Pilot profitierte während zwei der drei Etappen von einer vorteilhaften Startposition. Weil Citroën in der laufenden Saison nicht alle Rallyes bestreitet, sich stattdessen auf die Entwicklung des neuen World Rally Cars (WRC) für 2017 konzentriert, wurde Meeke für Freitag die Startposition 13 zugeteilt. Aufgrund einiger Ausfälle während der ersten Etappe, ging er am Samstag als Zehnter auf die Strecke. Dadurch fand Meeke an beiden Tagen auf den sandigen und mit viel losem Schotter bedeckten Strecken rund um Porto eine von den Konkurrenten sauber gefegte Ideallinie vor. Ein Vorteil von bis zu einer halben Sekunde pro Kilometer.

Tabellenführer Ogier musste dagegen an beiden Tagen die Wertungsprüfungen eröffnen und Straßenfeger spielen. „Kris interessiert mich nicht wirklich, weil er nicht um den Weltmeistertitel fährt“, winkte Ogier ab. „Für mich ist alleine wichtig, meine direkten Konkurrenten hinter mir zu halten.“ Dies gelang dem Franzosen zumindest bis zum Ende der zweiten Etappe. Während Meeke bis zu diesem Zeitpunkt seinen Vorsprung auf über 45 Sekunden ausgebaut hatte, lag Ogier auf Rang zwei vor Teamkollege Mikkelsen und Dani Sordo (33, Hyundai). Zwei andere Gegner im Kampf um den WM-Titel 2016 waren da schon keine Gefahr mehr für den Titelverteidiger.

Tolle Aufnahmen vom WRC-Spektakel in Portugal

Das Pech blieb Latvala nämlich auch in Portugal treu. Der Volkswagen-Pilot musste am Freitag mehrere Wertungsprüfungen ohne Servolenkung auskommen. „Ich habe Oberarme wie Arnold Schwarzenegger“, scherzte der Finne anschließend. Außerdem schmerzten die mit Blasen übersäten Hände. Aber Latvala biss die Zähne zusammen, erreichte den abendlichen Service und kämpfte sich bis ins Ziel wieder auf Rang sechs nach vorne. Schlimmer erwischte es Paddon. Der Überraschungssieger der Rallye Argentinien leistete sich einen vergleichsweise harmlosen Ausrutscher (WP 5). Weil sich aber trockenes Buschwerk am heißen Auspuff entzündete, brannte das Auto des Neuseeländers komplett aus. Paddon und Beifahrer John Kennard konnten nur ihre Helme retten.

Während Meeke am Sonntag nur seinen Vorsprung verwaltete, sorgte das Duell um Rang zwei zwischen den Volkswagen-Piloten Ogier und Mikkelsen weiter für Spannung. „Es gibt keine Stallregie“, hatte Motorsportdirektor Jost Capito (57) versprochen. Prompt überholte Mikkelsen seinen Mannschaftskapitän. „Ich hatte einen Reifenschaden. Weil ich nur einen Ersatzreifen dabei hatte, konnte ich nach dem Wechsel kein Risiko mehr eingehen“, verteidigte sich Ogier.

WM-Spitzenreiter Ogier konnte diesmal nicht siegen

Diese Chance ließ sich Mikkelsen nicht entgehen. „Natürlich ist der WM-Titel mein Ziel“, sagte der Norweger selbstbewusst, der jetzt Tabellenzweiter ist. „Séb hat zwar immer noch 47 Punkte Vorsprung. Aber das war der erste Schritt, ihn einzuholen.“ Einen perfekten Saisonstart feierte das Skoda-Werksteam in der Kategorie WRC2. Der Schwede Pontus Tidemand (25) gewann vor dem peruanischen Skoda-Privatfahrer Nicolas Fuchs (34).

Autor: Christian Schön

Fotos: Picture-Alliance

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