Rallye-Weltmeisterschaft 2008, WRC, Sébastien Loeb/Daniel Elena, Citroen C4, Rallye Japan

Rallye-Weltmeisterschaft 2008: Rallye Japan

— 03.11.2008

Loeb holt fünfte Weltmeisterschaft

Citroën-Pilot Sébastien Loeb erreichte bei der Rallye Japan Platz drei und sicherte sich damit vorzeitig den fünften Rallye-Weltmeistertitel in Folge. Sieger der Rallye Japan wurde Hirvonen vor Latvala, beide im Ford Focus RS WRC08.

Mit seinem fünften Weltmeisterschafts-Triumph hat Sébastien Loeb Geschichte geschrieben und sich endgültig zum erfolgreichsten Rallye-Piloten aller Zeiten gekrönt. Platz drei beim vorletzten WRC-Lauf in Japan genügte dem 34 Jahre alten Elsässer, um vorzeitig als erster Fahrer überhaupt zum fünften Mal Rallye-Weltmeister zu werden. Bislang hatte sich Loeb den Titel Rekordweltmeister noch mit zwei Finnen teilen müssen. Juha Kankkunen (1986, 1987, 1991, 1993) und Tommi Mäkinen (1996 bis 1999) triumphierten ebenfalls viermal. "Es ist unglaublich, denn schwieriger hätte es nicht sein können. Es war eine furchtbare Rallye, der Druck für mich war sehr groß", sagte Loeb, der mit insgesamt 46 Siegen bereits seit längerer Zeit die mit Abstand meisten Einzelsiege auf dem Rallye-Konto hat.

Sieger der WRC-Rallye-Japan wurde Mikko Hirvonen im Ford Focus RS vor Teamkollege Jari-Matti Latvala.

Der Citroën-Pilot sicherte sich die fünfte Rallye-Krone in Folge in einer für ihn untypischen Manier – mit langsam fahren. "Es ist kein Geheimnis, dass ich Rallyes fahre, um zu siegen. Doch hier musste ich einen kühlen Kopf bewahren", sagte Loeb, der mit 2:30,6 Minuten Rückstand ins Ziel kam. Er gab zu: "Ich habe oft früher gebremst als üblich, denn ich wollte nicht alles wegwerfen." Der überragende Rallye-Fahrer der Gegenwart hatte von Beginn an lediglich Rang drei ins Visier genommen, der zum vorzeitigen Titelgewinn ausreichte. So hatte der dritte Saisonsieg seines letzten WM-Konkurrenten Mikko Hirvonen vor dessen finnischen Ford-Teamkollegen Jari-Matti Latvala (31,1 Sekunden zurück) letztlich nur noch statistischen Wert.

Der Zweikampf zwischen Loeb und Hirvonen geht 2009 weiter

Auch in der Rallye-Weltmeisterschaft 2009 wird Loeb das Maß aller Dinge sein.

"Das war's, es ist vorbei. Ich werde es nächstes Jahr wieder versuchen. Aber jetzt hat Loeb den Titel definitiv verdient. Er hat immerhin zehn Saisonrennen gewonnen", sagte Hirvonnen, der in Japan zum zweiten Mal in Folge siegte. Loeb wird aber sicher beim Saisonfinale vom 5. bis 7. Dezember 2008 in Wales noch einmal auf Sieg fahren. Zum einen könnte er mit Saisonsieg Nummer 11 seinen eigenen Weltrekord aus dem Jahr 2005 verbessern, zum anderen fehlt ihm der Sieg beim Klassiker in Großbritannien noch in seiner Sammlung. Im Sommer dieses Jahres hatte Loeb schon zum ersten Mal in seiner Karriere in Finnland triumphiert. Seinen ersten Sieg feierte er 2002 bei der Deutschland-Rallye, die er danach auch in allen weiteren sechs Auflagen gewann. In Sapporo erklärte der Wahl-Monegasse auch im kommenden Jahr wieder Rallye fahren zu wollen und widersprach damit Gerüchten über einen Wechsel in die DTM. "Ich will mit Citroën im nächsten Jahr den sechsten WM-Titel gewinnen, andere Ziele habe ich nicht", sagte Loeb.
Rallye-Weltmeisterschaft 2008 – Stand nach 14 von 15 Rallyes
Position Punkte Fahrer Auto
1. 112 Sébastien Loeb Citroën C4
2. 102 Mikko Hirvonen Ford Focus RS
3. 59 Daniel Sordo Citroën C4
4. 50 Jari-Matti Latvala * Ford Focus RS
5. 50 Chris Atkinson Subaru Impreza
6. 41 Petter Solberg Subaru Impreza
* Bei Punktgleichheit zählen die besseren Platzierungen

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