Rallye-WM 2008

Rallye-WM 2008

— 26.06.2008

Österreich führt

Auf Sieg getrimmt: Jung-Star Andreas Aigner führt im Mitsubishi Lancer Evo IX erstmals in der Produktionswagen-WM. Auf dem Weg dorthin musste der Österreicher gegen einen Deutschen gewinnen.

Seine Geschichte ist hollywoodreif. Herbst 2003: Andreas Aigner (damals 19) bewirbt sich bei einem von Red Bull ausgeschriebenen Rallye-Talentwettbewerb. Bis dahin keinen Meter in einem Rallyeauto zurückgelegt, setzt er sich gegen rund 400 Konkurrenten durch. Knapp fünf Jahre später ist der Österreicher auf dem besten Weg, Weltmeister in der Produktionswagen-Kategorie (PWRC, seriennahe Autos, Allradantrieb, rund 280 PS) zu werden. Nach der Rallye Türkei, dem vierten von acht Läufen, liegt der Mitsubishi-Pilot vorn. Spätestens jetzt gilt das vom deutschen Ex-WM-Profi Armin Schwarz und dem siebenmaligen österreichischen Meister Raimund Baumschlager initiierte Nachwuchs-Programm als großer Wurf.

Am Ende des Jahres flog der Deutsche Müller raus

Durchgesetzt: Andreas Aigner (r.) und Quirin Müller stachen 400 Sichtungskonkurrenten aus.

Neben Aigner wurde der deutsche Ex-Rundstreckenfahrer Quirin Müller zweiter Sieger der Sichtung. Die beiden gingen in seriennahen Mitsubishi von Anfang an bei großen internationalen Rallyes an den Start. Schon ihr neunter Einsatz (Zypern 2005) fand auf der WM-Bühne statt. Am Ende des Jahres sollte nur einer im Team übrig bleiben. Das war ausgerechnet Motorsport-Neuling Aigner. "Ich habe meine Chance gehabt", gestand Müller mit Fassung. Aigners anschließender Aufstieg in die World Rally Cars (WRC) 2006 ging daneben. Allerdings ohne eigenes Verschulden. Skoda zog sich aus der WM und damit nach nur einer Saison aus dem Junior-Projekt zurück. Die Rückkehr in die Gruppe N 2007, in ein seriennahes Fahrzeug, machte Aigner zu schaffen: nur Platz 14 in der PWRC. Erst 2008, bei der Rallye Argentinien, feierte Aigner seinen ersten PWRC-Sieg.

Aigner macht kaum Fehler und hat das Zeug zum Weltmeister

Nachwuchstalent auf dem Weg zum Routinier: Aigner ist erst 23 Jahre alt.

"Andi ist in den letzten zwei Jahren als Mensch und als Fahrer unglaublich gereift", analysiert Baumschlager, inzwischen alleiniger Teamleiter. Er mache kaum Fehler unter Druck. Und sei taktisch geschickt wie ein Routinier: "Er kann sein Tempo optimal auf die Zwischenzeiten der Konkurrenten einstellen, die wir ihm per SMS ins Cockpit senden." Der Teamchef glaubt: "Er hat das Zeug zum Weltmeister." Der erneute Aufstieg in die WRC-Kategorie wäre der nächste Schritt. Selbst ohne PWRC-Titel. Schon wird spekuliert: Baumschlager stellt zusammen mit Red Bull und Citroën ein "Manufacturer Team" auf die Beine. Eine werksunterstützte Privatmannschaft mit Punkteberechtigung in der Teamwertung. Ein logischer Teamkollege wäre Sébastien Ogier (24). Er ist Shootingstar der diesjährigen Junioren-WM. Und Ergebnis der Citroën-eigenen Nachwuchsförderung.

Noch mehr Motorsport-Themen in AUTO BILD MOTORSPORT 13/2008.

Autor: Christian Schön

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