Rallye-WM: Peugeot-Desaster in Argentinien

Rallye-WM: Peugeot-Desaster in Argentinien

— 19.05.2002

Sainz siegt am Grünen Tisch

Im Ergebnis-Chaos und mit einem Desaster für das Peugeot-Team endete Pfingsten die Rallye Argentinien.

Beim sechsten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft wurde zunächst den klar führenden Finnen Marcus Grönholm/Timo Rautiainen wegen eines Verstoßes gegen die Service-Bestimmungen nach dem Zieleinlauf im Stadion von Cordoba der vermeintliche dritte Saisonsieg aberkannt. Sechs Stunden später disqualifizierten die Funktionäre auch die nach dem Grönholm-Ausschluss zum Sieger erklärten britischen Teamkollegen Richard Burns/Robert Reid. Ihr Motorgewicht entsprach nicht dem Reglement. Sieger am Grünen Tisch wurde der spanische Ford-Pilot Carlos Sainz vor dem Norweger Petter Solberg (Subaru Impreza). Grönholm führt in der WM weiter mit 31 Punkten vor seinem französischen Teamgefährten Gilles Panizzi (20) und den gemeinsamen Dritten Burns und Sainz (19). Bei den Marken bleibt Titelverteidiger Peugeot mit 68 Punkten klar vor Ford (41 Zähler) und Subaru (33). Der 157-fache Rekordstarter Carlos Sainz kam zu seinem 24. WM-Sieg und zog damit in der ewigen Siegerliste mit dem Finnen Tommi Mäkinen gleich. Sainz erzielte seinen letzten WM-Sieg im September 2000 auf Zypern. Für Ford war es der erste Sieg seit Juni 2001 in Griechenland.

Grönholm machte aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis: "Ich bin sehr unglücklich. Ich weiß, dass wir nichts Falsches gemacht haben. Aber wir müssen damit leben. Ich fühle mich dennoch als Sieger." Sein Peugeot 206+ wollte beim Start zur dritten Etappe nicht anspringen. Grönholm und Beifahrer Rautiainen brachten den Motor zwar nach 30 Minuten selbst zum Laufen, dabei sollen sie jedoch Anweisungen von Mechanikern erhalten haben. Laut Reglement dürfen sich die Mechaniker außerhalb der Servicezonen aber nicht in einem Umkreis von einem Kilometer zum Team aufhalten.

"Was soll ich noch viel sagen. Es scheint, als habe sich hier alles gegen uns verschworen", sagte Peugeot-Sportdirektor Corrado Provera, "beide haben hier eine ganz tolle Rallye gefahren und wurden dafür nicht belohnt. In Argentinien muss ein Fluch auf uns lasten." Die Sportkommissare stoppten den Peugeot-Durchmarsch nach vier Doppelsiegen in Folge. Kurz vor dem Ziel verspielte der vierfache Weltmeister Tommi Mäkinen (Finnland) seinen noch möglichen 25. WM-Triumph und zweiten Saisonsieg, als er sich auf der vorletzten Prüfung mit dem Subaru Impreza mehrmals überschlug und ausschied. Bereits auf der ersten Etappe schieden die Deutschen Armin Schwarz/Manfred Hiemer (Oberreichenbach/München) mit ihrem Hyundai Accent wegen fehlenden Benzindruckes aus. Der siebte WM-Lauf findet vom 13. bis 16. Juni in Griechenland statt.

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