Ogier

Rallye-WM: Rallye Deutschland

— 17.08.2016

Vorteil Ogier

Bei den zurückliegenden Schotter-Rallyes fuhr der Weltmeister hinterher. Bei der ersten Asphalt-Rallyes des Jahres ist er dagegen hoher Favorit.  

Seit sechs Monaten hat Weltmeister Sébastien Ogier (32) keine Rallye mehr gewonnen. Das soll sich bei der Rallye Deutschland an diesem Wochenende ändern. „Nach sechs Rallyes in Folge auf Schotter kann ich die erste Asphalt-Rallye des Jahres kaum erwarten. Endlich habe ich mal wieder eine realistische Siegchance“,  sagt der Volkswagen-Werksfahrer mit einem Seitenhieb in Richtung der Regelmacher beim Motorsportverband FIA. Die haben nämlich festgelegt, dass der Tabellenführer bei WM-Rallyes jeweils als Erster losfährt – auf Schotter wegen der mit jedem Auto griffiger werdenden Ideallinie ein klarer Nachteil.
Rallye Deutschland für Zuschauer: Die besten Plätze

Sébastien Ogier gewann 2016 die Rallye Deutschland

Fünf verschiedene Sieger bei acht Rallyes – zumindest das Ziel, die Weltmeisterschaft spannender zu machen, haben die FIA-Strategen erreicht. Nach zwei Siegen zu Saisonanfang ist Ogier trotz der sechs WM-Läufe dauernden Durststrecke dennoch Tabellenführer. Die Konkurrenten taten dem Franzosen den Gefallen und nahmen sich regelmäßig gegenseitig Punkte weg.

Am Freitag (ab 10:06 Uhr) startet Ogier also wieder als Erster. Auf dem Asphalt der 18 Wertungsprüfungen rund um Trier (Gesamtlänge 306 Kilometer) ist dies allerdings ein Vorteil. Durch das Kurvenschneiden wird die Ideallinie nämlich immer schmutziger und damit langsamer.

Nicht nur deswegen ist Vorjahressieger Ogier klarer Siegfavorit. Auf Asphalt kommt sein sauberer Fahrstil noch besser zum Tragen. Am ehesten dürfte Ogier noch Volkswagen-Teamkollege Jari-Matti Latvala (31) gefährlich werden, der als erster Finne seit mehr als einem Jahrzehnt WM-Läufe auf Asphalt gewinnt. Auch der Norweger Andreas Mikkelsen (27) im dritten Polo R WRC hat seinen ersten WM-Sieg ausgerechnet bei einer Rallye mit hohem Asphalt-Anteil gefeiert. Die Volkswagen-Piloten belegen in der Reihenfolge Ogier, Mikkelsen, Latvala derzeit die ersten drei Plätze in der Tabelle.

„Vor der ersten Asphalt-Rallye des Jahres ist es sehr schwierig, das Kräfteverhältnis einzuschätzen“, erklärt Hyundai-Werkspilot Thierry Neuville (28). Der Belgier hat die Rallye Deutschland 2014 gewonnen – als Ogier und Latvala durch Unfälle ausschieden. Ein Jahr davor verlor Neuville das Duell um den Sieg gegen seinen heutigen Teamkollege Dani Sordo (33). „Erst der letzte Test beim Shakedown am Donnerstag wird zeigen, wo wir stehen“, sagt Neuville.

Die Rallye Deutschland ist jedes Jahr wieder ein Spektakel

Außenseiter-Chancen räumt Sébastien Ogier dem Esten Ott Tänak (28) ein, der  zwar „nur“ einen privaten Ford fährt. Der rollt im Gegensatz zu allen anderen, auf Michelin vertrauenden Topteams aber auf Reifen der chinesischen Marke DMack. „Je nach Wetterbedingungen könnte er einen Vorteil haben“, glaubt Ogier. Tänak überraschte mit dem neuesten Schotter-Reifen von DMack schon bei der Rallye Polen, wo er bis kurz vor dem Ziel führte. Für die Rallye Deutschland haben Michelin und DMack verbesserte Asphalt-Pneus angekündigt.

Nicht am Start ist das Werksteam von Citroën, das mit Kris Meeke (37) in der laufenden Saison bereits zwei Siege erzielte. Die Franzosen konzentrieren sich auf die Entwicklung des neuen C3 WRC für 2017 und lassen die Rallye Deutschland planmäßig aus.

Haben deutsche Fahrer beim Heimspiel von Marken-Weltmeister Volkswagen keine Chance auf den Gesamtsieg, sieht die Situation in der Kategorie WRC2 anders aus. Bei den seriennahen Fahrzeugen (1,6-Liter-Turbomotor, rund 285 PS, Allrad) in der Zweiten Liga der Rallye-WM gehen gleich zwei Deutsche mit Sieghoffnungen an den Start. Skoda-Junior Fabian Kreim (23), der momentan Führende in der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM), gönnt sich einen Gaststart auf WM-Ebene. „Ein Platz auf dem Podium ist mein Ziel“, sagt der Odenwälder.

Ebenfalls einen Skoda fährt Ex-Europameister Armin Kremer (47). Der Routinier aus Mecklenburg-Vorpommern startet regelmäßig in der WRC2, ist dort momentan Tabellensiebter und hat sich mit einem Sieg beim letzten DRM-Lauf Wartburg perfekt vorbereitet. „Wir haben 21 Konkurrenten in der WRC2 – das wird kein Zuckerschlecken“, blickt Kremer auf seinen insgesamt 15. Start bei der Rallye Deutschland voraus.

Nach den rund 90 Teilnehmern der WM-Rallye Deutschland gehen die 18 Starter des ADAC Opel Rallye Cups auf die Wertungsprüfungen. Die Nachwuchsfahrer in seriennahen Opel Adam (140 PS) bestreiten zwei getrennte Wertungsläufe am Freitag und Samstag/Sonntag. Durch die doppelte Punktzahl kann sich Tabellenführer Jari Huttunen (22) vorzeitig den Titel sichern.

Regulär im WM-Feld treten die drei Piloten des Opel Junior Teams an. Im Opel Adam R2 (190 PS) kämpfen Marijan Griebel (27), Julius Tannert (24) und der Brite Chris Ingram (22) um den Klassensieg.
 

Die Rallye Deutschland im Fernsehen

Freitag, 19. August 2016
23:15 Uhr       Sport1           Highlights 1. Tag
 
Samstag, 20. August 2016
0:05 Uhr         Sport1+         Highlights 1. Tag
19:30 Uhr       Sport1            Highlights 2. Tag
 
Sonntag, 21. August 2016
12:00 Uhr       Sport1+         Wertungsprüfung 18 live
23:00 Uhr       Sport1            Highlights 3. Tag
 
Montag, 4. Juli 2016
2:15 Uhr         Sport1+         Highlights 3. Tag


Autor: Christian Schön

Fotos: VW

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