WRC

Rallye WM: Sainz jr. schnuppert WRC-Luft

— 24.01.2018

Jagd auf Weltmeister Ogier wird eröffnet

Am Donnerstag startet die WM in die neue Saison. Formel-1-Pilot Carlos Sainz junior schnuppert erstmals Rallye-Luft.

Das Beste kommt zum Schluss. Zumindest für Carlos Sainz junior (23), Formel-1-Pilot und Sohn des zweimaligen Rallye-Weltmeisters gleichen Namens. Der Spanier tritt bei der Rallye Monte Carlo, die ab Donnerstag die WM-Saison 2018 eröffnet, ein klein wenig in die Fußstapfen seines Vaters. Sainz junior fährt planmäßig im Vorauswagen des Veranstalters am Sonntag über die letzte der insgesamt 17 Wertungsprüfungen. „Wir haben ein Rallyeauto an unserer Ferienwohnung stehen. Mit dem habe ich früher häufig trainiert“, verriet der Renault-F1-Pilot. Carlos Sainz senior (55) gewann die Rallye Monte Carlo drei Mal, feierte gerade seinen zweiten Sieg bei der Rallye Dakar.

Im Kielwasser von Sainz junior wird auf der Prüfung „Col de Braus“ möglicherweise die Entscheidung um den Gesamtsieg fallen. Die regulären Teilnehmer, darunter keine Deutschen, haben dann schon dreieinhalb Rallyetage und knapp 390 Kilometer Wertungsprüfung hinter sich – wenn sie diesen Punkt überhaupt erreichen. Denn mit ständig wechselnden Streckenbedingungen zwischen Schnee, Eis, Regen und Sonnenschein, zusätzlich mit heute seltenen Nacht-Prüfungen, gilt die „Monte“ als schwierigste Rallye im WM-Kalender.    

Neuville gilt als ärgster Ogier-Verfolger 2018

Als Favorit rollt Weltmeister und Vorjahressieger Sébastien Ogier (34) am Donnerstag um 17:50 Uhr über die Startrampe vor dem berühmten Casino von Monte Carlo. Sein Team M-Sport erhält von Ford 2018 mehr finanzielle und logistische Unterstützung als in der Vergangenheit. „Nur so können wir mit den echten Werksteams mithalten“, hofft Ogier.
Ogier kritisiert die Formel E: "Formel E sieht nicht wahnsinnig aufregend aus"

Ogier-Jäger Nummer eins ist Thierry Neuville (29), der amtierende Vize-Weltmeister. Der Hyundai-Werksfahrer aus Belgien verschenkte 2017 den möglichen Monte-Sieg durch einen Fahrfehler. „Die Monte übersteht man nur heil, wenn man nicht eine einzige Sekunde unkonzentriert ist“, sagt Neuville, der in dem früheren VW-Werkspiloten Andreas Mikkelsen (28) aus Norwegen einen neuen Teamkollegen bekommen hat.

Neu formiert hat sich auch Toyota. Neben dem Finnen Jari-Matti Latvala (32) will auch Neuzugang Ott Tänak (30), zuletzt bei Ford, mit einem Sieg bei der Rallye Monte Carlo in die Saison starten. „Ott ist stark, aber ich bin die Nummer eins im Team“, lautet Latvalas interne Kampfansage.

Nach der Katastrophen-Saison 2017, wo in der Hersteller-Wertung nur der letzte Platz heraussprang, will Citroën Wiedergutmachung betreiben. Einziger Neuling im Team ist Motorsportdirektor Pierre Budar (53). Vorgänger Yves Matton (50) ist als Rallyedirektor zu Motorsportweltverband FIA gewechselt. Citroëns Sieghoffnungen ruhen auf dem Nordiren Kris Meeke (38).

Entscheidend im Kampf um den Sieg bei der „Monte“ ist traditionell die Reifenwahl. Ausnahmsweise haben die Teams die Auswahl aus vier statt nur zwei Reifentypen: weiche Slicks, harte Slicks, Winterreifen und Winterreifen mit Spikes.   

Autor: Christian Schön

Fotos: Red Bull Content Pool

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen