Rallye

Rallye-WM: Vorschau auf Spanien

— 13.10.2016

Ogier kann sich nur noch selbst stoppen

Am Wochenende wird der Volkswagen-Werksfahrer zum vierten Mal in Folge Weltmeister. Wenn er sich nicht wieder selbst im Weg steht.

68 Punkte Vorsprung auf Teamkollege Andreas Mikkelsen (27) hat Tabellenführer Sébastien Ogier (32) vor der Rallye Spanien, die am Donnerstag mit einer spektakulären Wertungsprüfung mitten in Barcelona gestartet wird. Wenn nach der Zieldurchfahrt am Sonntag noch mindestens 56 Zähler übrig sind, ist der Volkswagen-Werksfahrer aus Frankreich vorzeitig zum vierten Mal in Folge Weltmeister.

„Ich kann den nächsten Rallyes etwas entspannter entgegenblicken, weil ich nicht mehr so viele Punkte für den Titel brauche“, sagt Ogier. Die Kunst besteht darin, bei aller Entspannung die Konzentration nicht zu verlieren. Ein Flüchtigkeitsfehler kostete den Weltmeister schon 2015 den Sieg in Spanien – er krachte in Führung liegend wenige Kilometer vor dem Ziel in eine Leitplanke. Damals erbte Mikkelsen den Sieg, es war sein erster in der WM. Wohl nur ein ähnlicher Aussetzer des Champions würde den diesjährigen Titelkampf weiterhin offenhalten.

Die Rallye Spanien ist nicht nur wegen der Showprüfung in Barcelona einzigartig. Ihre 19 Wertungsprüfungen über insgesamt 321,08 Kilometer werden sowohl auf Schotter als auch auf Asphalt ausgetragen. Das bietet kein anderer WM-Lauf.

Ogier kann am Wochenende alles perfekt machen

„Mir bereitet der Wechsel von Schotter auf Asphalt wenig Probleme. Ich möchte allerdings dieses Mal am Freitag auf Schotter schneller sein als vergangenes Jahr. 2015 habe ich zu viel Zeit verloren“, sagt Mikkelsen selbstkritisch. Der Norweger kämpft – realistisch gesehen – mit Thierry Neuville (28) um die Vize-Weltmeisterschaft. Gerade einmal 15 Punkte trennen die beiden Kumpel.

Der Belgier hat gerade seinen Vertrag mit Hyundai um zwei Jahre verlängert und geht entsprechend hoch motiviert in die drittletzte WM-Runde. Die Statistik spricht allerdings gegen ihn – der Polo R WRC ist in Spanien bisher ungeschlagen. Das World Rally Car (WRC) aus Wolfsburg feiert an der Costa Daurada nebenbei ein Jubiläum – den 50. WM-Start. Mit 40 Siegen liegt die Erfolgsquote bei beeindruckenden 80 Prozent.

Der Wechsel von Schotter am Freitag zu Asphalt an Samstag und Sonntag stellt auch die Mechaniker vor ungewohnte Aufgaben. Beim abendlichen Service am Freitag haben sie ausnahmsweise 75 statt der üblichen 45 Minuten Zeit. 1.348 Komponenten in 13 Baugruppen werden ausgetauscht, rechnet Volkswagen vor. Zu den größeren gehören Vorder- und Hinterachse, Bremsscheiben und -beläge sowie das komplette Fahrwerk.
VIDEO: Rallye-Mitfahrt: ABMS an Board des Hyundai i20 WRC

Die Auftaktprüfung in Barcelona wird allerdings mit Schotter-Setup auf Asphalt gefahren. Die von Zehntausenden Fans besuchte WP führt am Fuße des Montjuic über das terrassierte Gelände der Weltausstellung von 1929, wenige Meter am weltberühmten Deutschen Pavillon von Mies van der Rohe vorbei. Auch die Schotter-Prüfung „Terra Alta“ enthält einen mehrere Kilometer langen Asphalt-Anteil.

Diese Show gönnt sich auch der deutsche Privatfahrer Armin Kremer (47), der im Skoda in der Kategorie WRC2 antritt. „Ich habe mit Schottenreifen auf Asphalt getestet, um die speziellen Bedingungen zu simulieren“, erzählt der Unternehmer aus Mecklenburg-Vorpommern. „Ich bin guter Dinge und hoffe, wir können einmal mehr die Werks- und werksunterstützten WRC2-Piloten ärgern.“


Autor: Christian Schön

Fotos: Hersteller

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