Ram 1500: Fahrbericht

— 12.02.2013

So fährt der Ram 1500

Was für ein Riese: Auf der Pritsche des Ram 1500 hätte sogar ein Kleinwagen Platz. Wir waren mit dem sechs Meter langen und knapp zwei Tonnen schweren Dickschiff unterwegs.



Dieses Auto ist wie eine Burg auf Rädern: Wer einmal einen Pick-up wie den Ram 1500 gefahren hat, dem kommt selbst eine Mercedes S-Klasse oder ein BMW X5 klein und zierlich vor. Denn das Dickschiff aus Detroit ist so groß und gewaltig, dass es schon beim Einsteigen auf das Selbstbewusstsein abfärbt und sich selbst ein Bürohengst plötzlich fühlt wie ein Asphaltcowboy – Wilder Westen inklusive. Das liegt nicht allein am Format des robusten Riesen, sondern auch an der Aura, die Pick-ups wie ihn umgibt: Sie sind die modernen Nachfahren jener Pritschenwagen, mit denen die Amerikaner ihr Land besiedelt haben. Deshalb ist ihm kein Weg zu weit, keine Wildnis zuwider und keine Ladung zu schwer – und natürlich gehört man als Fahrer eines solchen Ungetüms automatisch zu jenen kräftigen, ehrlichen, mit einem Wort toughen Typen, die richtig zupacken und die Welt zur Not mit bloßen Händen retten können. Kein Wunder also, dass die Pick-ups seit je her die amerikanische Zulassungsstatik dominieren und das Trio aus Ford F-150, Chevrolet Silverado und RAM 1500 bei Jo Average so populär ist wie bei uns VW Golf, Opel Astra und Ford Focus.

Riese im Tiefflug: Vorstellung Dodge Ram 1500

Schrankwand mit Köpfchen: Unter dem Kühlergrill sorgen verstellbare Lamellen für weniger Luftwiderstand.

Zwar schütteln wir Europäer dabei gerne den Kopf über vermeintlichen Saurier unter den Autos. Denn die bei den Amis so beliebten Pick-ups sind groß, schwer und vor allem durstig. Aber so ganz langsam tut sich was und die gigantischen Pritschenwagen bekommen reichlich Spritspartechnik. Beim Ram 1500 aus der Chrysler-Gruppe kommt das so gut an, dass er gerade "Truck of the Year 2013" wurde. Ja, natürlich gibt es für den Ram 1500 auch einen V8 mit 5,7 Litern Hubraum. Aber es gibt eben auch einen neuen Sechszylinder samt Achtgang-Automatik, der mit seinen 3,6 Litern unter der Haube fast ein bisschen verloren wirkt. Doch 305 PS und 364 Nm sind mehr als genug, wenn man nicht gerade eine Herde Mustangs Bullen zum Ranch kutschieren muss. So wie VW seine Blue-Motion-Modelle, verkauft Chrysler den Ram auch als "High Fuel Efficiency". Dann gibt's nicht nur Jalousien im Kühler und für den cw-Wert eine Luftfederung zum Absenken der Fuhre, sondern sogar eine Start-Stopp-Automatik. So sinkt der Verbrauch um 20 Prozent. Auf dem Highway reichen deshalb deutlich unter zehn Liter.

Bildergalerie: Beliebteste Pick-ups der USA

Dodge Ram
Natürlich ist das immer noch viel Sprit und jeder Diesel wäre sparsamer. Aber der Ram ist eben auch ein irre großes Gefährt: Zum Einsteigen brauche ich fast eine Leiter, drinnen können wir zu sechst Party machen und auf die Pritsche passt locker ein Kleinwagen. Dabei sieht das Dickschiff mit seinem hohen Grill tatsächlich so bullig aus, wie der Widder mit den gesenkten Hörnern, den Ram im Logo hat. Hinter dem Lenkrad hat man Platz ohne Ende, in die Ablagen und Becherhalter passt mehr Proviant, als man für eine Tour auf der Route 66 braucht und bald zwei Meter über dem Boden fühlt man sich wie der King oft the Road – so könnte die Fahrt ewig dauern. Zumindest wenn man in einer Luxusversionen mit Lack und Leder und mehr Elektronik als in einem Jeep unterwegs ist. Es gibt den Ram aber auch als ein echtes Arbeitstier. Der hat nicht nur verdammt wenig Extras, sondern zeigt sich innen vor allem mit grauem Hartplastik. Aber das hat auch was Gutes: Wahrscheinlich kann man den Pick-up so sogar von innen mit dem Kärcher reinigen.

Riese extrem: Der Ram von Mopar

In den USA so gewöhnlich wie ein Golf auf deutschen Straßen: mächtige Pick-ups wie der Ram 1500.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, der braucht angesichts der Größe nicht nur ein geschultes Auge, sondern auch die Gelassenheit eines Cowboys vom Schlage eines John Wayne, der sich auch von einem Stamm Komantschen nicht ins Bockshorn jagen lässt. In der Ruhe liegt die Kraft in einem Ram. Zum Rasen taugt der Ram nämlich nicht. Zwar braucht er auch nur rund acht Sekunden Tempo 100 und schafft fast 180 Sachen. Aber bei diesem Format ist das mit der Fahrdynamik so eine Sache. Dafür fühlt man sich mit dem Dickschiff schier unverwundbar, lacht selbst über knöcheltiefe Schlaglöcher und wühlt sich mit den Allradvarianten auch durch den dicksten Dreck.

Überblick: Alle News und Tests zum Dodge Ram

Fast sechs Meter lang und mehr als zwei Tonnen schwer, verkauft Ram den 1500er in Amerika schon für umgerechnet weniger als 20.000 Euro. So viel Auto fürs Geld gibt es sonst nirgends. Das sieht bei uns ein bisschen anders aus. Die wenigen Importeure, die den Ami über den Atlantik holen, haben meist nur die teuren Modelle und bitten die Fans ordentlich zur Kasse: Unter 45.000 Euro geht deshalb kaum etwas. Da muss man schon mit Leib und Seele Cowboy sein, um das zu genießen.

Autor: Thomas Geiger

Stichworte:

Nutzfahrzeuge



Diesen Beitrag empfehlen

Artikel bewerten

Bewerte diesen Artikel

Fremde Bewertungen

Weitere interessante Artikel

Weitere interessante Videos

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige
Adventskalender 2014

Adventskalender 2014

Im autobild.de-Adventskalender 2014 gibt es Preise im Gesamtwert von über 250.000 Euro.

Jetzt mitmachen und gewinnen!

Neuwagen

NEUWAGEN zu Top-
Konditionen, mit voller
Herstellergarantie
und zu attraktiven
Zinsen finanziert.

Hier klicken zu den Top-Angeboten

Gebrauchtwagen

Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen.

Günstige Gebrauchtwagen-Angebote