Ramsauer spielt Klavier

Bilder: Minister Ramsauer am Flügel (neu) Bilder: Minister Ramsauer am Flügel (neu)

Ramsauer spielt Klavier

— 03.11.2011

Minister-CD für den guten Zweck

Bundesverkehrsminister und Hobby-Pianist Peter Ramsauer hat sich für einen guten Zweck an den Flügel gesetzt und eine Klassik-CD eingespielt. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam.

Anders als Kanzler, Kaiser oder Könige dürfen Minister sich nur in ihrem Spezialgebiet zu Wort melden. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) also ist seiner Arbeitsplatzbeschreibung nach nur zuständig für alles, was fährt, schwimmt oder fliegt. Ein enges Feld? Mitnichten! Der 57-Jährige hat am Flügel neben anderen Musikern und dem Orchester der Deutschen Oper eine Mozart-CD eingespielt, die jetzt in Berlin vorgestellt wurde. Das hat nichts mit Verkehr zu tun? Dann lesen Sie mal den Titel: "Adagio im Auto – stressfrei und sicher fahren". Ein Euro des Verkaufspreises von sechs Euro pro CD kommt der "Kinder-Unfallhilfe" zugute.

Ramsauer im Interview: "Täglich 90 Minuten üben"

Diese CD für den guten Zweck können Sie gewinnen: Wie es geht, lesen Sie weiter unten im letzten Absatz.

AUTO BILD: Herr Minister, erklären Sie uns bitte, was Ihre Klassik-CD "Adagio im Auto" mit Verkehrspolitik zu tun hat. Ramsauer: Im Straßenverkehr ist bei manchen leider ein zu hohes Aggressionspotenzial vorhanden. Das kann zu Unfällen führen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass klassische Musik deeskalierend wirkt. In Deutschland ereignen sich jährlich mehr als drei Millionen Verkehrsunfälle, bei jedem zehnten werden Menschen verletzt oder getötet. Wenn wir also mit Musik dazu beitragen können, dass Autofahrer entspannter und damit rücksichtsvoller fahren, helfen wir auf schönste Art, Unfälle zu vermeiden. Vielleicht sollten ab jetzt einige Autofahrer also mehr Mozart hören. Mit dem Kauf tut jeder auch noch ein gutes Werk: Je ein Euro pro CD geht an die "Kinderunfallhilfe". Hat ein Bundesminister für so etwas Zeit? Wer eine CD professionell einspielen will, muss sich hinsetzen und sehr viel üben. Das ist kein Vergnügen, sondern eine harte Sache. Die perfekte Interpretation eines musikalischen Werkes verlangt extreme Selbstdisziplin. Andernfalls hat man keinen Erfolg. Es war nicht leicht, drei Monate lang täglich anderthalb Stunden zum Üben fest einzuplanen. Meistens bin ich hierfür früher aufgestanden oder später ins Bett gegangen.

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Wie kamen Sie zum Klavierspielen? Ich spiele seit meinem neunten Lebensjahr. Wir Kinder mussten ein Instrument erlernen, das gehörte einfach dazu. Bei der Instrumenten-Auswahl hatten wir aber ein gewisses Mitspracherecht. Weil ich lange und kräftige Finger habe, wurde ich Klavierspieler. Die Motivation kam dann recht schnell von allein. Warum sind Sie nicht Pianist geworden? Wer gut sein will, muss permanent üben. Dazu fehlte mir auf Dauer die Zeit. Ich hatte neulich eine Anfrage, vor Publikum Bach zu spielen. Ich habe mir daraufhin zwar gleich ein paar Konzertpartituren angeschaut, aber dann entschieden: Nein, der zeitliche Aufwand wäre leider viel zu hoch. Das könnte sich ändern, wenn Sie irgendwann einmal Polit-Rentner sein werden. Ja, mal sehen, das ist noch lange hin. Mal im Scherz gesagt: Vielleicht verdinge ich mich dann ja als Bar-Pianist (lacht).

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